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Sigi Ramstötter zum Ehrenbürger von Teisendorf ernannt

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Teisendorf
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Zum Ehrenbürger der Marktgemeinde Teisendorf ernannte Bürgermeister Thomas Gasser (links) den Jubilar Sigi Ramstötter bei der Volksmusikmatinee. (Foto: Konnert)

Teisendorf – Ein besonderes Geschenk hat die Marktgemeinde ihrem Bürger Sigi Ramstötter zu seinem 90. Geburtstag gemacht. Auf einstimmigen Beschluss des Gemeinderates wurde er für seine außerordentlichen Verdienste zum Erhalt der bodenständigen Volksmusik und für seine Jugendarbeit in Musik, Gesang und Tanz zum Ehrenbürger ernannt. Bürgermeister Thomas Gasser überreichte ihm die Ernennungsurkunde bei der Volksmusikmatinee im Poststall. Durch das Wirken von Ramstötter sei Teisendorf auf sympathische Art und Weise im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht worden. »Für besondere Menschen braucht's ein besonderes Geschenk«, so Gasser und wünschte dem Jubilar auch weiterhin Gesundheit und Schaffensfreude.


Das musikalische Festwochenende anlässlich des 90. Geburtstags von Sigi Ramstötter hat am Sonntag mit einer Volksmusikmatinee im Poststall seinen Höhepunkt erreicht. Über zehn Musik- und Gesangsgruppen aus der näheren und weiteren Umgebung boten Volksmusik vom Feinsten. Durch das Programm führten fachmännisch und charmant BR-Moderatorin Traudi Siferlinger, und Hansl Auer, Kreismusikpfleger im Berchtesgadener Land. Mit beiden verbindet den Jubilar eine langjährige Freundschaft. »Ich kenn den Sigi Ramstötter seit ich zwölf war«, so Siferlinger in ihrer Anmoderation, »Damals bin ich mit meinen Geschwistern in die Singstunden gegangen, die der Sigi öffentlich gegeben hat«.

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Unter den Gästen waren viele persönlichen Freunde und Musikfreunde des Jubilars. Vom Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern nahm dessen Vorsitzender Ernst Schusser teil. Schusser lobte Ramstötter als eine Persönlichkeit, die Tradition und Innovation gleichermaßen schätzt und damit die regionale Musikkultur geprägt hat. Landrat Georg Grabner bezeichnete den Jubilar als »Multitalent« und »außerordentlichen Menschen«. An die Volkstanzkurse mit Ramstötter, wo er auch dabei gewesen sei, habe er nur schöne Erinnerungen.

Schirmherr und Bürgermeister Thomas Gasser hielt eine launische Rede, in der er Parallelen zwischen Ramstötter und einer »oiden Hütt’n« anstellte. Alte Hütten würden meist an sonnigen Plätzen mit schöner Aussicht stehen, und ergänzte: »Ich sag da nur, der Sigi wohnt in Teisendorf«. Sie wären aus regionalem Holz – Ramstötter stammt aus Neukirchen – stabil gebaut, würden Wind und Wetter trotzen, praktisch, nie übertrieben oder pompös. Mit dem Alter bekäme das Holz, aus dem sie gebaut seien, eine besondere Struktur. Und in Hütten gehe es oft lustig zu »oft wird do Musi gmacht, aufgspuid und miteinander gsunga«.

Die vortragenden Musik- und Gesangsgruppen sind der Einladung zu dieser Matinee gern gefolgt, verbinden sie doch mit dem Jubilar oft eine lange »musikalische« Freundschaft. Auf Nachfrage der Moderatoren bezeichneten sie ohne Ausnahme Ramstötter als »Ausnahmeerscheinung« und »Vorbild«, immer lustig, spritzig, fröhlich, erdig, hilfsbereit. »Wie ein guter Wein eben«, meinte dazu Traudi Siferlinger. Jede Gruppe hat zwei Lieder oder Musikstücke vorgetragen. Als Hommage an den Jubilar stammte eines davon meist aus seiner Feder, wie zum Beispiel die »Teisendorfer Polka«, die die Leobendorfer Tanzlmusi spielte, der »Nandlwalzer« gespielt vom Saitenduo Huber aus Waging, die »Schnellpolka« vorgetragen vom Flötenensemble »Les Pompiers«, der Boarische »An Hias da sei« der Kaltenbacher Zithermusi oder der von der Familie Auer Hansl dargebrachte »Neukirchner Boarische«. Den 80er Marsch, geschrieben von Sigi Ramstötter zu seinem 80. Geburtstag, spielten »seine Musikgruppen«, die Teisendorfer Geigenmusi und die Weisenbläser gemeinsam. Zum 90. habe er eine neue Polka geschrieben, verriet Ramstötter, die sei aber noch nicht »reif« für die Öffentlichkeit.

Mit »Heubodn« und »Berliner Jungens« gaben die Nutz Diandl aus Saaldorf zwei Couplets gekonnt zum Besten. Passend zum Tag sangen dann Elisabeth Hogger und ihre beiden Töchter »Aber heit is a schöner Tag«, dem sich die Moargeschwister mit »Heut is a schöner Tag für dich« anschlossen. Auch die Auer-Familie wünschte mit dem Lied »A lumperle Bua« in Erinnerung an die von Sigi geleiteten Singkreise alles Gute.

Da Sigi Ramstötter auch oft in Österreich aufgetreten ist, präsentierten sich die Siegsdorfer Sänger mit einem Jagerlied aus dem Nachbarland, dem »Goiserer Jager«. Auch der Jubilar und seine Familie beteiligten sich an dem musikalischen Reigen, sei es als sie auf der Okarina schwungvoll die »Teisendorfer Polka spielten«, Ramstötter und sein Sohn Bernhard im Duett das bekannte Lied von den Dampfnudeln sangen oder die ganze Familie Ramstötter den Drialei Jodler zum Besten gab.

In den Spielpausen verrieten die Moderatoren viele Details aus dem an Ereignissen überquellenden Leben des Vollblutmusikers Ramstötter und gewährten damit Einblicke in mehr als ein halbes Jahrhundert »Volksmusik-Kulturgeschichte« in Bayern.

Zum Schluss überraschten die Geschwister Traudi, Maria und Hermann Siferlinger den Jubilar mit einem Glückwunschlied. Mit dem Besuch und Auftritt seiner ehemaligen Singschüler, die als Dreigesang in unterschiedlicher Besetzung später große Erfolge feierten, hatte Sigi Ramstötter nicht gerechnet und war sichtlich gerührt. Genauso wie bei dem Eingangsständchen, dass der Saal unter der Leitung von Siferlinger angestimmt hatte: »Wir wünschen Dir gute Gesundheit und ein langes Leben«. kon