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»Singet dem Herrn ein Lied«

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Aus vollen Kehlen sang der Sängerchor Traunreut bei einem vorweihnachtlichen Konzert in der katholischen Pfarrkirche Traunreut. (Foto: Rasch)

Während draußen zum ersten Mal in diesem Winter der Schnee rieselte, stimmten bei einem Konzert des Sängerchors Traunreut in der katholischen Pfarrkirche wohlklingende Weihnachtslieder, meditative Oboe-Klänge und Volksweisen auf der Harfe auf das Weihnachtsfest ein. Schade, dass die Kirche zum Heiligsten Erlöser nur halb voll gewesen ist. Die Musiker unter der Leitung von Richard Kalahur hätten größeren Zuspruch verdient.


Die festliche Mischung der ansprechenden mehrstimmigen Lieder, abgerundet von den Streichern und einer Harfe, spannte einen Bogen vom Advent bis zum Weihnachtsfest. Mitgewirkt haben der Sängerchor Traunreut mit den Solistinnen Elke Grammer und Andrea Bonfig-Mollner, Mitglieder des Ruperti-Orchesters Traunreut sowie die Harfenistin Karoline Speckbacher.

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Mit der Botschaft »Wieder ist Weihnachten« des österreichischen Komponisten und Liedtexter Lorenz Maierhofer stimmten der Chor und das Orchester auf das vorabendliche Singen und Musizieren ein. Darauf folgten vom Orchester die Pastorale aus dem »Messias«-Oratorium von Georg Friedrich Händel und die anmutige Weise »Dona pacem Domine« von Manfred Bühler, in dessen weiteren Sätzen der Chor eine wunderbare Einheit fand. Dazwischen streute Karoline Speckbacher wunderschöne Harfenmelodien aus dem Böhmerwald ein. Mit ihren klaren und natürlichen Stimmen überzeugten auch die Solistinnen Elke Grammer (Sopran) und Andrea Bonfig-Mollner (Alt) im Duett »Maria ging übers Gebirge«. Eine blitzsaubere Intonation des aus dem Burgenland überlieferten Liedes zur Herbergssuche. Zwischen der Weihnachts-Pastorale von Johann David Heinichen und mit dem Chor »Singet dem Herrn ein Lied« aus dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint Seans erzählte Pfarrer Thomas Tauchert die Geschichte vom Weihnachtsmuckl. Unglaublich ans Herz ging die Oboenmelodie »Gabriel´s Oboe« von Ennio Morricone, mit einem hervorragenden Oboen-Solisten im Orchester.

Die frohe Botschaft der Engel verkündete der a-cappella-Chor, darauf folgte die Bischofswieser Weis‘ von der Harfenistin. Schade war, dass das Orchester bei der Verkündigung aus einem geistlich anspruchsvollem Werk von Johann Vierdanck für zwei Solostimmen, zu laut war. Dadurch konnte man die Solistinnen Elke Grammer und Andrea Bonfig-Mollner nur phasenweise hören. Zwischen dem bekannten Weihnachtslied »Still o Himmel« verteilte das Orchester die drei Sätze Allegro, Andante und Finale aus der Sinfonia von Joseph Haydn. Auf den Leib geschnitten war dem Chor das polnische Weihnachtslied »Lulajze Gottessohn«. Die zutiefst anrührende Melodie, arrangiert von Manfred Bühler, ging unter die Haut. Den konzertanten Reigen der gelungenen Weihnachtsgeschichte beendete die Harfenistin mit einem Menuett aus Niederösterreich. Nicht zu knapp geklatscht wurde erst am Ende nach dem gemeinsam gesungenen Schlusslied »Tochter Zion, freue dich«. Gabi Rasch