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Skispringen unter Ausschluss der Öffentlichkeit

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Mehreren Springern gelangen weite Flüge in den Aufsprunghügel am Kälberstein. (Foto: Wechslinger)

Mit Wehmut werden sich die Verantwortlichen des SK Berchtesgaden an erstklassige Veranstaltungen mit Hunderten, manchmal sogar Tausenden Zuschauern am Kälberstein erinnern. Doch die Zeiten haben sich geändert. Bei den beiden Skispringen am letzten Wochenende konnte man die Zuschauer per Handschlag begrüßen.


Dennoch zeigten mehrere Nachwuchskräfte beeindruckende Leistungen. Der eine oder andere wird bald schon den Sprung zur Elite schaffen – sie konnten sich für den internationalen Alpen Cup in Einsiedeln in der Schweiz qualifizieren. Der Wettkampf findet schon am kommenden Wochenende auf einer 117 Meter-Schanze statt.

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Die Schanze in Berchtesgaden ist im Vergleich zu vielen anderen ein wenig in die Jahre gekommen; sie verfügt weder über moderne Profile oder Aufstiegshilfen. Die Nationen reisen deshalb inzwischen lieber nach Predazzo, Courchevel, Villach oder Ramsau am Dachstein, dort sind einfach bessere Bedingungen gewährleistet.

Der langjährige Stützpunktleiter Helmut Kurz lud vor den großen internationalen Skispringen die Nationen jahrelang zu einer Trainingswoche nach Berchtesgaden ein, an deren Ende die Teilnehmer als Höhepunkt unter Konkurrenz springen konnten. Dazu kamen oft mehr als die Hälfte der Weltelite und dadurch auch sehr viele Zuschauer.

Das für den 28. Juli angesetzte Internationale Skispringen wurde in diesem Jahr erstmals abgesagt, weil sich nur 19 Springer angemeldet hatten. Es wäre nicht fair, der Vorstandschaft des SK Berchtesgaden die Schuld an dieser Misere zu geben, allerdings muss in Zukunft wohl einiges für ein besseres Werbekonzept getan werden.

In den 90er Jahren zog der damalige nordische Sportwart Willi Wagner noch mit einer Gruppe Nachwuchsspringer in Wettkampfausrüstung, mit Transparenten und Kuhglocken durch den Markt, um Zuschauer für die Veranstaltung zu interessieren. Der Jugendskischulleiter des SKB Hans Müller fuhr mit einem Kommandowagen durch die Gemeinden und an die Campingplätze und wies per Lautsprecher auf das Springen am Kälberstein hin.

Bei den letzten Springen waren es immer weniger Zuschauer, die sich für die Veranstaltung begeistern lassen konnten. Dabei zeigten mehrere der 51 Springer sehr beachtliche Leistungen und hätten dafür sicherlich ein größeres Publikum verdient.

Pech hatte Niclas Heumann vom WSV Oberaudorf, Sohn des ehemaligen Spitzenskispringers Sepp Heumann. Er wurde als Sieger disqualifiziert, weil ein Stempel in seinem Sprunganzug gefehlt hat. Dieses Pech ereilte jedoch auch noch drei weitere Burschen. Erstmals wurde nun auch bei einem Nachwuchsspringen der Wind mit in die Note eingerechnet. Es bestand auch die Möglichkeit den Abfahrtsbalken (Gate) selbst zu wählen.

Die Ergebnisse auf der 98 m-Schanze

1. Konkurrenz

Jugend 16:

1. Justus Grundmann (SC Steinbach-Hallenberg) 97,5/95,5-222,0
2. Sebastian Schwarz (WSV Reit im Winkl) 89,5/90-219,0
4. Simon Steinbeißer (78/87-1879,5
9. Philipp Fries (beide SC Ruhpolding) 72/71,5-141,0

Jugend 17:

1. Quirin Modricker (SC Hinterzarten) 91,5/91-224,5
12. Mathias Weibhauser (SC Ruhpolding) 71,5/74-148,5

Herren/Junioren:

1. Johannes Schubert (SG Nickelhütte Aue) 96,5/94,5-252,5
2. Fabian Seidl (SC Auerbach/LpB) 95/94-245,0
10. Niclas Heumann (WSV Oberaudorf/CJD) 89/86-214,0
13. Max Goller (SC Partenkirchen/LpB) 86,5/84,5-206,0
14. Benedikt Hahne (SC Ruhpolding/CJD) 81,5/89,5-203,5
15. Kilian Märkl (SC Partenkirchen/LpB) 84,5/83,5-198,0
18. Jakob Kosak (WSV-DJK Rastbüchl/CJD) 78,5/81-177,0

2. Konkurrenz

Jugend 16:

1. Sebastian Schwarz (WSV Reit im Winkl) 83,5/84196,5
2. Simon Steinbeißer 75,5/77,5-165,0
6. Philipp Fries (beide SC Ruhpolding) 67,66,5-118,5

Jugend 17:

1. Tom Gerisch (WSV Rodewisch/SG Oberwiesenthal) 91,5/88-224,0
15. Mathias Weibhauser (SC Ruhpolding) 65,5/70,5-125,5

Herren/Junioren:

1. Fabian Seidl (SC Auerbach) 94,5/95-248,5
11. Max Goller (SC Partenkirchen/LpB) 85,5/85-201,5
13. Benedikt Hahne (SC Ruhpolding/CJD) 79/88,5-197,0
19. Jakob Kosak (WSV-DJK Rastbüchl/CJD) 76/79-165,5

Christian Wechslinger