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Slomka-Rückkehr nach Hannover - HSV gegen Auswärtsfluch

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HSV-Coach Mirko Slomka erklärt Neuzugang Lewis Holtby (l), wie er sich den Hamburger Fußball vorstellt. Foto: Axel Heimken Foto: dpa

Hamburg (dpa) - Mirko Slomka bläst der Wind in Hamburg mächtig ins Gesicht. Der Fußballlehrer, der am Freitag kaum einen Gedanken an seinen 47. Geburtstag verschwendete, muss seinen Arbeitsplatz beim Hamburger SV sichern.


Und dafür sollte er am Sonntag (17.30 Uhr) zumindest einen Punkt bei seinem ehemaligen Verein Hannover 96 holen. »Die Diskussion um Trainerposten geht immer los um diese Zeit«, meinte er. Von einem Auswärtskomplex will Slomka nichts wissen. Dabei gab es in der Fremde zuletzt am 27. Oktober 2013 drei Punkte. Um wieder auf Kurs zu kommen, sollen die Neuen eine andere Mentalität ins Team bringen - und für das erste Saisontor sorgen. »Ein Auswärtssieg wäre ein schöner Befreiungsschlag«, betonte der Coach.

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Lewis Holtby, der Brasilianer Cleber, Matthias Ostrzolek, möglichst auch Nicolai Müller und eventuell sogar der 19 Jahre alte Julian Green von Bayern München sollen beginnen. »Ich bin voller Vorfreude auf diese Partie. Die Mannschaft ist spritzig, feurig«, betonte Slomka. Schon nach dem 0:3 gegen Paderborn, wo von den Neuen nur Valon Behrami in der Anfangself stand, hatte der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer mehr Mut verlangt.

Auch Aufsichtsratschef Karl Gernandt forderte einen klaren Kurs mit den Neuen, so dass in den sozialen Medien schon geunkt wurde, beim HSV stelle der Aufsichtsrat die Mannschaft auf. »Ich lasse mir nicht von außen einreden, dass ich alle Neuen sofort bringen muss«, entgegnete Slomka.

Kritik gab es zuletzt von Peter Nogly, der ebenfalls dem Gremium angehört. Der Europapokalsieger von 1977 kritisierte die harte Vorbereitung mit Medizinbällen und Treppenläufen. Darüber zeigte sich Slomka verwundert, schließlich sei Nogly aus seiner aktiven Zeit als »Eiche« bekannt.

Mit Slomkas Bilanz von drei Siegen, neun Niederlagen und drei Unentschieden wurde Bert van Marwijk beim HSV in der Vorsaison entlassen. Beiersdorfer hält noch an dem Mathematiklehrer aus Niedersachsen fest, auch wenn der zuletzt abstiegsgefährdete Traditionsclub seit zehn Bundesliga-Spielen auf einen Sieg wartet.

In der Länderspiel-Pause ging Slomka behutsam mit den Spielern um - nach einem freien Wochenende pausierte das Team auch am Mittwoch. Kritik äußert er nur vorsichtig, denn er weiß: Er braucht die Spieler. Am Freitag gab er zu seinem Geburtstag ein Mannschaftsessen mit uruguayischem Rumpsteak aus. »Uruguayer haben gutes Fleisch und Kämpferherz«, begründete der Trainer seine Wahl.

Slomkas Taktgeber soll Holtby sein. Kapitän Rafael van der Vaart wird erneut von einer Wadenverletzung geplagt, für das Hannover-Spiel fällt er aus. Slomka: »Schade, dass er nicht dabei sein kann. Er hat gezeigt, dass er auf einem sehr guten Weg ist.«

Vor Wochenfrist kündigte Slomka an, alles auf den Prüfstand stellen zu wollen. Ob er allerdings sogar René Adler für Jaroslav Drobny aus dem Tor nimmt, scheint fraglich. »Ich entscheide mich immer erst am Spieltag«, meinte er. Klar scheint, dass Heiko Westermann auf der Bank Platz nehmen muss. Trotz zuletzt haarsträubender Fehler hat Johan Djourou seinen Platz im Abwehrzentrum sicher. Hannover 96 sei »die stärkste Kontermannschaft der Liga«, meinte Slomka.

Im Nordderby trifft der HSV auf einen selbstbewussten Gegner, der saisonübergreifend seit sieben Partien ungeschlagen ist. »Das letzte Spiel gegen den HSV war die Geburtsstunde einer neuen 96-Mannschaft. Wir wollen die Serie fortsetzen«, betonte 96-Manager Dirk Dufner. Trainer Tayfun Korkut will auf seinen Freund Slomka keine Rücksicht nehmen. »Geschenke sollte er an seinem Geburtstag bekommen und nicht am Sonntag«, sagte Korkut.

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