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»So funktioniert kein Abstiegskampf« - Wolfsburg geschockt

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Abstiegskampf
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Die Wolfsburger waren nach dem 0:3 bedient. Foto: Marius Becker Foto: dpa

Für den VfL Wolfsburg wird es im Abstiegskampf nach dem 0:3 in Mönchengladbach richtig eng. Vor allem, weil das Team am Freitagabend jede Einstellung vermissen ließ.


Mönchengladbach (dpa) - Auch Bruno Labbadia war der Meinung, »dass das ein echter Nackenschlag war«. Doch im Gegensatz zu den meisten Beobachtern erkannte der Trainer des VfL Wolfsburg beim erschreckend schwachen 0:3 (0:3) bei Borussia Mönchengladbach kein Mentalitätsproblem.

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»Mit der Einstellung hat das wenig zu tun gehabt«, sagte Labbadia. Und lieferte die Begründung für diese, zumindest nach außen kommunizierte, Einschätzung gleich mit: »Man muss die Nerven behalten.« Denn drei Spiele vor Schluss steckt der Vize-Meister und Pokalsieger von 2015 wieder mitten im Abstiegskampf.

KRITIK DES KAPITÄNS UND SPORTCHEFS: Paul Verhaegh war geschockt vom Auftritt seiner Mannschaft. »Ich weiß nicht, wie man so auftreten kann«, sagte der Niederländer: »Ich kann mir das nicht erklären.« Olaf Rebbe meinte: »So funktioniert kein Abstiegskampf. Da muss man jeden einzelnen fragen, ob er alles gegeben hat.«

BROOKS' MISSGLÜCKTES COMEBACK: Erstmals seit Dezember stand John Anthony Brooks auf dem Spielfeld, gleich in der Startelf, nach 28 Minuten musste der Wolfsburger Innenverteidiger rotgefährdet schon wieder vom Platz. »Da merkte man, dass ihm nach so langer Pause die Spielpraxis fehlte«, sagte Labbadia, verteidigte aber aufgrund des personellen Engpasses die Aufstellung: »Ein Fehler könnte es nur sein, wenn es Alternativen gegeben hätte.«

REBBES ZUKUNFT: Auch in dieser Woche hatte es Gerüchte um eine baldige Ablösung von Rebbe gegeben. »Ich sehe das Gerüchte-Bingo mit einem Lächeln«, sagte der 39-Jährige: »Ich habe angeblich schon drei- oder viermal meinen Rücktritt angeboten und bin schon drei- oder viermal entlassen worden. Aber ich stehe immer noch hier.« Genervt ist er von den Schlagzeilen aber schon: »Das sind Nebengeräusche, die nicht für Ruhe sorgen.«

KRAMERS FRECHER TRICK: Das 3:0 der Gladbacher durch Christoph Kramer (44.) war bezeichnend für das Wolfsburger Chaos. Beim Freistoß an der Strafraumgrenze waren die Gäste noch damit beschäftigt, Spieler für die Mauer zu finden, als Schiedsrichter Tobias Stieler schon längst den Ball freigegeben hatte. Kramer schoss den Ball ins leere Tor. »Ich habe den Schiri gefragt, ob er anpfeifen will. Da hat er gesagt: Nö, der Ball ist frei«, erzählte der Weltmeister nachher: »Da habe ich zu den Jungs gesagt: Weg, weg, weg.« Trainer Dieter Hecking erzählte schmunzelnd: »Dadurch, dass ich gesehen habe, dass Chris am Ball steht, habe ich gar nicht hingeschaut. Ich dachte, die anderen werden schon dafür sorgen, dass er weggeht. Das Tor habe ich erst im Fernsehen gesehen.«

RAFFAELS TRITT: Gladbachs Torschütze zum 2:0 hatte sich in der 60. Minute zu einer klaren Tätlichkeit gegen Maximilian Arnold hinreißen lassen, wurde aber nicht des Feldes verwiesen. Wofür Arnold keinerlei Verständnis hatte. »Wir haben gefühlt 50 Millionen Zuschauer, wir haben einen Video-Schiedsrichter. Wo sind die alle?«, fragte er: »Wenn man das nicht sieht, weiß ich nicht, wo die Tomaten liegen.«

LABBADIAS SCHWERES SPIEL: Im nächsten Spiel empfängt der VfL den Hamburger SV. Und Labbadia könnte den Verein, bei dem er einmal als Spieler und zweimal als Trainer tätig war, ganz nahe an den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte schießen oder ihn sogar besiegeln. Was ihn nach eigener Auskunft nicht interessiert. »Daran verschwende ich keinen Gedanken. Entscheidend ist, was mit meinem Club ist«, sagte er: »Wo man mal war, muss man schnell abhaken. Ich brauche alle Kraft für den VfL, weil wir die Situation nicht unterschätzen dürfen.«

Informationen zum Spiel bei bundesliga.de

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