So wird der Garten zum Paradies für Schmetterlinge

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Der Schwalbenschwanzfalter gilt in unseren Breiten als einer der größten und prächtigsten Falter. Hier labt er sich an einer Schafgarbe.

Schmetterlinge gehören zweifellos zu den auffallendsten und schönsten Erscheinungen der Tierwelt. An ihren prachtvollen Farben, ihren beeindruckenden Zeichnungen und ihrem sorglosen Treiben kann man sich erfreuen. Durch menschengemachte Umwelteinflüsse, vorrangig die Veränderung der Fauna sowie durch Düngung in der Kulturlandschaft ist auch ihr Bestand stark rückläufig: Zwei Drittel der Tag- und die Hälfte der Nachtfalterarten in Deutschland gelten mittlerweile als gefährdet. Dabei kann jeder Gartenbesitzer mit der richtigen Pflanzenwahl und Gartengestaltung geeignete Bedingungen schaffen und sich von Frühling bis Herbst an den »fliegenden Blumen« erfreuen. Der Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftspflege Sepp Stein gibt dazu Tipps.


Die Dauer der einzelnen Lebensphasen ist unter den Schmetterlingsarten so verschieden wie die Farben und Zeichnungen ihrer Flügel. Bei den meisten allerdings überwiegt die Lebenszeit im Raupenstadium. Das Kleine Nachtpfauenauge oder der Braune Bär (Schmetterling des Jahres 2021) leben als Falter sogar nur so kurz, dass sie gar keine Nahrung benötigen und entsprechend nicht einmal Mundwerkzeuge besitzen. Das Falterleben eines Zitronenfalters hingegen kann einschließlich Winterstarre bis zu zehn Monate andauern.

Hier siedeln sich Schmetterlinge gerne an

Schmetterlinge siedeln sich dort an, wo sie Blütennahrung für sich und Futterpflanzen für ihre Raupen vorfinden. Nahrung für Raupen bieten vor allem heimische Wildstauden und Gehölze. Wer genügend Platz hat, kann mit einer frei wachsenden Hecke aus Schlehe, Faulbaum, Kreuzdorn, Liguster und Weißdorn für Raupenfutter sorgen, während die Blüten der Sträucher erwachsene Falter anziehen. Unter den Gehölzen ist die Salweide hervorzuheben. Sie bietet frühfliegenden Schmetterlingen, wie Tagpfauenauge und Kleinem Fuchs, sowie auch anderen Insekten und Wildbienen im Vorfrühling wichtigen Nektar. Vor allem aber dienen die Blätter der Salweide vielen Raupen, wie der des Grünen Schillerfalters, des C-Falters und vielen Nachtfaltern, als Futter.

Bezüglich Futter für Falterraupen darf unter den Wildkräutern die Brennnessel nicht ungenannt bleiben. Nur an ihr fressen die Raupen des Admirals, des Kleinen Fuchs und des Distelfalters. Einige Arten bevorzugen schattige, andere sonnige Brennnesselstandorte. Auch Ackerkratzdisteln, Knoblauchsrauke, Weidenröschen, Mädesüß, Labkraut und Blutweiderich oder hohe Wildgräser werden von verschiedenen Arten gerne mit Eiern belegt.

Viele Arten haben sich spezialisiert

Die Spezialisierung einiger Arten auf Brennnesseln ist kein Einzelfall. So ernähren sich die Raupen des Zitronenfalters überwiegend von Blättern des Faulbaums, die Raupen des Aurorafalters von Wiesenschaumkraut und anderen Kreuzblütlern, während Luzerne und Hornklee die Nahrungsgrundlage für verschiedene Bläulingsarten bilden. Schwalbenschwanzraupen fressen nur Doldenblütler wie Wilde- und Gartenmöhre, Dill, Fenchel und Liebstöckel.

Schmetterlinge besitzen lediglich einen Saugrüssel, sodass sie nur flüssige Nahrung in Form von Nektar, Pflanzensäften, Fruchtsaft oder Honigtau zu sich nehmen können. Obwohl Riechen der stärkste Sinn der Schmetterlinge ist, werden sie von starken Farben der Blüten angelockt. Der Nektar einiger schmal- und langröhriger Blüten kann nur von den langen Saugrüsseln der Schmetterlinge »geerntet« werden. Da somit öfter die gleiche Pflanzenart vom Bestäuber angeflogen wird, erhöhen diese Pflanzen ihre Bestäubungsrate. Von Faltern werden aber auch Blütenstände mit vielen kleinen Einzelblüten wie Sonnenhut oder Sommerflieder – dieser wird zu Recht auch Schmetterlingsflieder genannt – gerne angeflogen. Sträucher wie Weigelien, Kolkwitzien und Kräuter wie Minze, Lavendel, Rosmarin, Katzenminze, Thymian und Dost gelten ebenfalls als beliebtes Buffet für Schmetterlinge. Sehr früh schlüpfende Schmetterlingsarten freuen sich über die Blüten von Schlüsselblumen, Lerchensporn, Günsel, Wiesenschaumkraut, Blaukissen und Gamswurz im Frühling. Wertvolle Nektarquellen für spät schlüpfende Schmetterlinge sind: Natternkopf, Flockenblume, Moschusmalve, Wiesensalbei, Spornblume, Phlox, Sonnenhut und ganz besonders für den Herbst: die Fetthenne. Generell sollte darauf geachtet werden, dass von Frühling bis Herbst immer etwas blüht – das erfreut nicht nur Schmetterlinge, sondern alle anderen Insekten und natürlich den Gartenbesitzer selbst.

Wildblumen für Magerstandorte

Wildblumenmischungen für Magerstandorte erbringen Nektar für viele Falter und gleichzeitig Futter für die Raupen seltenerer Arten, wie Aurorafalter, Hauhech- Bläuling, Schachbrettfalter oder Taubenschwänzchen. Nichtstun hilft auch – zumindest mit einem »wilden Eck«, das nur selten gepflegt wird und Wildwuchs ermöglicht. Oft siedeln sich dann von selbst passende Nahrungspflanzen für Raupen und Schmetterlinge an. Viele Falter ernähren sich gerne vom Saft faulender Früchte. So wird liegengelassenes Obst zu einer willkommenen Futterquelle.

Und wie kam der Schmetterling zu seinem Namen? Er leitet sich von »Smetter« ab, dem mittelhochdeutschen Wort für Schmand oder Rahm, an dem sich die Falter gerne bedienen. Das lässt sich ganz einfach selbst ausprobieren: Einfach ein kleines Schälchen mit flüssigem Rahm und vielleicht noch ein paar saftig-süße Früchte auf den Terrassentisch stellen und mit der Schmetterlingszählung im eigenen Garten kann begonnen werden.

Hier hat Sepp Stein noch ein paar Anregungen für die Gartengestaltung: sonnig-trocken mögen es die Raupenfutterpflanzen Wiesenkümmel, Wilde Möhre, schmalblättriges Weidenröschen, Labkraut, Kleine Bibernelle, Hornklee, Weißdorn, Liguster, Schlehe, Kreuzdorn. Ebenfalls sonnig-trocken mögen es die Nektarpflanzen Färberkamille, Skabiosen-Flockenblume, Spornblume, Roter Sonnenhut, Natternkopf, Moschusmalve, Katzenminze, Nachtkerze, Dost, Wiesensalbei, Purpur-Fetthenne und Thymian.

Einen sonnig-frischen bis feuchten Standort mögen Raupenfutterpflanzen wie Wilde Möhre, Wasserdost, Mädesüß, Liebstöckel, Blutweiderich, Ampferarten, Große Brennnessel, Faulbaum, Salweide, Grauweide und die Nektarpflanzen Blaukissen, Flockenblume, Gamswurz, Wasserdost, Wiesenstorchenschnabel, Nelkenwurz, Schleifenblume, oder Baldrian.

Einen halbschattigen bis schattigen Standort bevorzugen Raupenfutterpflanzen wie Hopfen, Braunelle, Raues Veilchen, Große Brennnessel, Liguster, Brombeere sowie die Nektarpflanzen Lerchensporn, breitblättrige Glockenblume, Nachtviole, Silberblatt, Rote Lichtnelke, Weiße Lichtnelke und Waldgeißblatt.

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