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»Sogar der viertschnellste Deutsche«

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Auch auf dem Asphaltteil der Strecke kommt er immer besser zurecht: Supermoto-Pilot Peter Mayerbüchler. (Foto: Supermoto Hobbyfotografie)

Die Saison begann sehr spät, aber dann kam sie voll auf Touren: Für Supermoto-Pilot Peter Mayerbüchler aus Inzell war das Sportjahr insgesamt »nicht schlecht. Im Endeffekt bin ich schon zufrieden.«

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Diese eher zurückhaltende Einschätzung wird von den Ergebnissen sogar übertroffen. In der Österreichischen Meisterschaft nämlich wurde der 24-Jährige mit seiner Yamaha YZF Gesamtzweiter der »Königsklasse« S 1 Vizemeister, in der Deutschen Meisterschaft Gesamtfünfter. Und da Gesamtsieger Simon Vilhelmsen (167 Punkte) aus Dänemark stammt, »war ich sogar der viertschnellste Deutsche«, freut sich der Inzeller.

Nach Rang neun im Vorjahr bedeutet das für Mayerbüchler eine deutliche Steigerung. »Ich bin ja relativ spät in die DM eingestiegen. Jedes Jahr bringt mehr Erfahrung.« Das gelte nicht nur für das Fahren selbst, »sondern man versteht auch das Motorrad immer besser, und auch körperlich bin ich immer besser drauf. Wenn es so weitergeht, bin ich zufrieden.« Dass er seine Stärken im Offroad-Teil der Strecken habe, bedeute nicht, dass er auf dem Asphaltteil der Strecke weit hinterherhinke, verdeutlicht er. »Eigentlich ist es ja auf Asphalt leichter, schnell zu fahren. Aber da sind alle sehr eng zusammen, auf dem Offroad-Teil kann man deutlich mehr Zeit herausholen.« Dennoch hat sich der 24-Jährige inzwischen auch auf Asphalt Schritt für Schritt verbessert: »Ich bin nicht weit entfernt von der Spitze und komme immer näher hin, sowohl von meiner Fahrtechnik als auch von der Motorradabstimmung her.« Genau die Mischung aus beiden Streckenabschnitten macht für ihn auch den Reiz des Supermoto-Sports aus. »Man muss bei der Abstimmung der Maschine immer einen guten Kompromiss finden.« Insgesamt »fahre ich überall gern – aber wo der Offroad-Anteil größer ist, noch viel lieber«, lacht Mayerbüchler.

Einziger Wermutstropfen bei den Wettbewerben in diesem Jahr: Die Veranstaltung in St. Wendel musste abgesagt werden. »Das ist ein schöner Kurs mitten in der Stadt. Genau so sollte Supermoto auch sein, denn da ist normalerweise viel Stimmung durch die Zuschauer, das ist ein Super-Rennen.«

Doch Zuschauer waren heuer wegen der Corona-Pandemie nicht erlaubt. »Das war schon manchmal komisch, weil nirgends Fans da waren – aber es ging halt nicht anders.«

Ansonsten »war heuer das einzige Problem, dass ich erst im Mai erstmals überhaupt ein bisschen Fahrtraining machen konnte.« Ab Mitte Juli kam dann die Saison in Schwung. »Weil ich DM und ÖM gefahren bin, war das schon ziemlich stressig. Dafür ist man bei so vielen Rennen in kurzer Zeit aber sehr gut im Geschehen drin und kann an den Renn-Wochenenden auch immer mal was am Motorrad verändern. Wenn es funktioniert, behält man es, wenn nicht, kann man es wieder zurückbauen.« Körperlich »schlaucht das natürlich schon« mit den vielen Wettkämpfen in kurzer Abfolge – aber dank guter Fitness überstand Mayerbüchler auch das gut.

Günstig für ihn war auch: Die meisten Vorlesungen für sein Maschinenbau-Studium wurden in diesem Jahr ohnehin aus Pandemie-gründen online abgehalten. Auch die Arbeit für das Studium geschah weitgehend online, »daher konnte ich mir die Zeit gut einteilen.«

Für die kommende Saison steht jetzt als Vorbereitung vorwiegend an, sich fit zu halten – und am Motorrad zu schrauben. Denn Mayerbüchler wird künftig – wie alle Top-8-Piloten dieser Saison außer ihm – mit einer Husqvarna unterwegs sein »Ich habe das mal im Herbst ausprobiert, und das hat mir gut gepasst.«

Dass er nun das Motorrad neu aufbaue, sei ein zusätzlicher Reiz: »Ich werde im Winter viel Arbeit in der Werkstatt haben, weil ich ja auch sonst sehr viel am Motorrad selbst mache. Das gibt mir ein gutes Gefühl.« Und dieses soll sich dann auch bei den ersten Tests sowie bei den Rennen 2021 wieder einstellen ... who