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Solaranlagen auf Dächern historischer Gebäude

Kirchanschöring. Zwei Mal im Jahr treffen sich die Heimatpfleger aus dem Landkreis Traunstein, um gemeinsame Themen und etwaige Probleme zu besprechen. Das erklärte Kreisheimatpfleger Christian Soika beim Frühjahrstreffen im Bauernhof-Museum in Hof bei Kirchanschöring. Das Treffen fand dort statt, weil der Heimatverein der Gemeinde erst vor kurzem sein eigenes 25-jähriges Bestehen feierte und dafür eine beeindruckende und interessante Video-Collage zusammengestellt hatte, die im Rahmen des Treffens gezeigt wurde.

Der Besitzer des Bauernhof-Museums in Hof, Franz Huber, zeigte den Heimatpflegern bei einer Führung durch sein Museum, auf was beim Flachs zu achten sei, um gutes Leinen daraus machen zu können. (Foto: Albrecht)

Die Video-Collage zeigte anhand von Bildern und kurzen Videosequenzen die Entstehungsgeschichte des Heimatvereins Kirchanschöring, der 1988 infolge des 1250. Jubiläumsjahres des Ortes und den dadurch entstandenen und dokumentierten Verbindungen mit Salzburg und seinen Bischöfen gegründet worden war.

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Während kurzer Unterbrechungen der Videovorführung berichtete der neue Archiv-Pfleger des Kreisarchivs in Traunstein, Albert Rosenegger, über seine Tätigkeit im Archiv und dass er dort normalerweise jeden Donnerstag und Freitag von 8 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 0861/58354 erreichbar sei. Sylvia Nett-Kleyboldt stellte den neuen Studiengang für Senioren über die Regionalgeschichte zwischen Inn und Salzach vor. In diesem Studiengang können Senioren an Lesungen von namhaften Dozenten und Professoren in den Kreisen Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Rosenheim teilnehmen. Nähere Informationen zum Studiengang gibt es bei den Kreisbildungswerken.

In der Diskussion über anstehende Themen kam Kreisheimatpfleger Soika auf die Energiewende und den damit verbundenen Gebrauch von Dächern historischer Gebäude für Solaranlagen zu sprechen. Er hatte eine Broschüre für die Heimatpfleger bereit, die gute und schlechte Beispiele von in Dächer integrierte Solaranlagen zeigt. Grundsätzlich meinte Soika, sei es vorzuziehen an historischen Gebäuden keine oder, wenn unbedingt nötig, gut in die Dachflächen zu integrierende und unauffällige Paneele anzubringen. Es sei schwer verständlich, meinten die meisten der Heimatpfleger, warum auf Dächern historischer Gebäude, die generell weniger als fünf Prozent der Gesamtdachfläche eines Ortes ausmachen, Solaranlagen installiert werden müssen. Falls dies zur Eigenenergiegewinnung des Gebäudes unbedingt nötig sei, sollten – wie in der Broschüre beschrieben – spezielle Lösungen für die Anbringung angestrebt werden. Auch Hans Roth vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege meinte, früher sei es durch strenge Richtlinien fast unmöglich gewesen, an Dächern und Fassaden historischer Gebäude Änderungen vorzunehmen, während jetzt wegen der Energiewende fast alles erlaubt werde. Es müsse da mit »Maß und Ziel« gewirkt werden, war die übereinstimmende Meinung.

Ein weiteres Thema war der 2001 im Chiemsee gefundene Goldkessel. Der inzwischen in der Schweiz als Teil des Fundus aus einem Betrugsskandal zur Versteigerung anstehende Kessel erzeugte Interesse bei den Heimatpflegern. Ursprünglich war vermutet worden, der Kessel sei ein Relikt aus der NS-Zeit. Durch ein Gutachten sei laut dem Bayerischen Finanzministerium aber festgestellt worden, dass dies nicht der Fall sei. Trotz großen Interesses der Heimatpfleger rücke das Ministerium die Details des Gutachtens aber nicht heraus, stellte Soika fest. Als Begründung seitens des Ministeriums sei Interesselosigkeit der Heimatpfleger angegeben worden, sagte er. Dies sei aber keineswegs der Fall und eine detaillierte Aufklärung über die Herkunft und Geschichte des Kessels sei von großem Interesse für die Heimatpfleger. al