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Soleleitungssteg wird komplett neu gebaut

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Hier ist erst einmal Schluss. Wer in Richtung Doktorberg weiter will, der muss nach oben über den Königsweg ausweichen.
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Besonders der Unterbau des Soleleitungsstegs ist marode. Hier soll es neue korrosionsbeständige Edelstahlträger geben.
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Erst zur Adventszeit wird der Soleleitungssteg hoch über Berchtesgaden wieder begehbar sein. Bis dahin wird er saniert. (Fotos: Kastner)

Berchtesgaden – Der zentrale Teil des Soleleitungsstegs hoch über Berchtesgaden wird bis zum Beginn der Adventszeit gesperrt bleiben. »Der Steg muss wegen Sicherheitsmängeln komplett neu gebaut werden«, sagt Marktbaumeister Peter Hasenknopf.


Der erste, 80 Meter lange Bauabschnitt zwischen Gletschermühlen und Kalvarienberg ist in den nächsten Wochen geplant, der restliche Teil der insgesamt 210 Meter langen Strecke soll bis zum Sommer 2019 abgeschlossen sein.

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Vor rund 200 Jahren war in den Wänden hoch über Berchtesgaden die Soleleitung nach Traunstein verlaufen. Entlang der Leitung gab es lediglich eine Art Wartungssteig. Als dann gegen Mitte des 20. Jahrhunderts die Sole auf anderer Strecke nach Bad Reichenhall floss, wurde diese Leitung nicht mehr benötigt.

Man entschloss sich deshalb für eine touristische Nutzung. Um die Konstruktion begehbar zu machen, sicherte man sie unter anderem mit Abspreizungen nach unten ab. »Dabei hat man wohl etwas gepfuscht, es ist mittlerweile alles korrodiert«, sagt Peter Hasenknopf.

Festgestellt hat man das kürzlich bei einer Überprüfung. »Wir haben uns einfach nicht mehr getraut«, betont der Marktbaumeister. Er erinnert daran, wie viele Menschen sich bei besonderen Anlässen wie beispielsweise Silvester auf dem aussichtsreichsten Abschnitt des Stegs hoch über Berchtesgaden aufhalten. »Da stehen oft Hunderte Menschen, teilweise ganze Schulklassen«, sagt Hasenknopf. Deshalb entschloss man sich dazu, als Erstes den 80 Meter langen Zentralbereich zu sanieren. »Der Steg muss komplett neu gebaut werden«, erklärt Peter Hasenknopf. Zur Verwendung kommen korrosionsbeständige Edelstahlträger, Bohlen aus Lärche sowie ein Geländer aus Lärche und Metall. Der erste Bauabschnitt soll bis zum Beginn des Berchtesgadener Advents fertig sein. »Der Emmausweg wird also begehbar sein«, verspricht der Marktbaumeister. Damit wird das Projekt aber noch nicht abgeschlossen sein, denn die Fortsetzung ist für Frühjahr 2019 geplant. Dann ist der Rest der 210 Meter langen Strecke in Richtung Doktorberg und in Richtung Brandholz an der Reihe. Gleichzeitig sind noch Felssicherungsarbeiten geplant. Hasenknopf: »Bis zum Sommer wollen wir fertig sein.«

Aktuell laufen noch Verhandlungen mit dem Prüfstatiker und mit dem Denkmalamt. Auch der Marktgemeinderat Berchtesgaden wird sich mit dem Projekt noch befassen, weil dafür bislang keine Haushaltsmittel vorgesehen waren. Insgesamt werden dafür wohl einige Hunderttausend Euro anfallen, nur ein geringerer Teil allerdings im diesjährigen Haushalt.

Der aktuelle Sperrbereich kann etwa 40 Meter oberhalb über den Königsweg umgangen werden. Ulli Kastner

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