Spahn wirbt für behutsame Corona-Öffnungen und Maskentragen

Jens Spahn
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei einer Pressekonferenz. Foto: Kay Nietfeld/dpa Foto: dpa

Die Inzidenzen sinken, die Hoffnung auf Lockerungen werden lauter. Gesundheitsminister Spahn warnt jedoch vor Übermut.


Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat für behutsame Öffnungsschritte und einen weiterhin wichtigen Schutz mit Abstand und Masken geworben. «Unsere Ungeduld darf am Ende nicht zu Übermut führen», sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Er habe den Eindruck, «dass im Moment wochenweise in einigen Ländern Lockerungen gemacht werden». Zwischen Bund und Ländern sei aber vereinbart, vor möglichen nächsten Schritten zunächst zwei, drei Wochen zu warten und zu sehen, welche Folgen dies auf das Infektionsgeschehen habe.

Vorsicht gelte etwa auch für den Einzelhandel, machte Spahn deutlich. Drei Kunden in einem Schuh- oder Bekleidungsgeschäft seien okay. Etwa in großen Elektromärkten stünden am Handy-Stand aber oft 30 Leute in einer Traube. Dies seien Situationen, die wiederkämen, «die wir aber doch in der jetzigen Phase noch vermeiden können, ohne dass es wirklich eine Belastung fürs Leben ist».

Mit Blick auf Schutzmasken sagte Spahn, im Vergleich zu anderem sei dies zwar eine nervige, aber doch auch händelbare Maßnahme, die für die allermeisten mittlerweile in den Alltag übergegangen sei. Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sagte, es gebe immer mehr Belege wie wirksam Masken auch in Alltagssituationen seien. Wenn jetzt gelockert würde, müsste der «Basisschutz» mit Abstand, Hygiene und Masken von allen möglichst beibehalten werden.

Niedersachsen rückt nach kritischen Reaktionen möglicherweise von einer geplanten Aufhebung der Maskenpflicht im Einzelhandel bei niedrigen Inzidenzwerten ab. «Die Landesregierung wird diesen Punkt nochmal sehr ernsthaft überdenken», sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Freitag. Eine Entscheidung wurde am Nachmittag erwartet.