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Spannende Duelle in der Struber Kletterhalle

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Erfolgreichste Wettkampfkletterin des Berchtesgadener Kaders: Magdalena Zechmeister (l.) trat auch beim Speed-Klettern an und erreichte Platz 2 in der bayerischen Wertung. (Fotos: privat)
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Für jede Altersklasse eine anspruchsvolle Kletterroute: Stefan Hallinger, der Betriebsleiter der Berchtesgadener Kletterhalle, sorgte zusammen mit den DAV-Spezialisten für geschmeidige Herausforderungen.

Das Bergsteigerhaus Ganz in der Strub stand am Wochenende ganz im Zeichen von Kletterwettbewerben: Die Sportler kämpften nicht nur um Punkte für den bayerischen Jugendcup, sondern in sogenannten Speed-Wettkämpfen auch für den deutschen Jugendcup. Zudem wurde die deutsche Meisterschaft im Speed-Klettern der Männer und Frauen ausgetragen.


Für Zuschauer war einiges geboten in der Berchtesgadener Kletterhalle: Am Samstag hatte die Jugend, also Buben und Mädchen der Jahrgänge 2006 bis 1999, beachtliche Leistungen im Vorstiegsklettern (Lead) gezeigt: In diesen Wettkämpfen, die als bayerischer Jugendcup Lead ausgetragen wurden, erreichte die Berchtesgadenerin Magdalena Zechmeister einen 3. Platz und ihre jüngere Teamkollegin Merle Brust den 5. Platz in ihren Altersklassen. Beide trainieren im Berchtesgadener Kletterkader unter der Leitung von Bernhard Wolf. »Die Mädels konnten ihre Fortschritte, die sie mit viel Trainingsfleiß erreicht haben, größtenteils in den Wettkämpfen umsetzen«, lobte der Trainer. Für ihn zähle ohnehin nicht die Platzierung in den Wettkämpfen, sondern wie engagiert sich seine Sportler einsetzen und demzufolge weiter entwickeln.

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Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen des Speed-Kletterns. Immer zwei Kletterer gleichzeitig versuchen – durch ein Seil von oben gesichert – die 15 Meter hohe Wand so schnell wie möglich hinaufzukommen. Die Routen sind genau identisch, nicht nur hier, sondern überall auf der Welt, wo sich Sportler im Geschwindigkeits-Klettern messen. Die Kletterer mit den schnellsten 16 Zeiten der beiden Qualifikationsdurchgänge schaffen es ins Achtelfinale und dann geht es Mann gegen Mann respektive Frau gegen Frau. Nur der jeweils Schnellste kommt weiter und dann schließlich ins Finale.

Die Speed-Wettbewerbe der Jugendlichen zählten nicht nur in der Wettkampfserie des bayerischen Jugendcups, sondern auch im deutschen Jugendcup, weshalb viele jugendliche Kletter-Freaks aus anderen Bundesländern angereist waren. Am Nachmittag kamen dann auch noch einige junge Männer und Frauen, um die deutsche Meisterschaft im Speed-Klettern auszutragen. Während die Zeiten der Jugend meist zwischen 11 und 25 Sekunden lagen und nur die Buben der Jahrgänge 1999 und 2000 einmal einen Wert unter 11 Sekunden schafften, musste man bei den Herren ganz schnell hinterherschauen: Als Bester schlug Fabian Bosler nach 8,15 Sekunden den elektronischen Button am oberen Ende der 15 Meter hohen Wand an. Bei den Frauen gewann die sympathische Münchnerin Romy Fuchs, die altersgemäß noch zur A-Jugend zählt, aber ebenfalls bei den Erwachsenen gestartet war.

Für die Organisatoren der Wettkämpfe bedeutete das Wochenende eine enorme Leistung. Denn Speed-Wettbewerbe fordern nicht nur von den Sportlern, sondern auch von den Ausrichtern besonderen Einsatz: Die Teilnehmer werden dreifach gesichert. Zudem müssen die Zeiten dreifach mit Stoppuhren gestoppt werden, damit man daraus einen Mittelwert errechnen könnte, falls die digitale Zeitnahme je mal ausfiele. Doch zeigte sich auch bei diesen Wettkämpfen, dass der Zusammenhalt unter den Berchtesgadener Kletterern groß ist. »Unser Helferteam von über 60 Leuten bewältigte die beiden Wettkampftage mit intensiven Sicherungs- und Betreuungsaufgaben«, stellt Bernhard Kühnhauser stolz fest, der als Geschäftsführer der Berchtesgadener Alpenvereinssektion für den gesamten organisatorischen Rahmen dieser Wettkämpfe verantwortlich war.

Stefan Hallinger, Betriebsleiter des Kletterzentrums Bergsteigerhaus Ganz, dagegen sorgte für die ansprechenden Kletterrouten im Lead-Wettbewerb. Dabei wurde er von den Routenbauern Joseph Wetzel und Nils Schützenberger des Kletterfachverbands unterstützt. »Die Zusammenarbeit hat bestens funktioniert und viel Spaß gemacht. Unsere Routen forderten das technische Können der Athleten heraus und verlangten in den Überhängen auch den Einsatz der maximalen Kraftausdauer«, resümiert Stefan Hallinger.

Der Betriebsleiter der Kletterhalle nutzte die Gunst der Stunde auch für seine treuen Kletterhallen-Besucher: Am Sonntagabend und Montagmorgen schraubte er mit seinem Team gleich 35 neue Routen in der Halle, die nach fünf Tagen Sperrzeit jetzt wieder für das allgemeine Publikum zugänglich ist. ERK

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