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Spannende Interferenzen

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Unser Bild zeigt die Teilnehmer des Workshops zusammen mit dem Leiter des Chiemgauer Musikfrühlings, Razvan Popovici (stehend rechts) und den Dozenten (stehend von links) Alexander Sitkovetsky, Maximilian Hornung und Diana Ketler. (Foto: B. Heigl)

Was passiert, wenn junge, sehr begabte Musiker gemeinsam mit weltweit anerkannten Profis in einem fünftägigen Workshop ein Programm erarbeiten, und was für spannende Interferenzen, respektive Beeinflussungen, Überlagerungen und Wechselwirkungen dabei entstehen, davon konnten sich die Zuhörer eines Konzerts im Traunsteiner Kulturzentrum ein Bild machen.


Dieser erste deutsche Workshop in der von Ludwig Baumann initiierten Musikakademie fand in Bad Endorf unter dem Signum des Traunsteiner Musikfrühlings statt. Dabei vermittelten die Dozenten den jungen Musikern nicht nur musikalische Bildung, sondern brachten ihnen auch andere Künste, wie Literatur, bildende Kunst und Architektur nahe. Die beiden jüngsten der insgesamt 12 Teilnehmer waren gerade einmal 15 Jahre alt – sie erhalten in Rumänien an einem Musikgymnasium Unterricht. Auch junge Musiker aus Deutschland, Österreich und aus unserem schönen Chiemgau (Felix Nagl, Klavier, und Sabrina Schwarz, Viola) waren Teil dieses »Work-in-Progress-Programms«, wie Razvan Popovici, Bratschist, selbst im Chiemgau aufgewachsen, das so treffend beschrieb. Dabei als Dozenten waren auch die Pianistin Diana Ketler, der Violinist Alexander Sitkovetsky und der Cellist Maximilian Hornung, der mit seinem Spiel am gestrigen Mittwoch die diesjährigen Traunsteiner Sommerkonzerte eröffnet hat.

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Interferenzen, wohin man schaut! Auch als Zuhörer konnte man bewusst erleben, was damit gemeint ist. Saß man etwa ganz vorne, war der Übergang zu den Streichern sozusagen nahtlos. Bei dem Sextett in g-Dur von Johannes Brahms war man sitztechnisch eigentlich Teil des Kammermusiker-Ensembles. Das innige Geigenspiel von Alexander Sitkovetsky war wie Streicheleinheiten und man spürte, wie sehr einen der Klang, vor allem auf diese Nähe, auch körperlich beeinflusst. Auch der Musiker war sich der Situation bewusst, ja genoss diese, indem er sich dem Publikum immer wieder extra zuwandte.

Für alle Liebhaber der Kammermusik, sollte die nächste Veranstaltung der frisch ins Leben gerufenen Reihe ein Muss sein. Die Stipendiaten, ein jeder jetzt schon eine spannende Persönlichkeit, was auch schon im Spiel herauszuhören war, eroberten die Herzen der Zuhörer im Nu, mit ihrer Interpretation der anspruchsvollen, hochkarätigen, und hohen Anforderungen stellenden Kammermusik-Literatur von Wolfgang Amadeus Mozart über Ludwig van Beethoven bis hin zu Dmitri Schostakowitsch. Barbara Heigl