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Von 21 auf 26 Prozent

SPD legt seit Schulz-Kandidatur deutlich zu

Berlin (dpa) - Nach der Entscheidung für Martin Schulz als Kanzlerkandidat hat die SPD in einer Wähler-Umfrage deutlich zugelegt. Die Sozialdemokraten erreichen im aktuellen Insa-Meinungstrend mit 26 Prozent das beste Ergebnis seit zweieinhalb Jahren, wie die «Bild»-Zeitung am Dienstag berichtete.

Martin Schulz
Seit bekannt ist, dass Martin Schulz der Kanzlerkandidat der SPD ist, steigen die Umfragewerte. Foto: Bernd von Jutrczenka Foto: dpa

Das sind fünf Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Während die Union konstant bei 32,5 Prozent bleibt, verlieren nach den Angaben alle übrigen Parteien. Die Grünen geben einen Punkt auf 7,5 Prozent ab, die Linke kommt auf 10,5 Prozent (minus 0,5 Prozentpunkte). Damit würde es nicht für ein rot-rot-grünes Bündnis reichen. Am stärksten sind die Verluste für die AfD mit minus 1,5 Punkten auf 13 Prozent. Die FDP erreicht 6,5 Prozent (minus 1 Prozentpunkt).

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Am Montag hatte Schulz erste Schwerpunkte seiner Kanzlerkandidatur genannt. «Riesenvermögen» müssten höher belastet werden als kleine und mittlere, sagte er in Berlin. Zudem dürften Erträge aus Kapital künftig nicht mehr geringer besteuert werden als Arbeitseinkommen. So will die SPD die pauschale Abgeltungsteuer von 25 Prozent auf Kapitalerträge abschaffen.

Keine konkreten Angaben machte Schulz, wie er zu der von Linken und Teilen der Grünen geforderten Wiedereinführung der Vermögensteuer oder einer höheren Besteuerung von Firmenerben steht: «Die Reduzierung der Debatte nur auf diese Kampfbegriffe ist völlig falsch.»

Zum Abschluss einer Vorstandsklausur erklärte der frisch gekürte Kanzlerkandidat, die SPD werde erst Ende Mai bei einem Parteitag ihr Wahlprogramm festzurren. Der 61-Jährige zeigte sich erfreut über die Aufbruchstimmung in der Partei seit seiner Nominierung und steigende Umfragewerte. In den vergangenen Tagen traten fast 1800 Menschen neu in die SPD ein.

Der Bundestagswahlkampf sei aber ein Langstreckenlauf, meinte Schulz. Erneut sendete Schulz, der am 19. März zum Parteichef und Nachfolger von Sigmar Gabriel gewählt werden soll, keine Signale für künftige Koalitionen aus. Sein Mandat im Europäischen Parlament will Schulz diese Woche niederlegen.

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