Sport und Schule im Einklang: 50 Jahre Leistungssport

Bildtext einblenden
Oberstudiendirektor Stefan Gauer vom CJD (l.) und der ehemalige Spitzenfunktionär Helmut Weinbuch gelten als die Begründer der Eliteschule des Sports am Dürreck. (Foto: Christian Wechslinger)

Schönau am Königssee – Die CJD Christophorusschulen Berchtesgaden feiern am morgigen Freitag mit einem Festakt am Dürreck 50 Jahre Leistungssport. Ende der 60er-Jahre reifte beim Deutschen Skiverband (DSV) der Gedanke, das Verhältnis zwischen Sport und Schule zu reformieren. Helmut Weinbuch war seinerzeit ein aufstrebender Spitzenfunktionär des Deutschen Skiverbandes, der in Oberstudiendirektor Stefan Gauer den schulischen Partner für das Vorhaben eines Sportgymnasiums fand.


Förderer des Projekts war auch der Präsident der Stiftung Deutsche Sporthilfe Josef Neckermann. Nachdem die politischen Voraussetzungen umgesetzt waren, kamen 1971 die ersten neun Internatsschüler auf die höchstgelegene Schule Deutschlands auf 1160 Metern Höhe, die zunächst als »Ski-Gymnasium« Einzug in den Sprachgebrauch hielt. Ein Jahr später waren es bereits 30 Schülerinnen und Schüler.

Durch die zusätzliche Anstellung von drei Lehrkräften, die sich Bund, Land und Sporthilfe teilten, sicherte man den notwendigen Nachführunterricht ab. Hinzu kamen zwei Trainer, die für das Heimtraining am Stützpunkt verantwortlich zeichneten. Bereits 1974 kamen auch die Rennrodler hinzu. Weil das Modell erfolgreich war, schuf man auch einen Realschulzweig. Auf der Buchenhöhe eine Hauptschule dadurch gab es ebenso die Möglichkeit, den mittleren Bildungsabschluss abzulegen, der beim Übertritt in den Polizeidienst und zum Zoll Voraussetzung ist.

Nach der politischen Wende wurden die Systeme verbessert. Am Dürreck entstand in Verbindung mit dem Olympiastützpunkt die Eliteschule des Sports. Heute werden vom CJD Berchtesgaden mehr als 100 Kaderaktive gefördert. An die 20 Nachwuchskräfte aus Stützpunktmannschaften werden unter anderem vom Sport-Talent betreut. Ein Großteil der Medaillen bei Olympischen Winterspielen wird regelmäßig von ehemaligen CJD-Schülerinnen und -Schülern errungen.

Weit über 1 000 Sportlerinnen und Sportler haben in den letzten Jahrzehnten einen höheren Schulabschluss abgelegt. Die Vereinbarkeit von Hochleistungssport und schulische Leistungen in Einklang zu bringen, stand von Beginn als »Humanum«, dass die jungen Menschen nicht an der Doppelbelastung zerbrechen.

»Der eigentliche Kern dieses Versuches liegt weder im Schulischen noch im Hochleistungssport, sondern bei dem zu bildenden Individuum, das sich dieser Anforderung gewachsen zeigt und dafür gerüstet ist«, formulierte Oberstudiendirektor Stefan Gauer schon 1974.

Es solle nicht passieren, dass sich ein erfolgreicher Sportler nach dem Ende seiner Laufbahn mit einem minderen Beruf abfinden müsse, weil er vor lauter Training keine Zeit für seine Ausbildung und berufliche Zukunft hatte, erkannte Gauer. Und von jeher lautete das Credo beim Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland »Keiner darf verloren gehen«.

Christian Wechslinger