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Horror-Hot-Spot in Bayerisch Gmain? – Die besten Straßen-Kolumnen beim Berchtesgadener Anzeiger

Spukstraßen, Teil 1: Brenzlige Benzinkurven

Da fährt man lockerlässig von A nach B und ahnt nichts Böses. Doch es ist da. Das Böse ist immer und überall. Es lauert in der tiefschwarzen Dunkelheit des Asphalts.

Foto: pixabay (Symbolbild)

In der Twilight Zone der Dreißiger Zone genauso wie im Bad-Boy-Bitumen der Bundesstraßen. Das Glück liegt auf der Straße, sagt man. Mag sein. Doch darunter lauert der Straßensatan und verschlingt diejenigen, die das Glück überfahren. Da bringt es auch nichts, den toxischen Nazi-Teer aus den Kehlsteinwegen zu entfernen. Oder innerhalb kürzester Zeit halb Bischofswiesen zu entstraßen. Autofahren im Berchtesgadener Land ist und bleibt der Horror. Lernen Sie nun in der Serie „Spukstraßen“ die schrecklichsten Strecken kennen. Heute Teil 1: Brenzlige Benzinkurven.

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Ganz schön gemein in Bayerisch Gmain: Der Horror-Hot-Spot im Berchtesgadener Land ist Bayerisch Gmain. Mit einem ehemaligen Kurmittelhaus, einem ehemaligen Metzgerei-Gasthof und einer ehemaligen Tankstelle kann es in Sachen Belebtheit locker mit Marktschellenberg mithalten. Im österreichischen Nachbarort Großgmain gibt es mystische Kraftorte und Marienerscheinungen. Auf dem Friedhof liegen Prominente begraben. Zum Beispiel Schauspiellegende Josef Meinrad. In Bayerisch Gmain wohnt Michaela Kaniber. Wer? Was heißt da, wer?! Die Bayerische Landwirtschaftsministerin. Doch nicht nur die ist dort zuhause, sondern auch die Gruselkurve.

Fahren Sie von Piding nach Bayerisch Gmain. Biegen Sie nicht nach Großgmain zum Tanken ab, sondern folgen Sie dem Verlauf der Kurve. Und dann: Arrghhh! Der Motor ruckelt und zuckelt, rotzelt und stottert. Ein paar Meter lang, dann ist wieder alles normal. Je niedriger die Einfahrdrehzahl ist, desto intensiver spürt man den Effekt. Ganz schlimm ist es bei älteren Fahrzeugen, die noch nicht über eine elektronische Motorsteuerung verfügen. Physikalisch ist das Phänomen der Bayerisch Gmainer Benzinkurve nicht zu erklären. Partywissen für Bergfexe: Unterhalb von Kühroint (zwischen Watzmann und Grünstein) gibt es die berühmte Benzinkurve. Die heißt deshalb so, weil sie so steil ist, dass das Benzin in den Tank zurückgelaufen ist. Doch selbst dort hat man heute dank Direkteinspritzung keine Probleme mehr.

Lesen Sie in der nächsten Folge: Linksruck in Berchtesgaden und Rechtsfreiheit am Reckensberg.

Christian Fischer

 

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