Staat gleicht Pandemie-Belastung finanziell aus: Haushaltsjahr besser als erwartet

EU-Haushalt
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Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Schönau am Königssee – Besser als befürchtet kam die Gemeinde Schönau am Königssee durch das Pandemiejahr 2020. Das war den Worten von Kämmerer Christian Hinterbrandner zu entnehmen, als er am Dienstag dem Gemeinderat die Jahresrechnung 2020 präsentierte. Mit ausschlaggebend für das relativ gute Abschneiden waren die staatlichen Zuschüsse.


Nach den Worten des Kämmerers betrug die Summe der bereinigten Solleinnahmen und Sollausgaben im Verwaltungshaushalt 18,03 Millionen Euro, in denen auch die Zuführung an den Vermögenshaushalt in Höhe von 3,78 Millionen Euro enthalten ist. Im Vermögenshaushalt liegt die Summe der bereinigten Solleinnahmen und Sollausgaben bei 7,03 Millionen Euro inklusive des Überschusses in Höhe von 3,31 Millionen Euro. Das Geld fließt in die Rücklage und kann bei Bedarf für spätere Investitionen verwendet werden.

Der Verwaltungshaushalt lag um rund 404.000 Euro unter dem Ansatz, was Kämmerer Hinterbrandner in erster Linie auf die Auswirkungen der Pandemie zurückführt. So flossen weniger Einnahmen aus Steuern, Beiträgen sowie Parkplatz- und Badegebühren in den gemeindlichen Haushalt. Allerdings kam der gemeindlichen Kasse der staatliche Ausgleich von 670.000 Euro für den Ausfall bei der Gewerbesteuer und von 126 000 Euro für die Mindereinnahmen bei den Gebühren für die Kindertagesstätte zugute.

Der Vermögenshaushalt blieb sogar rund 1,4 Millionen Euro unter dem Ansatz. Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt erhöhte sich dagegen um 637 000 Euro. Viele Investitionen konnten nach den Worten von Kämmerer Christian Hinterbrandner im Jahr 2020 wegen der Pandemie nicht durchgeführt werden, weshalb rund 3,3 Millionen Euro, 3,2 Millionen Euro mehr als geplant, der Rücklage zugeführt wurden. Ein Großteil davon wurde allerdings im laufenden Jahr durch die nachgeholten Baumaßnahmen aufgebraucht.

Erfreulich entwickelte sich trotz der Pandemie auch der gemeindliche Schuldenstand. Der ging von rund 3,8 auf circa 3,3 Millionen Euro zum Ende des Jahres 2020 zurück. »Das ist in Anbetracht der schwierigen Situation sehr erfreulich«, betonte Hinterbrandner.

»Die vorsichtigen Ansätze vonseiten des Kämmerers haben sich bewährt«, urteilte Martin Hofreiter (Freie Wähler), der das Ergebnis der Jahresrechnung positiv bewertete. Allerdings mahnte er auch weiterhin zur Vorsicht. Mahnende Worte gab es in Richtung »große Politik«, die schon bei der Schneekatastrophe hohe finanzielle Unterstützung versprochen, aber nur einen kleinen Teil davon ausbezahlt habe. Nun hoffe er, dass zumindest nach der Unwetterkatastrophe die versprochenen Gelder fließen werden. So sah es auch Bürgermeister Hannes Rasp.

»Wegen Corona sind wir von schlechteren Zahlen ausgegangen«, konstatierte auch Thomas Janzen, Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Der Ausschuss verschob die Prüfung der Jahresrechnung wegen der steigenden Inzidenzzahlen in den Frühling. Der Gemeinderat nahm die Jahresrechnung 2020 geschlossen zur Kenntnis.

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