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Staatliches Bauamt Traunstein investiert rund zwei Millionen Euro - Bauzeit: ein Jahr

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Schon bald wird der Straßenabschnitt in Richtung Berchtesgaden umgebaut.
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Ein Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 50 Metern soll auf der B 305 entstehen. Fotos: Anzeiger/Wechslinger
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Bauoberrat Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt Traunstein erwartet eine geregelte Baustellenabwicklung. Foto: Anzeiger/Pfeiffer

Berchtesgaden/Bischofswiesen - Hiesige Verkehrsteilnehmer müssen sich ab Juli auf Straßenarbeiten und Umleitungen einstellen. Der Streckenabschnitt der Bundesstraße B 305 zwischen Ramsau, Bischofswiesen und Berchtesgaden soll ausgebaut werden - inklusive eines neuen Kreisverkehrs mit einem Durchmesser von 50 Metern. Geschehen soll dies alles ab der Einmündung Umgehungsstraße B 20 in die B 305 am »Stangenwald« bis zum Kreisverkehr am Bahnhof Berchtesgaden. »Hier herrscht eine mangelhafte Verkehrssicherheit«, sagt Bauoberrat Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt Traunstein. Sowohl beim Gmundberg als auch bei der Einmündung der B 20 in die B 305 sind die Unfallhäufungen in den letzten Jahren auf konstant hohem Niveau geblieben. 49 Unfälle gab es im Zeitraum zwischen 2009 und 2011.


Baulich soll viel verändert werden: Der nicht ausgebaute Zustand der Bundesstraße, der nicht mehr erforderliche zusätzliche Fahrstreifen zwischen dem Gmundberg und dem Kreisverkehr am Bahnhof sowie der fehlende Geh- und Radweg auf dem gesamten Streckenabschnitt.

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Bereits im Dezember 2011 wurden in nicht öffentlichen Sitzungen den Gemeinderäten von Berchtesgaden und Bischofswiesen erste Planungen vorgestellt. Die grundsätzlichen Vorstellungen waren zu diesem Zeitpunkt bereits ersichtlich: Die Einmündung der B 20 in die B 305 soll in einen Kreisverkehr umgebaut werden. Die Bundesstraße vom zukünftigen Kreisverkehr, der zwar noch immer groß, aber deutlich kleiner als jener am Bahnhof ist, bis zur Einmündung am Gmundberg wird in der Linienführung verbessert und von der Ramsauer Ache weg, um ein paar Meter, in Richtung Hangböschung verlegt.

Dabei wird der Platz an Stelle der alten Bundesstraße für einen begleitenden Geh- und Radweg genutzt. Die Einmündung der Staatsstraße 2097 in die B 305 muss ebenfalls aus Verkehrssicherheitsgründen umgestaltet werden. Der Umbau stellt sich hier jedoch wegen der topografischen Verhältnisse - zwei Brückenbauwerke, technisch gesicherter Bahnübergang, zusätzliche Einmündungen sowie die Ramsauer Ache - etwas komplizierter dar und muss zunächst mit der Unfallkommission intensiv erörtert werden. Eine abschließende Lösung liegt noch nicht vor.

Die Bundesstraße zwischen der Gmundberg-Einmündung und dem Bahnhofskreisverkehr soll so umgebaut werden, dass einer der drei Fahrstreifen zugunsten eines Grünstreifens zwischen dem neuen Geh- und Radweg entlang der Ramsauer Ache zurückgebaut wird. Es ist vorgesehen, das Projekt in drei Abschnitten zu realisieren, wobei zuerst der Kreisverkehr am Stangenwald sowie der Ausbau der Bundesstraße mit dem Geh- und Radweg bis hin zum Gmundberg realisiert werden soll, so Bauoberrat Martin Bambach. Als zweiter Projektabschnitt wäre der Umbau der Bundesstraße zwischen der Einmündung am Gmundberg und dem Bahnhofskreisverkehr vorgesehen. Der letzte Projektabschnitt: der Umbau der Einmündung am Gmundberg, wobei es hier noch keine gesicherten Informationen gibt, wie dieses Vorhaben in die Realität umgesetzt werden wird.

Der weitere Ausbau der Bundesstraße Richtung Ramsau, vor allem mit dem erforderlichen Geh- und Radweg, ist ebenfalls vorgesehen. Details hierzu gibt es bislang aber noch keine. Neben den zahlreichen Unfällen der vergangenen drei Jahre zählten die Experten auch in der weiter zurückliegenden Vergangenheit - von 1997 bis 2008 - viele Fahrzeug- und Personenschäden. »Dieser Abschnitt war mehrfach mit Unfallhäufungen auf der gesamten Wegstrecke auffällig«, sagt Martin Bambach.

Bei der eher durchschnittlichen Verkehrsbelastung einer Bundesstraße von etwa 8 800 Fahrzeugen pro Tag müsse man jedoch die außerordentliche Verkehrszunahme zu den Hauptreisezeiten im Sommer berücksichtigen. Außerdem sei, so Bambach, der Einmündungsbereich der B 20 in die B 305 sehr großzügig angelegt und erlaube in der Fahrweise hohe Geschwindigkeiten. Die Bundesstraße sei darüber hinaus im weiteren Verlauf Richtung Berchtesgaden wie im gesamten Bereich der Alpenstraße nicht nach dem heutigen Stand der Technik ausgebaut. Vor allem die Defizite bezüglich der Linienführung und die Abwechslung von Geraden mit sehr engen Kurven infolge der Anpassung an die Topografie führt zu vielen Fahrunfällen aufgrund überhöhter Geschwindigkeit.

Ein für die Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee weiterer bedeutsamer Aspekt ist der fehlende Geh- und Radweg entlang der Bundesstraße. In den vergangenen Jahren konnte mit den zweckgebundenen Haushaltsmitteln des Bundes auf mehreren Streckenabschnitten im Landkreis Berchtesgadener Land mit dem nachträglichen Anbau von Geh- und Radwegen die Verkehrssicherheit dieser Verkehrsteilnehmer verbessert werden, meint Bambach. Etwa beim Panorama Park in Bischofswiesen mit einer Querungshilfe, in der Strub in Höhe der Gebirgsjägerkaserne ebenfalls mit einer Querungshilfe, im Abschnitt Eisenrichter/Winkl mit einer Unterführung und ebenso von Berchtesgaden in Richtung Königssee.

In einer ersten Vorbesprechung mit Vertretern der Verkehrsbehörde, der Polizei, den Gemeinden Berchtesgaden und Bischofswiesen sowie der RVO wurde kürzlich der mögliche Bauablauf besprochen. Dabei wurden Rahmenbedingungen wie Bauzeit, Verkehrsbeschränkungen sowie mögliche Umleitungen erörtert. Grundsätzlich müsse berücksichtigt werden, so Martin Bambach, dass bei dem Umfang der Bauarbeiten dieses ersten Projektabschnitts ein Baufenster vor oder nach der Hauptreisezeit zwischen Anfang Juli bis Mitte September allein nicht ausreichend sein kann. Deshalb müssen die örtlichen Rahmenbedingungen bezüglich des Tourismus so weit wie möglich im Bauablauf berücksichtigt werden.

Der Baubeginn ist für Ende Juli vorgesehen, der Abschluss der Bauarbeiten für Juni kommenden Jahres angesetzt. Dabei soll in der ersten Bauphase ohne Verkehrsbeschränkungen eine Verkehrsführung für den neuen Kreisverkehr hergestellt werden, damit dieser nahezu komplett ohne Beeinträchtigung außerhalb der jetzigen Bundesstraßen gebaut werden kann. Diese Phase wird voraussichtlich bis nach der Hauptreisezeit bis spätestens Ende September andauern.

Den Abschluss der Bauphase bildet eine voraussichtlich zwei Wochen dauernde Vollsperrung der Bundesstraße B 20 in Richtung Bischofswiesen, in der der Kreisverkehr abschließend an die bestehenden Bundesstraßen angebunden und inklusive Asphaltierungsarbeiten fertiggestellt wird. Die Verbindung Ramsau-Berchtesgaden wird in diesen zwei Wochen zu jeder Zeit aufrechterhalten, der Verkehr von Berchtesgaden Richtung Bischofswiesen wird über den Gmundberg und die Gebirgsjägerstraße umgeleitet.

In der daran anschließenden Bauphase wird der Abschnitt der Bundesstraße bis zum Gmundberg umgebaut. Dabei wird der Bundesstraßenverkehr nur noch einbahnig Richtung Berchtesgaden zugelassen, der Verkehr von Berchtesgaden Richtung Bischofswiesen und auch Richtung Ramsau wird über den Gmundberg und die Gebirgsjägerstraße umgeleitet. Diese Bauphase soll bis zum Einbau der Tragschicht auf der Bundesstraße bestehen, der Verkehr soll dann über den Winter uneingeschränkt erfolgen können. Die abschließenden Asphaltierungsarbeiten werden im darauffolgenden Jahr nach Ostern über etwa eine Woche unter Vollsperrung durchgeführt werden. Kilian Pfeiffer

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