Fußballvereine in Bayern wollen Saison-Fortsetzung nach Corona-Pause am 1. September 2020
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Foto: Jan Woitas/dpa

Stadt greift coronageplagten Vereinen unter die Arme

Traunstein – Die Stadt greift Vereinen, die durch die Corona-Pandemie finanzielle Einbußen erlitten haben, unter die Arme: Sie schafft einen Hilfsfonds mit 40.000 Euro und gewährt ihnen auf Antrag Zuschüsse in Höhe von jeweils bis zu 2000 Euro. Einstimmig hat der Ausschuss für Kultur und Sport des Stadtrats beschlossen, den Fonds aufzulegen. 


Die Pandemie habe in den vergangenen zwei Jahren, wie Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) feststellte, deutliche Spuren hinterlassen. Weil viele Vereine Veranstaltungen, bedingt durch die Auflagen zur Eindämmung von Corona, ausfallen lassen mussten, hätten sie Einnahmeverluste hinnehmen müssen. Um ihnen zu helfen, habe die Stadt ein Förderprogramm gestrickt, so der Oberbürgermeister, das »unbürokratisch und gerecht« ist.

Anträge auf Unterstützung können alle Vereine mit Sitz in Traunstein stellen. Voraussetzung für die Gewährung einer finanziellen Leistung ist unter anderem der Nachweis eines wirtschaftlichen Nachteils aufgrund coronabedingt weggefallener Einnahmen im Zeitraum vom 15. März 2020 bis zum 14. März 2022. Die finanziellen Einbußen sind anhand von Belegen zu begründen, die die Gewinne aus entsprechenden Veranstaltungen in den Jahren 2018 und 2019 beschreiben. Zu erläutern ist auch, dass alle möglichen, staatlichen Förder- und Hilfsprogramme in Anspruch genommen worden sind. Gegebenenfalls ist der Ablehnungsbescheid vorzulegen. Ebenso sind die Kassenbücher für die Jahre 2018 bis 2021 vorzulegen.

Fußballvereine erhalten Zuschüsse fürs Mähen

Die Stadt zahlt einen freiwilligen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent der nachgewiesenen, weggefallenen Gewinne aus Veranstaltungen, höchstens jedoch 2000 Euro pro Verein. Anträge sind bis spätestens 31. August bei der Stadt unter Verwendung des Formulars einzureichen.

Die drei städtischen Fußballvereine – der SB Chiemgau (SBC) Traunstein, die DJK Kammer und die DJK Traunstein – erhalten zum Mähen und zur Pflege ihrer Spiel- und Trainingsflächen pro Platz einen pauschalen Zuschuss in Höhe von 4000 Euro im Jahr. Auch diesen Beschluss hat der Ausschuss einstimmig gefasst.

Was das Mähen und die Pflege der Sportplätze betrifft, hatten in der Vergangenheit unterschiedliche Handhabungen bestanden. Sie waren aus Sicht der Stadt wie auch der Vereine – wie die Verwaltung im Rathaus erläuterte – nicht zufriedenstellend. Einzelne Sportanlagen mähte die Stadtgärtnerei teilweise gegen Kostenerstattung, andere pflegten die Vereine mit von der Stadt bezuschussten Geräten.

Um eine praktikable und gerechte Regelung zu erarbeiten, trafen sich vor einiger Zeit Vertreter der Stadt und der Fußballvereine. Ziel der Verwaltung im Rathaus war eine ausgewogene Förderung des Breitensports. Die Vertreter der Stadt schlugen vor, pro Platz einen jährlichen Zuschuss von pauschal 4000 Euro zu gewähren – und zwar unabhängig von der Qualität des Platzes. Dieser Zuschuss sei für das Mähen einzusetzen, die Organisation obliege den Vereinen. Die Stadt leiste dann aber keine Zuschüsse mehr für die Beschaffung von Mähgeräten. Außerdem hätten die Vereine dann keinen Anspruch mehr auf kostenlose beziehungsweise kostenermäßigte Dienstleistungen der Stadtgärtnerei.

Über insgesamt 13 Spiel- und Trainingsplätze verfügen die drei Fußballvereine: über neun der SBC sowie über jeweils zwei die DJK Kammer und die DJK Traunstein.

Christian Hümmer führte aus, er sei froh, dass damit die unterschiedlichen Hand-habungen von Verein zu Verein ein Ende gefunden hätten und nun eine Regelung bestehe, die »transparent und nachvollziehbar« sei. Mit dem jährlichen Zuschuss in Höhe von 4000 Euro könne nun jeder Verein wirtschaften. Breit war die Zustimmung im Ausschuss.