weather-image
10°

Stadt saniert Dach von Blitzkapelle auf Wartberghöhe

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Das Dach der Blitzkapelle auf der Wartberghöhe ist nicht mehr dicht: Die Stadt plant eine Sanierung. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Stadt saniert das Dach der sogenannten Blitzkapelle auf der Wartberghöhe. Auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts hat Eva Schneider von der Verwaltung im Rathaus mitgeteilt, dass die Arbeiten voraussichtlich Ende Juli beginnen. Die geschätzten Gesamtkosten betragen ihren Angaben zufolge 46 000 Euro.


Die Wurzeln des architektonischen Kleinods an der Haslacher Straße reichen weit in die Vergangenheit zurück. Als Vorläufer der Kapelle ist 1468 ein Kreuz urkundlich erwähnt. Und rund ein halbes Jahrhundert später ist dann das Bauwerk selbst »aktenkundig« geworden. Aus dem Jahre 1502 datiert die erste urkundliche Erwähnung einer Kapelle.

Anzeige

Leichgang über den Wartberg

Ihre heutige Gestalt erhielt sie, so die Erkenntnisse der Heimatforscher, im 17. oder 18. Jahrhundert. Genau lässt sich die Entstehung des Baus, wie er nun auf der Wartberghöhe steht, nicht bestimmen. Ihren heutigen Namen erhielt die Kapelle nach einem Unglück: Am 3. Juli 1853 wurden drei Männer, die in ihr Schutz gesucht hatten, vom Blitz erschlagen.

Die Kapelle steht an einem alten Weg von Traunstein nach Haslach. Ehe die Stadt 1639 einen eigenen Friedhof erhielt, hatte sie ihre Toten zum Gottesacker gebracht, der vor ihren Toren lag. Auf dem Leichgang machte man auf dem Wartberg eine Pause – und den Sarg stellte man dann auf dem Sockel in der Kapelle ab. Verbunden war der Halt mit einer Andacht.

Noch heute bildet der Mauersockel den Mittelpunkt im Innenraum des Bauwerks. Die Kapelle ist in Richtung Traunstein wie nach Haslach offen. Jeweils ein Rundbogen gewährt Durchlass.

Die unter Denkmalschutz stehende Kapelle gehört der Stadt Traunstein. Nach einer Restaurierung, die den Förderverein Alt-Traunstein 1984 insgesamt 60 000 D-Mark gekostet hatte, ist jetzt erneut Hilfe für das Bauwerk erforderlich: Das Dach ist nicht mehr dicht, Wasser dringt ein.

Die Stadt geht nun an eine Sanierung. Ende des nächsten Monats will sie mit den Arbeiten beginnen. Die Genehmigung, an das geschützte Bauwerk heranzugehen, liegt in der Schublade. »Die denkmalrechtliche Erlaubnis zur bestandsgleichen Sanierung liegt der Stadt seit 2019 vor«, sagt Schneider.

Mit nennenswerten Behinderungen im Verkehr oder auch Lärmbelästigungen ist ihren Angaben zufolge nicht zu rechnen. »Nutzungen in der Nachbarschaft sowie Straßen-Verkehrswege werden nicht beziehungsweise kaum betroffen sein«, teilte sie mit. »Eventuell muss der Fußweg während der Sanierung gesperrt werden.«

Städtische Zimmerei geht ans Werk

Die städtische Zimmerei übernimmt den wesentlichen Teil der Arbeiten. Die Gesamtkosten belaufen sich geschätzt auf 46 000 Euro. Nicht alles muss die Stadt aus ihrer Kasse nehmen. Der Förderverein Alt-Traunstein hat einen Zuschuss in Höhe von 10 000 Euro in Aussicht gestellt. pü