Stadt verwandelt den Turn- in einen Mehrzweckraum

Bildtext einblenden
Auch im Untergeschoß des Schulhauses plant die Stadt Veränderungen: Einen großen Werkraum will sie schaffen.

Traunstein – Die Stadt feilt an ihren Plänen für die Sanierung der Grundschule in Kammer: In Ergänzung der bislang vorgesehenen Maßnahmen beabsichtigt sie nun auch, den bisherigen Turnraum im Dachgeschoß in einen Mehrzweckraum umzubauen. Die Essensausgabe einschließlich einer Küche wird dann aus dem Keller ins Dachgeschoß verlagert. Und im Untergeschoß entsteht dann ein großer Werkraum. Einstimmig hat der Stadtrat diese Ergänzungen der Vorentwurfsplanung abgesegnet.


Das Gremium hat auch noch eine andere Weiche gestellt: Während die Stadt die Grundschule saniert, werden alle vier Klassen in der Ludwig-Thoma-Grundschule in Traunstein unterrichtet. Die Schüler aus Kammer werden mit Bussen nach Traunstein befördert. Die Hortbetreuung der Schüler läuft nach Schulschluss weiterhin in Kammer. Um alle vier Klassen in der Ludwig-Thoma-Grundschule unterbringen zu können, verwandelt die Stadt die Schulküche im Untergeschoß in einen Unterrichtsraum. Für die zusätzliche Schülerbeförderung während der Bauzeit werden Kosten in Höhe von rund 40 000 Euro anfallen.

Anzeige

Vom Tisch ist damit eine Container-Lösung in Kammer. Auch sie war bislang zur Debatte gestanden. Eine Anlage für vier Klassenzimmer mit dazugehörigen Garderoberäumen, einem Lehrerzimmer, Sanitärräumen für Mädchen und Buben sowie zwei Förderräumen hätte 300 000 Euro oder 400 000 Euro gekostet, wenn die Stadt die Container gemietet beziehungsweise gekauft hätte.

Der Stadtrat hatte im September beschlossen, die Planungen bezüglich des Umbaus der Grundschule Kammer unverzüglich fortzusetzen. Die Architektin und die Fachplaner erarbeiteten in Abstimmung mit Nutzern, Verwaltung und Bauamt die Entwurfsplanung und die Kostenberechnung.

Die Maßnahme umfasst die Neugestaltung der Sanitärräume, der Flure und Klassenzimmer, die Erneuerung der Heizungs- und Sanitäranlage und der Starkstromanlagen sowie die Installation der Fernmelde- und Informationstechnik. Der Einbau von dezentralen Lüftungsgeräten in den Klassenzimmern und im Mehrzweckraum im Dachgeschoß ist ebenfalls vorgesehen. Die Barrierefreiheit des Schulhauses in allen Geschoßen wird mit dem Anbau eines Stahlbeton-Außenaufzugs und einer überdachten behindertengerechten Rampe am Eingang erzielt.

Mit den Bauarbeiten will die Stadt zum Start der Pfingstferien beginnen. Die Bauzeit ist bis Januar veranschlagt. Die Kosten für die gesamten Umbauarbeiten belaufen sich – einschließlich der jetzt vom Stadtrat beschlossenen Ergänzungen der Planung – auf rund zwei Millionen Euro.

Von Ursula Lay (UW) auf Container angesprochen, sagte Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU), dass er diese Lösung nicht bevorzuge. Insbesondere sei er dagegen, Kinder, die eingeschult werden, in Containern zu empfangen. Auch Thomas Stadler (Bündnis 90/Die Grünen) und Hans Zillner (CSU) sprachen sich gegen die Containerlösung und für die Beförderung der Schüler nach Traunstein aus. Den Unterricht während der Sanierung in die Ludwig-Thoma-Grundschule nach Traunstein zu verlagern sei die bessere wie auch die günstigere Lösung.

Peter Forster (SPD) sagte, dass sich Verzögerungen ergeben hätten. Bereits im Juli 2019 habe der Stadtrat den Beschluss gefasst, das Schulhaus in Kammer zu sanieren. Dann sei aber noch einmal auch ein Neubau in Erwägung gezogen worden. Die Vorfreude auf ein Schulgebäude, das im 21. Jahrhundert ankommt, sollte jedoch den Wermutstropfen der Verzögerung süß machen.

Auch Ulrike Hoernes (Traunsteiner Liste) sprach sich für eine Verlegung des Unterrichts in die Ludwig-Thoma-Schule aus. Die Bauzeit sei »überschaubar«. Abzüglich der Ferien müssten nur rund ein halbes Jahr lang Fahrten von Kammer nach Traunstein unternommen werden.

Auch Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) stimmte für die Fahrten. »Container sind nicht so schön wie ein Klassenzimmer.« Georg Osenstätter (Initiative Traunstein) teilte diese Meinung. Konrad Baur (CSU) meinte zur »vermeintlichen Verzögerung«, aus seiner Sicht sei nichts dagegen einzuwenden gewesen, dass auf Wunsch der Schulleitung noch einmal ein Nachdenken stattgefunden hat.

Nils Bödeker (SPD/Die Linke) sagte, dass die Ludwig-Thoma-Schule noch einmal rund 90 Schüler bekomme. Doch aus der Schule sei zu hören, dass eine Aufnahme der Schüler aus Kammer machbar sei. Denis Holl (ebenfalls SPD/Die Linke) meinte, hervorragend sei, wie Stadtverwaltung und Schulleitung über Verbesserungen sprechen.