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Die Stadt Traunstein hofft, für einzelne Projekte auch in den nächsten Jahren Förderungen von der EU zu bekommen. Foto: dpa

Stadt will im Leader-Fördertopf der EU bleiben

Traunstein – Die Stadt will auch in den nächsten Jahren versuchen, für einzelne Projekte Förderungen von der Europäischen Union (EU) zu bekommen. So möchte sie weiter am EU-Programm Leader teilnehmen. Weil sich die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Chiemgauer Alpen auflöst, beabsichtigt sie, einer anderen LAG beizutreten: Einstimmig hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Aufnahme von Traunstein in die LAG Traun-Alz-Salzach zu beantragen. 


Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) sagte, dass sich die Lokale Aktionsgruppe Chiemgauer Alpen auflöse. Einige Gemeinden hätten erklärt, dass sie aussteigen. Traunstein sei aber weiter an dem Programm interessiert. »Wir als Stadt wollen gerne im Leader-Topf drin bleiben.« Viele Projekte habe die EU mit Beträgen insgesamt in Millionenhöhe bezuschusst.

Vor einer Beschlussfassung das Stadtrats hatten Tittmonings Bürgermeister Andreas Bratzdrum (CSU) und Elke Ott, der Vorsitzende und die Managerin, die Lokale Aktionsgruppe Traun-Alz-Salzach vorgestellt. Bratzdrum führte unter anderem aus, dass die LAG über 24 Mitglieder in den Landkreisen Traunstein und Altötting verfüge. Insgesamt seien damit Kommunen mit zusammen rund 130 000 Einwohnern vereint. Wenn Traunstein und Surberg hinzukämen, dann würde die Zahl auf etwa 150.000 steigen. Nicht nur Städte und Gemeinden sitzen in einem Boot, auch Vereine und Privatleute seien Mitglied der LAG, so Bratzdrum weiter. »Wir sind eine sehr aktive Aktionsgruppe«, versichert ihr Vorsitzender. Der Tenor in der LAG Traun-Alz-Salzach laute, dass sie bereit sei, Traunstein aufzunehmen. Doch über den Beitrittsantrag müsse die Mitgliederversammlung entscheiden. Bratzdrum berichtete unter anderem auch, dass die LAG sehr stark mit anderen Initiativen vernetzt sei.

Ott gab einen Einblick in die Arbeit der Lokalen Aktionsgruppe. So erläuterte sie, dass die von der Steuerungsgruppe positiv bewerteten Projekte von der Erstellung eines Tourismuskonzepts für die Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkl über die Neugestaltung und Umgestaltung des Baiuwarenmuseums in Waging bis zum Schaubienenstand in Kirchanschöring reichen.

Wenn die LAG beschließt, Traunstein aufzunehmen, muss die Stadt einen Beitrag zur Finanzierung der in der Aktionsgruppe anfallenden Kosten leisten. Doch wie hoch er sein wird, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht genau sagen. Denn die Kosten für das LAG-Management 2023 bis 2027 können bislang nur geschätzt werden. Da sich der Jahresbeitrag auf viele Mitgliedsgemeinden verteilt, werde der Anteil, den die Stadt Traunstein übernehmen muss, nach derzeitigem Stand möglicherweise unter den bisherigen Kosten von rund 10.000 Euro jährlich liegen. Für die Beteiligung an der Vorbereitungsphase und der Erstellung der Lokalen Entwicklungsstrategie (LES) kämen – im Falle der Aufnahme von Traunstein in die LAG – außerdem einmalige Kosten in Höhe von 1000 Euro auf die Stadt hinzu.