Stadt will Radfahrern mehr Sicherheit geben

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Die Radwege in Traunstein hat die Stadt ins Visier genommen. Zusammen mit einem Fachbüro erstellt sie nun ein Konzept mit Verbesserungsvorschlägen. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Stadt hat sich auf den Weg gemacht: Hand in Hand mit dem Institut für innovative Städte in Röthenbach an der Pegnitz erstellt sie nun ein Radverkehrskonzept. »Wir sind mit dem Planungsbüro gemeinsam gestartet«, berichtete Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) im Ausschuss für Mobilität, Umwelt und Nachhaltigkeit des Stadtrats. Als Ziel aller Bemühungen gab er aus, mehr Sicherheit für die Fahrradfahrer in Traunstein zu schaffen.


Der Rathauschef erläuterte, dass die Stadt schon zahlreiche Maßnahmen ergriffen habe – und dass sie das Radwegenetz auch weiter laufend verbessern werde. So gehe sie immer wieder daran, Hinweise von Bürgern umzusetzen. Neben diesem praktischen sei ein konzeptionelles Herangehen erforderlich: Zu überlegen sei, wie man die Radwege – insbesondere jene, die vom Rand in die Stadtmitte führen – noch besser darstellen kann. Das Radverkehrskonzept sei gedacht als »Masterplan«, den die Stadt in den nächsten Jahren umsetzt. Auch sagte der Oberbürgermeister, dass Bund und Länder über Förderprogramme »viel Geld ausschütten«. In fast allen Fällen sei eine Unterstützung jedoch an eine Bedingung geknüpft: Wer einen Zuschuss bekommen will, müsse ein Radverkehrskonzept vorweisen.

Die Stadt hatte das Institut für innovative Städte im April beauftragt, ein Radverkehrskonzept für Traunstein zu erstellen. Einen Monat später begannen die Arbeiten, die voraussichtlich ein Jahr in Anspruch nehmen. So geht die Verwaltung im Rathaus davon aus, dass das Werk im Mai 2022 vollbracht ist.

Im Brennpunkt der Arbeiten stehe – wie Richard Hagenau, der Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen in der Stadtverwaltung, in der Ausschusssitzung erläuterte – die Zielsetzung, ein durchgängiges Radwegenetz zu schaffen. Nach einem Auftaktgespräch und einer Befahrung der Stadt habe sich dieser Tage die Steuerungsgruppe mit Vertretern des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, der Politik, der Schulen et cetera zum ersten Mal getroffen. Insgesamt drei Sitzungen seien geplant.

Hagenau berichtete, dass die Stadt Sofortmaßnahmen ergreife, die von einer Roteinfärbung auf den Straßen – der Markierung von Streifen für Fahrradfahrer – über Absenkungen von Bordsteinen bis zum Aufstellen neuer Schilder reichen. »Wir kommen alle 14 Tage zusammen und setzen die Maßnahmen Schritt für Schritt um«, sagte Hagenau.

Nils Bödeker (SPD/Die Linke) meinte, dass die Arbeiten »sehr gut laufen«. Die beauftragte Beratungsfirma leiste hervorragende Dienste. Bödeker war sich sicher, wie er betonte, dass das Konzept nicht in der Schublade landen wird. Letztlich entscheidend sei, »dass wir uns trauen, Veränderungen zu ergreifen«.

An ein »grundsätzliches Problem« im Bemühen um mehr Sicherheit für die Radfahrer erinnerte Hans Zillner (CSU): »So lange alle aggressiv am Verkehr teilnehmen, wird das beste Radverkehrskonzept nichts helfen.« Wünschenswert sei, dass man sich »etwas gelassener« verhält. »Mit dem Radverkehrskonzept allein werden wir nicht glücklich.« Der Oberbürgermeister stieß in dasselbe Horn und appellierte an die Verkehrsteilnehmer, gegenseitig aufeinander Rücksicht zu nehmen.

»Vieles ist noch Stückwerk«, meinte Wilfried Schott (Bündnis 90/Die Grünen) mit Blick auf das Radwegenetz in Traunstein. Wichtig sei, das Konzept nicht nur aufzustellen, sondern die Maßnahmen, die mit ihm einhergehen, dann auch umzusetzen. Er sei »erstaunt«, dass die Verwaltung im Rathaus den Lastenfahrrädern so viel Aufmerksamkeit schenke. Hümmer entgegnete ihm, dass das Radverkehrskonzept »kein Lastenfahrräderkonzept« sei, Lastenfahrräder seien nur einer von vielen Mosaiksteinen.

Andrea Maier (CSU) sagte, dass Unfälle vor allem auch in der Innenstadt passieren. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund müsse sich die Stadt zum Ziel setzen, dass Alt und Jung künftig sicher von A nach B kommen. Die Erstellung des Radverkehrskonzepts sei der richtige Weg. Maier: »Wir können viel erreichen.«

»Wir müssen uns auch Gedanken darüber machen, dass sich viele Radfahrer nicht an die Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung halten«, meinte dritter Bürgermeister Sepp Kaiser (UW). Insbesondere sei da-rüber nachzudenken, Verstöße zu ahnden. Der Oberbürgermeister sagte, dass er dieses Thema im nächsten Sicherheitsgespräch mit Vertretern der Polizei ansprechen werde.

Auch Simon Steiner (Traunsteiner Liste) hielt Verbesserungen im Radwegenetz für dringend erforderlich. Nötig sei zweifellos die Erstellung eines Konzepts, von ebenso großer Bedeutung sei jedoch, dass Bürger sich melden und auf Schwachstellen hinweisen – und dass die Stadt sie dann behebt. Weiter meinte Steiner, er müsse feststellen, dass nach wie vor sehr viele Bürger mit dem Auto fahren – und er hoffte, dass die Leute die Radwege künftig besser annehmen.