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Stallneubau konkurriert mit Wohnhausneubau

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Teisendorf Wohnraum
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Foto: Symbolbild, pixabay

Siegsdorf – Ausführlich beschäftigte sich der Gemeinderat mit einer Bauvoranfrage zur Errichtung eines Offenlaufstalls in Wald am Riedl. Bereits im vergangenen Dezember hatte man sich mit dem Thema auseinandergesetzt, aufgrund von Nachbareinwendungen das Thema dann aber zurückgestellt, um sich die Meinung des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) einzuholen und dem Bauausschuss eine Ortsbesichtigung zu ermöglichen.


Beantragt wurde innerhalb des Geltungsbereichs der Entwicklungssatzung »Wald am Riedl« im ersten Bauabschnitt der Neubau eines Offenlaufstalls (10,30 auf 22,10 Meter) für 28 Großvieheinheiten mit einem Freilauf an der Westseite. Im zweiten Bauabschnitt würde der Stall noch einmal im Westen um 7,78 Meter erweitert, um im Endausbau Platz für 53 Großvieheinheiten zu schaffen. Derzeit wird die Landwirtschaft im Nebenerwerb mit 11 Großvieheinheiten bewirtschaftet; die Änderung von EU-Richtlinien zur Anbindehaltung erfordert jedoch baldigen Handlungsbedarf beim Antragsteller.

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Das Vorhaben kollidiert jedoch mit einer ebenfalls laufenden Bauvoranfrage auf dem westlichen Nachbargrundstück, die der Gemeinderat bereits an die Fachbehörden weitergeleitet hatte. Hier soll ein Wohnhaus abgerissen, das Grundstück geteilt und zwei Einfamilienhäuser errichtet werden. Um Immissionskonflikte zwischen Wohnen und Landwirtschaft zu vermeiden, wäre ein Abstand zur Wohnbebauung von 30 Metern einzuhalten, was nach Verwirklichung beider Bauvoranfragen nicht mehr gegeben wäre.

Nach der Ortsbesichtigung des Bauausschusses und der positiven Beurteilung des AELF, das die grundsätzliche Privilegierung des Vorhabens bestätigt hat, möchte die Gemeinde die Erweiterung und somit den wirtschaftlichen Fortbestand der Landwirtschaft grundsätzlich unterstützen. Nach den vorliegenden Plänen sind gegen das Bauvorhaben keine Einwendungen zu erheben.

In der Diskussion äußerten Peter Maier, Sepp Bauer, Stefan Eisenbichler, Willi Geistanger, Heinz Kecht und Rainer Klapfenberger unisono Respekt für die Weiterführung der Landwirtschaft und die geplanten Investitionen, forderten aber auch noch einmal Gespräche über die Lage des Standorts, um auch die Wohnbebauung auf dem Nachbargrundstück zu ermöglichen.

Beide Vorhaben wären in sich schlüssig und mit der Entwicklungssatzung »Wald am Riedl« zu vereinbaren. Die endgültige Entscheidung dafür liegt nun bei den Behörden. Mit 15:0 Stimmen genehmigte das Gremium die Bauvoranfrage zum Neubau des Offenlaufstalls. Aus baurechtlicher Sicht wird davon ausgegangen, dass sich der Neubau in das Dorfgebiet einfügt.

Des Weiteren genehmigte der Gemeinderat einstimmig die Umnutzung einer Scheune und des Dachgeschoßes in Wohnräume in einem Anwesen in Höll. Im Obergeschoß der Scheune sollen zusätzliche Wohnräume für die Familie entstehen, im Dachgeschoß sind ebenfalls drei zusätzliche Wohnräume, ein Arbeitszimmer und ein Bad geplant.

Die Änderungen finden innerhalb des Gebäudes statt, an der Kubatur werden sich bis auf einen südseitigen Balkon keine Änderungen ergeben. FK