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Stanggaß oder Strub?

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Mit der aktuell noch provisorischen Beschilderung können die Stanggasser zufrieden sein. Denn nach links wird nur in die Stanggaß verwiesen, während der Zielverkehr nach Ramsau und Berchtesgaden über die Umgehungsstraße geleitet wird. Es scheint allerdings beschlossen zu sein, dass schon in Kürze wieder ein Schild mit dem Zusatz »Berchtesgaden Zentrum« in Richtung Stanggaß zeigen wird. (Foto: Christian Wechslinger)
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Dieses Bild wurde vor dem Bau des neuen Kreisverkehrs aufgenommen. Damals leiteten die Schilder den Zielverkehr ins Berchtesgadener Zentrum über die Stanggaß. Genau so wollen es Behörden und Kommunalpolitiker bald wieder haben.

Bischofswiesen – Vielen Stanggasser Bürgern wird der Verkehr auf der Staatsstraße 2097 zu viel. Bereits im letzten Jahr hatten 201 Bürger aus dem Bischofswieser Ortsteil eine von Bettina Wembacher und Johann Jehs initiierte Petition an das Landratsamt Berchtesgadener Land, das Staatliche Straßenbauamt und die Gemeinde Bischofswiesen unterschrieben. Sie wollen, dass auch der ganze Zielverkehr nach Berchtesgaden über die Umgehungsstraße geleitet wird. Nun wünschen sie sich, dass im Zuge der Neubeschilderung am neuen Kreisverkehr Umgehungsbrücke die Verkehrslenkung entsprechend gestaltet wird. Von Behörden und Kommunalpolitik kommen allerdings andere Signale.


Die Bitte der besorgten Bürgerinnen und Bürger richtet sich gegen den zunehmenden Kraftfahrzeugverkehr durch die Stanggaß, seit der neue Kreisverkehr an der Umgehungsbrücke in Betrieb ist. Bettina Wembacher sieht eine Ursache dafür in den Navigationsgeräten, die nach ihrer Auffassung entsprechend umprogrammiert werden sollten. Ursächlich könnte aber auch die neue Straßenführung durch den Kreisverkehr sein. Zwar sorgt dieser Kreisverkehr für mehr Verkehrssicherheit an dieser neuralgischen Stelle. Gleichwohl hat der Autofahrer aber jetzt auch mehr Zeit zu überlegen, wohin er sein Fahrzeug lenkt. Und da entscheiden sich viele für die Tangente nach Berchtesgaden durch die Stanggaß. Möchte ein Fahrzeuglenker zum Königssee oder zur Jennerbahn, dann lenkt ihn das »Navi« richtigerweise die Umgehungsstraße entlang.

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Aktuell gibt es am Kreisverkehr nur eine provisorische Beschilderung. Die ist zwar noch ganz nach dem Geschmack der Stanggasser, weil sie sämtlichen Verkehr nach rechts auf die Umgehungsstraße leitet. Doch es ist bekannt, dass Behörden und Kommunalpolitiker eine Lösung, wie sie vor dem Kreisverkehrsbau bestand, bereits in Vorbereitung haben. Der Verkehr ins Ortszentrum soll dann wieder über die Stanggaß fließen.

Auch die davon betroffenen Bürgermeister erklärten gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger«, dass es keine Notwendigkeit gebe, etwas an der bisherigen Situation zu ändern. Marktbürgermeister Franz Rasp führt das derzeit allgemein hohe Verkehrsaufkommen auch auf die vielen Urlauber und Tagesausflügler zurück, die zurzeit Berchtesgaden ansteuern. Die für den Vollzug der Straßenverkehrsordnung zuständige Untere Straßenverkehrsbehörde beim Landratsamt Berchtesgadener Land, die Bürgermeister von Bischofswiesen und Berchtesgaden sowie die Polizeiinspektion Berchtesgaden argumentieren pragmatisch und verweisen auf die noch zu installierende Beschilderung vor dem Kreisverkehr. Das Beschilderungskonzept für Bischofswiesen, Berchtesgaden und Schönau am Königssee ist in Abstimmung mit den betroffenen Gemeinden, Wirtschafts- und Interessenverbänden sowie der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH angeordnet worden. Auf die Wegeführung durch die Navigationsgeräte habe man keinerlei Einfluss, war zu erfahren. So scheint klar zu sein, dass die derzeitige Beschilderung nur eine Übergangslösung ist und demnächst wieder Berchtesgaden als Zentrum ausgewiesen wird. Staatsstraßen wie die 2097 dienten grundsätzlich dem überörtlichen Verkehr, weil sie Ortsteile wie die Stanggaß erschließen, aber auch für die allgemeine Verkehrsabwicklung zur Verfügung stehen, geht aus einem Schreiben des Landratsamtes hervor. Man verweist hier auch auf die Stauproblematik am Bahnhofskreisverkehr und die Mehrkilometer durch eine Umfahrung über die Umgehungsstraße. Und Thomas Weber betont, dass er nicht nur Bürgermeister für die Stanggasser, sondern für alle Bischofswieser sei. Schließlich sind auch die Struber dankbar, wenn sie wenigstens einen Teil des Durchgangsverkehrs abgeben dürfen. Christian Wechslinger