Bildtext einblenden
Er führt nun die Gesamtwertung des IBU-Cups an: Lucas Fratzscher. (Foto: DSV)

Starker Abschluss in Norwegen

Zwar ohne Podestplatz, aber mit fünf Top-Acht-Platzierungen: Die deutschen Biathleten haben auch zum Abschluss des IBU-Cups in Sjusjöen (Norwegen) überzeugt. Dort stand zuletzt noch ein Massenstart 60 für Frauen und Männer auf dem Programm. Hier wird versetzt gestartet, damit statt des – im Weltcup üblichen – »normalen« Massenstarts mit 30 Teilnehmern sogar 60 auf die Strecke gehen können.


Bei den Frauen gab es auf der 12-km-Distanz sogar drei vordere Platzierungen. Das Spitzentrio mit Ragnhild Femsteinevik aus Norwegen (40:21,2 Minuten/1 Schießfehler), der IBU-Cup-Gesamtführenden Anastasia Schewtschenko aus Russland (+ 10,6/1) und der Französin Paula Botet (+ 22,4/1) konnte das deutsche Trio jedoch nicht gefährden. Auch die Tschechin Ekaterina Noskova (+ 28,0/3) lag noch vor der besten Deutschen, Maren Hammerschmidt (SK Winterberg/+ 38,3/2).

Hammerschmidt gehört ebenso dem Stützpunkt Ruhpolding an wie die siebtplatzierte Marion Wiesensarter (SV Oberteisendorf/+ 53,8/2) und die achtplatzierte Franziska Hildebrand (WSV Clausthal-Zellerfeld/+ 56,4/3).

Doch auch Hanna Kebinger (SC Partenkirchen/+ 1:52,1/3) als Zwölfte und Juliane Frühwirt vom SVM Tambach-Dietharz (+ 2:14,0/2) als 18. mischten noch im Vorderfeld mit. Ebenso erfreulich: Juniorin Lisa Spark (21 Jahre) vom SC Traunstein hatte sich durch gute Resultate ebenfalls für den Massenstart 60 qualifiziert und erkämpfte mit dem 34. Platz (+ 3:17,7/4) ebenfalls noch einige Punkte für den IBU-Cup.

In dessen Gesamtwertung führt Schewtschenko (260 Punkte) vor Karoline Erdal (Norwegen/226) und Botet (222). Vierte ist Hildebrand (216), Sechste Hammerschmidt (189) und Elfte Wiesensarter (133), die ja krankheitsbedingt für ein Rennen ausgesetzt hatte.

Im Massenstart 60 der Männer verwies der russische Routinier Anton Babikow (41:33,6/1) auf der 15-km-Strecke die Konkurrenz auf die Plätze. Der 30-Jährige gewann vor dem ein Jahr älteren Norweger Erlend Bjöntegaard (+ 23,8/2) sowie dem erst 21-jährigen Franzosen Remi Broutier (+ 46,5/2).

Vierter wurde Lucas Fratzscher (WSV Oberhof/+ 1:07,4/2), Sechster David Zobel (SC Partenkirchen/+ 1:21,0/5). Stark präsentierten sich auch die zwei Teilnehmer des SC Ruhpolding: Marco Groß (+ 2:03,8/2) wurde 18., Johannes Donhauser (+ 2:07,3/4) landete auf dem 20. Platz. Die weiteren deutschen Platzierungen: 32. Danilo Riethmüller, WSV Clausthal-Zellerfeld + 2:40,5/4; 47. Justus Strelow, SG Stahl Schmiedeberg + 4:18,5/7. Fratzscher (267 Punkte) führt die Gesamtwertung vor Bjöntegaard (237), dessen Landsmann Alexander Fjeld Andersen (232) sowie Zobel (227) an. Drittbester Deutscher ist mit dem 13. Platz Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl/134), der aber zuletzt bereits im Weltcup eingesetzt war. Rang 33 belegt Donhauser (61), Rang 42 (48 Punkte) der erst für den zweiten IBU-Cup nachgerückte Marco Groß. Die nächste IBU-Cup-Station ist Obertilliach (16. bis 19. Dezember), wo die deutschen Biathleten abermals überzeugen wollen.

Nach diesen insgesamt erfreulichen Leistungen auch in der zweiten Wettkampf-Woche konnten die Trainer des deutschen Perspektivkaders – Remo Krug (Inzell) bei den Herren und Tobias Reiter (Oberwössen) bei den Damen – auch sehr zufrieden sein. Dass es diesmal keine drei Siege mehr gab wie in Idre (Schweden), war angesichts mehrerer Spitzenplätze bei Damen und Herren zu verschmerzen: »Ja, wir sind insgesamt richtig zufrieden«, lobt Remo Krug. Dass Marion Wiesensarter nach dem krankheitsbedingten Verzicht auf den Super-Sprint schnell wieder fit war, »das ist sehr erfreulich.« Bei den Männern bewies der für den erkrankten Philipp Lipowitz (DAV Ulm) nachgerückte Marco Groß (SC Ruhpolding), »dass er im Anschlussbereich mithalten kann. Das war sehr solide«, lobt der Inzeller.

Abzuwarten bleibt allerdings noch, welche Auswirkungen die guten Ergebnisse der »zweiten Garde« des deutschen Biathlons in den nächsten Wettkämpfen haben werden.

Klar ist: Für Lipowitz, der nach seiner Pause wieder gesund ist, muss bei der nächsten IBU-Cup-Station in Obertilliach ein Athlet aus dem Sjusjöen-Kader weichen. Wer das ist, steht noch nicht fest. »Wir warten jetzt erst einmal ab, wer dann richtig fit ist.« Das gelte auch für das Frauenteam: Derzeit ist nicht geplant, dass eine Athletin des IBU-Cup-Teams für den am Freitag beginnenden Weltcup in Hochfilzen nachrücken wird. »Es sei denn, jemand aus dem Weltcup-Team würde ausfallen.«

who