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Starker Kursanstieg bringt Börse doch noch Wochengewinn

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Frankfurt/Main (dpa) - Mit einem fulminanten Kursanstieg hat es der Dax doch noch zu einem Wochengewinn gebracht. Gute Wirtschaftsdaten aus den USA trieben den deutschen Leitindex um 3,12 Prozent auf 8850,27 Punkte nach oben.


Das war das größte prozentuale Tagesplus seit August 2012. Damit beendete der Dax eine dreiwöchige Verlustserie und verzeichnete auf Wochensicht wieder einen Gewinn von 0,70 Prozent.

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Der MDax der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen kletterte am Freitag um 3,02 Prozent auf 15 177,83 Punkte, der TecDax der Technologiefirmen stieg um 4,63 Prozent auf 1164,49 Zähler.

Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Gewinn von 3,05 Prozent auf 2962,24 Punkte. In Paris zog der CAC 40 ähnlich stark an, während der Londoner Leitindex »Footsie« um etwas weniger deutliche 1,85 Prozent stieg. In den USA standen die wichtigsten Börsenbarometer zum Handelsschluss in Europa ebenfalls mit mehr als einem Prozent im Plus.

Die US-Amerikaner hatten im September begonnen, mehr Häuser zu bauen als erwartet, was die positive Konjunkturentwicklung jenseits des Atlantiks untermauert. Zudem hatte sich das Verbrauchervertrauen in den USA im Oktober überraschend weiter aufgehellt und den höchsten Wert seit sieben Jahren erreicht. Der erneute Anstieg habe positiv überrascht und dürfte dafür sorgen, dass die zuletzt aufgekommenen Wachstumssorgen in den Vereinigten Staaten nicht weiter zunehmen, schrieb Analyst Johannes Jander von der Landesbank Helaba.

Dagegen äußerte sich US-Notenbankchefin Janet Yellen in Boston nicht wie erhofft zur Politik der US-Notenbank oder zur heimischen Wirtschaft. Darauf war spekuliert worden, nachdem der regionale Notenbankchef von St. Louis am Vortag angeregt hatte, trotz guter Wirtschaftsdaten das Ende der lockeren Geldpolitik zu verschieben. Die Geldflut gilt seit Jahren als Schmiermittel für die Börsen.

Im dem sehr freundlichen Gesamtmarkt gab es fast keine Verlierer. Im Dax schlossen alle 30 Werte im Plus. Aktien von Adidas legten auf dem letzten Platz nur um unterdurchschnittlich 1,39 Prozent zu. Ein Analyst hatte bei dem Sportartikelkonzern schwache Aussichten im Russland-Geschäft ausgemacht.

Autowerte profitierten davon, dass der europäische Markt im September wieder kräftig zugelegt hatte. In der EU wurden laut Branchenverband ACEA gut 1,2 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen und damit 6,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit stieg der Absatz den 13. Monat in Folge.

Die Volkswagen-Vorzugsaktien kletterten in der Folge um 4,51 Prozent, die Anteilsscheine von Daimler um 2,36 Prozent und die von BMW um 3,49 Prozent. Die Aktien des Zulieferers Continental verteuerten sich um 4,23 Prozent.

Politische Unwägbarkeiten drückten die Papiere von Rheinmetall mit minus 0,86 Prozent an das Ende des MDax. Damit waren sie der einzige Verlierer im Index. Die Entscheidungen der Bundesregierung zu Rüstungsexporten ließen sich derzeit nicht gut vorhersagen, meinte ein Analyst.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,61 Prozent am Vortag auf 0,71 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,94 Prozent auf 137,66 Punkte. Der Bund Future sank um 0,32 Prozent auf 150,64 Punkte. Der Euro gab angesichts des starken US-Verbrauchervertrauens nach und notierte zuletzt bei 1,2757 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2823 (Donnerstag: 1,2749) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7799 (0,7844) Euro.