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Status: Es ist kompliziert

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Können sie nach der Relegation über den Klassenerhalt jubeln? Die Kirchanschöringer Spieler (von links) Bernd Eimannsberger, Tobias Schild (Nr. 29), Yasin Gürcan, Manuel Jung, Maximilian Vogl und Albert Eder hoffen es. Allerdings müssen sie am letzten Spieltag der Bayernliga erst einmal in einem spannenden Finale die Qualifikation für die Relegation schaffen. (Foto: Butzhammer)

Für Fußball-Verbandsspielleiter Josef Janker (Cham) gilt beim Blick auf seine Ligen der Status: »Es ist kompliziert.« Eingebrockt hat ihm das der direkte Vergleich, den der Bayerische Fußball-Verband vor einigen Jahren eingeführt hat, um die Platzierungen zweier punktgleicher Teams in den Abschlusstabellen zu ermitteln.


Sowohl in der Bayernliga Süd als auch in der Landesliga Südost könnte er über Klassenerhalt, Relegation und Abstieg entscheiden. Und in der Bezirksliga Ost sieht es nicht weniger nach Stress aus.

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Regionalliga Bayern: Drei der vier Teilnehmer an der Abstiegsrunde stehen bereits fest, der vierte heißt TSV Aubstadt, wenn die Unterfranken aus Ammerthal (bei Amberg) am morgigen Freitag mindestens einen Punkt mitnehmen.

Am 25. und 28. Mai bekommt es der bisherige Regionalligist FC Memmingen mit dem TSV Rain/Lech zu tun, die SpVgg Bayreuth trifft auf den TSV Aubstadt oder den Würzburger FV.

Der SV Pullach verzichtet bereits zum dritten Mal mangels Stadion auf einen möglichen Aufstieg. Setzt sich Regionalliga-Meister TSV 1860 München in der Qualifikation zur III. Liga (24. und 27. Mai) gegen den 1. FC Saarbrücken durch, reicht eine Relegations-Runde – sonst müssen die beiden Sieger noch gegeneinander antreten (31. Mai/3. Juni).

Bayernliga Süd: Dem TSV 1860 München II fehlt morgen in Holzkirchen noch ein Punkt, um sicher als Tabellen-Vierzehnter dem Abstieg zu entgehen. Der BCF Wolfratshausen (39 Punkte) ist sicher in der Relegation, weil er den direkten Vergleich gegen den TSV Landsberg (36) mit 4:2 und 2:3 knapp für sich entschieden hat. Bleiben also drei Kandidaten für weitere zwei Plätze in der Relegationsrunde mit den Landesliga-Zweiten: der SB Chiemgau Traunstein (38), der SV Kirchanschöring (37) und Landsberg. Der direkte Klassenerhalt ist für alle drei außer Reichweite. Der SVK muss in Wolfratshausen ran, der SBC in Vilzing, Landsberg hat gegen Absteiger TSV Kornburg auf dem Papier die leichteste Aufgabe. Der direkte Vergleich spricht zweimal für die Chiemgauer – gegen Kirchanschöring und gegen Landsberg, der SVK hätte gegen Landsberg ebenfalls die Nase vorn.

Bayernliga-Fußball wird 2018/19 aber wohl nur noch einmal im Landkreis Traunstein gespielt. Denn in der Relegation dürften beide (sofern sie sich dafür qualifizieren) mit großer Wahrscheinlichkeit in der gleichen Gruppe landen, als Gegner kommen neben Wolfratshausen der FV Illertissen II oder der TSV Gilching-Argelsried in Frage. Die beiden, bisher punktgleich, machen Platz zwei in der Landesliga Südwest am Samstag praktisch im direkten Duell aus. Ausgelost wird am Pfingstsonntag um 10 Uhr in Regensburg.

Landesliga Südost: Dramatischer könnte das Saisonfinale kaum sein. Von fünf Teams, die am Ende auf den Plätzen 13 bis 17 landen werden, treffen vier am letzten Spieltag aufeinander: Der ESV Freilassing (35 Punkte) empfängt Moosach (37), der SB-DJK Rosenheim (35) Manching (34). Nur Neuried (36) hat es mit einem Unbeteiligten, dem TuS Pfarrkirchen, zu tun. Einer aus dem Quintett steigt sicher ab, einer ist am Pfingstsamstag kurz vor 16 Uhr gerettet. Sicher ist nur, dass der TSV Moosach (bei Grafing) nicht mehr direkt absteigen kann, weil sich der SBR und Manching gegenseitig die Punkte wegnehmen. Manching hätte mit einem Sieg in Rosenheim die Relegation sicher. Der SBR hat im direkten Vergleich gegen den ESV Freilassing (2:2, 3:1) den Vorteil.

Folgendes Szenario würde der Elf von Klaus Seidel die Relegation ersparen: ein Sieg gegen Manching und maximal ein Punkt für Neuried und Moosach. Denn die De-Prato-Truppe hätte im direkten Vergleich das Nachsehen, weil sie wegen des Spielerstreiks vor zwei Wochen in Landshut nicht angetreten war. Mit einem Punkt wäre dem SBR wenigstens die Relegation sicher. Absteigen könnte die Seidel-Elf, wenn sie gegen Manching verliert und der ESV gegen Moosach punktet. Freilassing wiederum bliebe bei einem Sieg über Moosach in der Landesliga, wenn zugleich der SBR und Neuried remis spielen. Ein Punkt würde für den ESV den Abstieg bedeuten, wenn Manching in Rosenheim die Oberhand behält.

In der Relegation mit den Bezirksliga-Vizemeistern sind zwei Runden (24. und 27. Mai/31. Mai und 3. Juni) zu überstehen, um in der Landesliga zu bleiben. Die Gegner der drei Südost-Klubs könnten Saaldorf, Baldham (Bezirksliga Ost), FC Moosinning (Bezirksliga Nord), Anadolu Bayern (Bezirksliga Süd), Raisting (Landesliga Südwest) oder ATSV Simbach (Bezirksliga Niederbayern West) heißen. Simbach führt die Tabelle vor dem letzten Spieltag allerdings punktgleich vor dem VfB Straubing an.

Bezirksliga Ost: Der direkte Vergleich kann auch über Platz zwei entscheiden. Der Kirchheimer SC ist aus dem Rennen, weil er den SV Saaldorf (0:0, 0:3) nicht mehr einholen kann. Der Elf von Matthias Rehrl reicht am Samstag ein Unentschieden gegen Ampfing, um auch den SC Baldham-Vaterstetten (beim VfB Forstinning) auf Distanz zu halten. Denn der hat in zwei Spielen (1:1, 1:3) gegen den SVS nur einen Punkt ergattert.

Dass der TSV Ebersberg gerettet ist, die punktgleiche SG Schönau aber noch in die Relegation rutschen könnte, liegt ebenfalls am direkten Vergleich (4:0, 1:2). Dass mit der SG Reichertsheim-Ramsau und der SpVgg Haidhausen (je 34) am Samstag zwei der fünf abstiegsbedrohten Klubs aufeinandertreffen, macht die Lage noch unübersichtlicher. Zwei sind gerettet, zwei müssen in die Relegation, einer steigt gleich ab. Dorfen (31) kann mit einem Sieg gegen Ebersberg nach Punkten zur SGRR oder zu Haidhausen sowie zum ASV Au (34, gegen Finsing) aufschließen, wäre aber im direkten Vergleich mit Reichertsheim ebenso unterlegen wie in einem Dreier-Vergleich mit Au und Reichertsheim. Gegen Haidhausen wäre die Elf von Wiggerl Donbeck dagegen im Vorteil. Reichertsheim müsste sich hinter einem punktgleichen ASV Au einordnen.

In der Relegation ist es dann einfacher: Den beiden Ost-Klubs werden der Zwölfte im Norden (TSV Ober-/Unterhaunstadt) und der Zwölfte der Bezirksliga Süd (noch fünf Mannschaften gefährdet) zugelost. Die Sieger der beiden Duelle (23. und 26. Mai) bleiben in der Bezirksliga. ah

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