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Stehende Ovationen für die Internationale Ballettgala mit zwei Uraufführungen in Salzburg

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Über stehende Ovationen freuten sich Tänzer und Choreografen (in Anzügen), Peter Breuer (links) und Reginaldo Oliveira, am Ende der Internationalen Ballettgala im Salzburger Landestheater. (Foto: Benekam)

Zum 9. Mal hat das Ballettensemble des Salzburger Landestheaters mit einer Internationalen Ballettgala ein ganz besonderes »Ballettfest« gefeiert, dessen Erlös der Salzburger Aidshilfe zugutekommt.


Ein Star-Aufgebot aus neun unterschiedlichen Theatern der internationalen Ballettszene brachte zusammen mit den Tänzern des Salzburger Ballettensembles Spitzenleistungen auf die Bühne des Landestheaters. Ein begeistertes Publikum erfreute sich in der ausverkauftem Vorstellung an den unterschiedlichsten Choreografien und ihren jeweiligen charakteristischen »Handschriften«, die zugleich einen Eindruck davon vermittelten, wie vielschichtig die Tanzstile, Techniken und Ausdrucksmöglichkeiten des Klassischen Balletts sein können.

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Gemeinsam mit der bestens in der Tanz-Welt vernetzten Compagny-Managerin Ariane Rindle gelang es den beiden Choreografen des Salzburger Landestheaters, Peter Breuer und Reginaldo Oliveira, Brücken zu bauen, aufregende Neukreationen zu schaffen, aber auch mit einigen Auszügen großartiger Eigenproduktionen des Salzburger Balletts Glanzpunkte zu setzen – ein sich gegenseitig bereichernder und überaus ästhetischer Come-Together-Tanzabend der Nationen.

Daran beteiligten sich Tänzer der Ballettensembles der Nationaltheater aus Bratislava und Prag, der Staatsballette Berlin und Amsterdam, des Northern Ballett aus England, des Europaballetts St. Pölten und des Scottish Ballet. Wie es schien, stand für sie alle ausreichend Entfaltungsraum offen.

Wenn auch die Salzburger den Heimvorteil mit offenbar vielen anwesenden »Fans« nutzten, so boten die Gäste mit Neuem und Unbekanntem doch auch einen besonderen Reiz. Auszüge aus umjubelten Ballettwerken von Peter Breuer wie »Interludium« oder der jüngsten Produktion »Moonwalk« prickelten ebenso brillant wie Reginaldo Oliveiras »Balacobaco«.

Die beiden Salzburger Choreografen hielten auch Komisches bereit: In Breuers Pas de deux »Engel« (Karine de Matos, Pedro Pires) gelang es einem frechen und charmanten Engel, ein selbstverliebtes Mädchen zur wahren Liebe zu bekehren. Für etliche Lacher sorgte auch Oliveiras »Serenade für Whisky«, in der drei Tänzerinnen aufgrund übermäßigen Alkoholgenusses, innerlich wie äußerlich, etwas aus Gleichgewicht und Takt gerieten.

Über einen Riesenapplaus und Bravo-Rufe freute sich Mathias Deneux (Prager Nationaltheater) für sein Solo »Just Solo« zu Musik von Seal: experimentell, modern und schlicht sensationell gut getanzt.

Außerdem wartete die Ballettgala mit gleich zwei Uraufführungen des Salzburger Tanzensembles auf: Das taufrische Solo »Inerzia« von Niccolo Masini war eine großartig gelungene tänzerische Übersetzung von Schuberts Tonsprache – am Klavier saß und agierte in dichtem Kontakt zur Tänzerin Mikino Karube der Pianist Eriberto Carvalho. Ebenso gut kam Flavio Salamankas Uraufführung »Follow Instincts« an, ein wahrer Seelentanz – zart und kraftvoll, variationsreich in kreativem Denken ausdrucksstark dargeboten.

Neben den vielversprechenden und zartwuchernden Trieben neuer Choreografie-Strömungen zeigten die Tänzer auch alt bekannte und beliebte Ballett-Klassiker von »Schwanensee« bis »Don Quijote« im klassischen Tanzgenre.

Das Publikum war aber offenbar wie elektrisiert von allen dazu kontrastierenden und entstaubenden »Neuerungen« und kreativen »Abwegen« – es »bewegt sich etwas« im Salzburger Ballett. Dementsprechend euphorisch war der Applaus mit stehenden Ovationen für das internationale »Ballett-Ereignis«. Kirsten Benekam