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»Steiler« bringt das Magazin4 in Wallung

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»Steiler« begeisterte das Publikum in der Alten Saline mit ihren Cover-Songs. (Foto: Kewitsch)

Ein erfolgreiches Gastspiel haben die Herren »Steiler« bei ihrem dritten Auftritt in der Alten Saline in Bad Reichenhall absolviert – musikalisch längst »beschlagen« und gereift. »Fast vergessene Juwelen und Songperlen«, mit dieser Beschreibung erläutert der geniale Gitarrist und Sänger Stefan Schubert die Motivation, sich auch mit übungsintensiven Stücken zu beschäftigen. Damit gelang es »Steiler« nämlich im Handumdrehen, sich wieder in die vorderste Reihe der einheimischen Formationen zu spielen. Und das will durchaus etwas heißen, gibt es doch im bayerischen Südosten und im angrenzenden Salzburger Land viele ausgezeichnete Bands, die auf sehr hohem Niveau zu »covern« verstehen.


Mit ihrem Neuzugang Mike Fink (Gitarre und Gesang) haben die »Steiler«-Männer einen richtig guten Fang gemacht. Eine gute Bühnenpräsenz und eine großartige Stimme zeichnen den erfahrenen Österreicher aus. Wolfgang Plenk (Gitarre, Hintergrundgesang) darf getrost als »eine Bank« bezeichnet werden – hat er doch seine Klasse bereits bei den »Fisherman's Friends« und »Hot Hoagascht« bewiesen und ist bei »Steiler« längst unverzichtbar.

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Robert Lorenz treibt sein Instrument, stoisch wie alle Bassisten, voran – er, der gemeinsam mit Stefan Schubert die Band »Steiler« mitbegründete (1994), ist und war die treibende Kraft für das Revival im Jahr 2014. Der – nicht minder bekannte – Junior der Truppe, Martin Fuchs, ist durch sein Engagement bei den »Springern« lange schon eine fixe Größe am Schlagzeug und war auch schon mit dem Ostbahn-Kurti auf den Brettern dieser Welt unterwegs. Alles in allem stand am vergangenen Wochenende also eine durchaus kulturell erfahrene und musikalisch sehr professionell agierende Truppe auf der Bühne des Magazin4.

Knisterte im ersten Song (»Call me the breeze«) noch das Mikrofon, war in der Folge die Performance über weitere Zweifel erhaben. Erfahrung und Routine machten einen kleinen technischen Wackler schnell wieder wett. Die Liste der Lieder reichte weit in die 60er und 70er Jahre hinein – mit anspruchsvollen Nummern von Police, David Bowie und Peter Green. Schnörkellos, astrein, sauber interpretiert, mutig arrangiert und letztlich hier und da auch mit einem feinen Solo versehen.

Die zwei Jungs vom Gesang teilten sich die Arbeit – beide wussten die Leidenschaft gut zu transportieren. So verwunderte es auch nicht, dass das Magazin4 so langsam in Wallung kam. Leider nicht ausverkauft, doch mit bester Stimmung war das Publikum sehr dankbar. »Steiler« hat eine Fan-Gemeinde – zu Recht.

Songs vom Schlage »Mississipi Moon« oder das spätere »Mustang Sally« aber auch »All young dudes« kamen hervorragend an. Interpretationen der eigenen Art, ohne das Original zu verfälschen – so geht eigenständiger Cover-Sound. »Steiler« halt. Kurzum: Songs von Crowded House, Amos Lee, Del Amitri, und natürlich auch von Clapton, Morrison und Petty wehten einen Hauch von musikalischer Nostalgie in die Alte Saline. Gute Arbeit, »Steiler«-Jungs. Udo Kewitsch

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