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Eine Arie aus Verdis »Nabucco« präsentierten die Solisten (von links) O. Perrier, B. Materinco, L. Labric und ein Teil des Chors bei der Opern-Gala in Traunreut. (Foto: M. Heel)

Einen so kurzweiligen wie künstlerisch hochwertigen Streifzug durch die Welt der Oper präsentierte das Gastensemble der Moldawischen Nationaloper bei seinem umjubelten Auftritt im leider nur mäßig besetzten Saal des Traunreuter k1.


Unter der musikalischen Leitung von Dumitru Carciumaru und moderiert von Peter Josch aus Wien standen dabei die beliebtesten Arien, Duette und Chorszenen aus knapp einem Dutzend bekannter Opernwerke auf dem Programm, stimmig, bestens besetzt und stets auf hohem Niveau.

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So konnte man nach der Ouvertüre zu Giuseppe Verdis erstem großen Erfolg »Nabucco« zwei Stunden lang Ausschnitte aus Werken von Georges Bizet, Giacomo Puccini oder Charles Gounod genießen, perfekt arrangiert und von den vielen Solisten respektive dem Chor mitreißend dargeboten. So gab es ein Wiederhören so bekannter Arien wie »La donna è mobile« aus »Rigoletto« oder »Nessun dorma« aus der Oper »Turandot«, beide mit atemberaubender Intensität interpretiert von dem Tenor Alexei Srebnitzkij – ein weiterer Höhepunkt war die von I. Maimescu mit stimmlicher Strahlkraft angetriebene Arie des Mephistopheles »Le veau d’or« aus Gounods »Faust«. Und natürlich fehlte nicht der berühmte »Gefangenenchor« aus »Nabucco«, der hier eher verhalten und melancholisch, aber nicht weniger eindrucksvoll daherkam.

Kaum zu glauben also, dass viele dieser Werke bei ihrer Uraufführung Misserfolge waren, wie Peter Josch, ein exzellenter Opern-Kenner, in seiner charmanten, mit Anekdoten über Verdi, Herbert von Karajan und Karl Böhm gespickten Moderation, anmerkte. So habe Verdi, nach seinem größten Werk befragt, auf sein Altersheim für alte Künstler in Mailand, die »Casa Verdi«, verwiesen.

Den krönenden Abschluss der Gala bildete eine Szene aus dem 1. Akt der Verdi-Oper »La Traviata«, zu der sich alle Solisten und der Chor auf der Bühne versammelten, um der großen Kurtisane Violetta zu huldigen. Dies wurde seinerzeit als allzu freizügig empfunden, weswegen auch diese Oper zunächst ein Flop war.

Schade nur, dass nicht mehr Besucher den Weg ins k1 gefunden hatten, denn so ein Musikerlebnis wird einem nicht jeden Tag geboten. Entsprechend kräftig fiel der Applaus für Dirigent Dumitru Carciumaru und das Ensemble aus. Wolfgang Schweiger