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Steuerübergabe in unruhigen Zeiten

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Die CSU Marktschellenberg wählte einen neuen Vorsitzenden und ehrte treue Mitglieder (v.l.): Franz Aschauer (25 Jahre Mitglied), der neue 1. Vorsitzende Dr. Michael Köhler, Kreisvorsitzende Michaela Kaniber, Josef Brandner, Martin Ertl und Johann Pfnür (alle 40 Jahre Mitglied). Foto: privat

Marktschellenberg (CSU) - Auf der diesjährigen Ortshauptversammlung der CSU Marktschellenberg ging der Ortsvorsitz von Clemens Wagner auf Dr. Michael Köhler über. Im Rahmen der Neuwahlen wurde das in die Tat umgesetzt, was schon seit den letzten Wahlen angekündigt war: nach zehn Jahren ein personeller Wechsel an der Spitze des Ortsverbandes. Diesen unterstützten auch die Mitglieder und wählten den neuen Ortsvorsitzenden mit überwältigender Mehrheit. Zudem wurden langjährige Parteimitglieder mit den Ehrennadeln der CSU ausgezeichnet.


»Ich wollte nie ein Dauervorsitzender werden«, sagte der scheidende Ortsvorsitzende zu Beginn seiner Rede, die er vor den Mitgliedern im Gasthaus »Oberstein« hielt. Er freute sich über die Anwesenheit sämtlicher Gemeinderäte der Fraktion, des Ehrenbürgers und Altbürgermeisters Alfons Kandler sowie der Kreisvorsitzenden und Direktkandidatin zum Landtag, Michaela Kaniber. Nach zehn Jahren im Amt des Ortsvorsitzenden freute sich Wagner, dass sich in den letzten Monaten ein guter Weg für den Wechsel aufgezeigt habe. »Neue Köpfe bedeuten neue Ideen und das ist wichtig für einen guten Fortbestand«, so Wagner.

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In seiner Zeit habe die CSU zwei Wahlkämpfe geführt, »die nicht leicht waren und auch Enttäuschungen mit sich brachten«. Andererseits konnte man laut Wagner auch auf gelungene Veranstaltungen zurückblicken, darunter auf über ein halbes Dutzend Neujahrsempfänge, einen Wirtschaftsempfang im vergangenen Jahr und Diskussionsabende zu Wirtschaftsthemen oder zur Ortsentwicklung. Ebenso war man seit Beginn des Kinderferienprogramms ständig mit einem besonders attraktiven Programmpunkt präsent, dem Schlauchbootfahren auf der Berchtesgadener Ache. Im Gemeinderat habe die CSU stets versucht, »mehr das Ganze zu sehen als die Interessen Einzelner«. Über 90 Prozent aller Abstimmungspunkte würden einstimmig gefasst.

Auf die Ereignisse der letzten Wochen rund um die Vorfälle im Rathaus ging Wagner nur kurz ein. Er bedauerte die Ereignisse, da sie die Arbeit doch sehr erschwerten und er betonte nochmals nachdrücklich, dass weder von einzelnen Personen noch von einer Gruppe innerhalb der CSU irgendwelche Kampagnen gestartet worden seien. Er selbst sei auch erst durch Dritte informiert worden und habe auch jetzt keinerlei Funktion im laufenden Verfahren. Er habe seit Bekanntwerden des Verdachts im November auch im ständigen Kontakt mit 1. Bürgermeister Franz Halmich gestanden und diesen auch stets über Gespräche und Briefe zwischen Dienstaufsichtsbehörden und Gemeinde informiert, betonte Clemens Wagner. Alle anderen Behauptungen seien frei erfundener Unfug. »Blödsinn ist Blödsinn und wird auch nicht besser, wenn er von einigen laut herumposaunt wird«, meinte Wagner, offensichtlich sauer über manche Äußerungen in der Öffentlichkeit. Er hoffe, dass sich alles rasch aufklären lasse, um in der Gemeinde wieder die anstehenden Aufgaben anpacken zu können. Zugleich wünschte sich Wagner, dass sich in Zukunft das Klima zwischen den Parteien wieder verbessere und auch sein Nachfolger dazu beitragen könne. Er selbst stehe der Vorstandschaft weiterhin zur Verfügung.

Schatzmeister Franz Aschauer wurde aufgrund seiner korrekten Kassenführung durch die Versammlung entlastet. Dies nahm die Kreisvorsitzende der CSU Berchtesgadener Land, Michaela Kaniber, zum Anlass, der scheidenden Vorstandschaft zu danken und die Neuwahlen zu leiten. Mehrere Positionen waren dabei neu zu besetzen. Für den 1. Vorsitzenden stellte sich Gemeinderat Dr. Michael Köhler zur Wahl. Ihn bestätigte die Versammlung nahezu einstimmig. Als Stellvertreter stehen ihm in Zukunft die Gemeinderatsmitglieder Wolfgang Lochner und Sophie Stanggaßinger zur Verfügung, ebenso Johann Pfnür. Im Amt des Schatzmeisters wurde Franz Aschauer bestätigt und für den ehemaligen Schriftführer Rüdiger Wienecke wurde Clemens Wagner hinzugewählt. Als Beisitzer komplettieren Erwin Hurter, Anna-Maria Göbel, Elke Schneider, Martina Fendt und Wolf-Dieter Förster den Vorstand.

Dr. Michael Köhler bedankte sich für die geleistete Arbeit und bat darum, auch ihn weiterhin zu unterstützen. »Ich bin ja in dem Amt ein Neuling«, scherzte der langjährige Fraktionssprecher mit einem Augenzwinkern. Die erste Amtshandlung war dann doch eine sehr erfreuliche. Er konnte die Mitglieder Josef Brandner, Martin Ertl und Johann Pfnür mit der goldenen Mitgliedsnadel für 40-jährige Mitgliedschaft auszeichnen und Franz Aschauer mit der silbernen Nadel für 25 Jahre Zugehörigkeit.

Auch Michaela Kaniber beglückwünschte die Geehrten und richtete einen Appell an alle Anwesenden, auch in unruhigen Zeiten zusammenzuhalten und weiterhin für eine werteorientierte und bürgerliche Politik ohne Scheuklappen einzustehen. Die Hoffnung auf ruhigeres Fahrwasser begleitete dann auch alle Anwesenden hinaus in die kalte Nacht.