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»Still o Himmel, still o Erde«

Rainer Schütz und seine Capella Vocale; die Grassauer Blechbläser hören aufmerksam zu. (Foto: Kaiser)

Mit einem tief empfundenen, schlichten und dabei musikalisch hochwertigen Konzert zum Advent beglückten die Capella Vocale Prien und das Grassauer Blechbläser Ensemble die Zuhörer in Priens Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Ohne Berührungsängste und in stimmiger Harmonie verbanden Rainer Schütz und Wolfgang Diem in dem gut einstündigen Programm volksmusikalische Weisen mit Musik aus der Renaissance und dem Barock, aus der Romantik und der gemäßigten Moderne.


Wunderbar schwingend klang das »Abendläuten« für fünf Bläser von Hans Kröll (*1962), ganz edel wirkten im Posaunenquartett »Der güldene Rosenkranz« und »O sei gegrüßt«. Dazwischen bewies die Capella Vocale ihre Intonationssicherheit und ihr interpretatorisches Können mit Gottfried Wolters' (1910-1989) behutsamer Bearbeitung des Adventsliedes »Maria durch ein Dornwald ging« (eine blutjunge Sopransolistin sang dabei von der Predigtkanzel aus dem Chor die 2. Strophe zu) und mit der Weihnachtsantiphon »O Magnum Mysterium«, vertont von dem US-Amerikaner Morten Lauridsen (*1943) in wohlklingender Modernität.

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Der »Himmlische Adventsjodler« des Steirers Lorenz Maierhofer (*1956) vereinte die Bläser und den Chor mit einem Frauendreigesang, der seine herzerfreuende Botschaft von der Kanzel herab verkündete. Auch den Cantus firmus »Wachet auf, ruft uns die Stimme« aus J. S. Bachs (1685-1750) Kantate Nr. 140, den alle Männerstimmen mit großem Ausdruck gemeinsam intonierten, umrahmten die Bläser eindrucksvoll. In der klassischen Zehnerbesetzung widmeten sich die Grassauer darauf festlichen Klängen. Die »Suite aus Terpsichore«, der Muse des Tanzes, von Michael Praetorius (1571-1621) bot funkelnde höfische Tanzmusik, mitreißend von der Landsknechttrommel und dem Schellentamburin sekundiert; der »Canzon duodecimi toni« von Giovanni Gabrieli (1557-1612) war das kirchliche Gegenstück dazu.

Bis ins letze Detail ausgefeilt, in intensiver Deutung des Textgehaltes interpretierte der Chor in vollendetem A-cappella-Gesang Felix Mendelssohn Bartholdys (1809-1847) Psalmmotette »Warum toben die Heiden« zu einer faszinierenden Gesamtleistung. Mit dem »Kyrie« aus dem Cantus Missae op. 109 von Joseph Rheinberger (1839-1901) schloss sich eine zutiefst adventliche Bitte an. Die Volksweise »Still o Himmel« der Grassauer Bläser beschloss würdig die Abfolge ausgesuchter vorweihnachtlicher Musiken ohne gefühlige Sentimentalität. Engelbert Kaiser