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Schäden offenbar überschaubar

Straßen in Neuseeland nach Erdbeben verschüttet

Das Erdbeben hat die Neuseeländer mitten in der Nacht aus den Betten gerissen. Zwei Menschen sind umgekommen. Massive Felsabbrüche haben Straßen verschüttet. Es sieht aber nach glimpflichem Ausgang aus.

Nicht befahrbar
Bei dem neuen Beben haben Erdrutsche zahlreiche Straßen verschüttet. Foto: David Alexander Foto: dpa
Abgesperrte Straße
Eine Straße ist nach dem starken Beben in Neuseeland abgesperrt. Foto: David Alexander Foto: dpa
Riss
In Wellington ist eine Straße aufgerissen. Foto: Ross Setford Foto: dpa
Tsunami-Warnung
Tsunami-Warnung: Bis zu fünf Meter hohe Wellen rollen auf Teile der Südinsel Neuseelands zu. Foto: Ross Setford Foto: dpa
Erdbebenschäden
Glas und Mauerwerk liegen in Wellington auf einem Gehweg. Foto: Ross Setford Foto: dpa
Warten
In der Hauptstadt Wellington sammelten sich Hunderte Menschen in den Straßen, während Alarmsirenen heulten und Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge durch die Straßen jagten. Foto: Ross Setford Foto: dpa
Schäden in Supermarkt
In einem Supermarkt sind Lebensmittel aus den Regalen gefallen. Foto: Ross Setford Foto: dpa
Furcht
Aus Furcht vor Nachbeben haben sich Menschen in Wellington auf der Straße versammelt. Foto: Ross Setford Foto: dpa
Wellington
Die Splitter einer durch das Beben zerstörten Scheibe in der Hauptstadt Wellington. Foto: Ross Setford Foto: dpa
Seismograph
Der rot markierte Erdbeben-Ausschlag auf einem Seismographen-Ausdruck. Ein schweres Beben hat Neuseeland erschüttert. Foto: Fredrik von Erichsen/Symbolbild Foto: dpa

Christchurch (dpa) - Das schwere Erdbeben in Neuseeland mit mindestens zwei Toten hat vor allem in dünn besiedelten Regionen starke Schäden verursacht. Die wirtschaftlichen Folgen dürften sich deshalb in Grenzen halten.

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Das sagte der Chefökonom der ASB-Bank, Nick Tuffley. «Einige Provinzstädte sind schwer betroffen, aber in den größeren Städten sind die Schäden offenbar überschaubar», sagte er der Fairfax-Nachrichtenredaktion.

Die Erde bebte kurz nach Mitternacht Ortszeit. Das Zentrum des Bebens der Stärke 7,5 bis 7,9 lag nördlich von Christchurch auf der Südinsel. An einigen Küsten brachen mehr als zwei Meter hohe Tsunami-Wellen herein. Mehrere teils starke Nachbeben erschütterten die Region. Christchurch hatte erst 2011 ein verheerendes Beben erlebt. Dabei waren 185 Menschen umgekommen.

Bei dem neuen Beben haben Erdrutsche zahlreiche Straßen verschüttet, Hunderte Häuser wurden teils schwer beschädigt und in größeren Landstrichen fiel der Strom aus. Straßen wiesen tiefe Risse auf. Videos aus Überwachungskameras zeigten Supermärkte, in denen Flaschen und Nahrungsmittel aus den Regalen geschleudert wurden. Einwohner veröffentlichten Fotos von umgekippten Regalen und bröckelnden Zimmerdecken in sozialen Medien.

Regierungschef John Key überflog die Region im Hubschrauber und sah an der Küste nördlich von Christchurch die massiven Felsabstürze. «Dort ist einfach absolute Verwüstung. Das wird Monate dauern, das wieder herzurichten», sagte er. Am Morgen hatte er in der Hauptstadt Wellington 40 Touristen besucht, die in der Nacht im Parlamentsgebäude Zuflucht bekommen hatten. Sie schliefen in der Lobby, weil unsicher war, ob ihr Hotel noch sicher war.

Besonders betroffen war der Ort Kaikoura etwa 180 Kilometer nördlich von Christchurch. Er hat rund 2000 Einwohner. Dort wurde nach Medienberichten eine mehr als Hundertjährige aus den Trümmern ihres Hauses gerettet. Eine Person kam ums Leben, wie der Arzt des Kaikoura-Krankenhauses, Christopher Henry, im Fernsehen bestätigte. Sechs Menschen seien mit Verletzungen nach Christchurch geflogen worden, 15 würden vor Ort behandelt.

Nördlich von Kaikoura ging ein Erdrutsch in das Flussbett des Clarence nieder und staute das Wasser. Die Behörden warnten die Menschen in der Region, Abstand zum Fluss zu halten, weil das gestaute Wasser jederzeit durch die Schlammmassen brechen und eine Flutwelle auslösen könnte.

Das schwere Erdbeben von Christchurch 2011

Neuseeland liegt am sogenannten «Ring of Fire» (Ring aus Feuer) rund um den Pazifik. In dieser hufeisenförmigen Zone befindet sich etwa die Hälfte aller aktiven Vulkane weltweit Das Gebiet reicht von der südamerikanischen Westküste über die Westküste der USA, Russland und Japan bis nach Südostasien und Neuseeland Längs des «Ring of Fire» treffen verschiedene Erdplatten aufeinander und es kommt zu Verschiebungen - die Folge sind Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis. Die Region gilt als eine der geologisch gefährlichsten Zonen weltweit. Etwa 90 Prozent aller Erdbeben ereignen sich hier.