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Streifzug durch die Musikepochen

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Aida Pieper präsentierte als Solistin zusammen mit dem Streicherensemble »Crescendo«, verstärkt durch einige Holzbläser, unter Leitung von Bertram Weihs den 2. Satz aus Mozarts Klavierkonzert KV 467. (Foto: Eder)

Das Klassik-Konzert der Musiklehrervereinigung, das wieder im Schloss Stein stattfand, führte durch verschiedene Zeitepochen von alter Musik bis hin zu zeitgenössischer experimenteller Musik. An die 150 Besucher erlebten ein Programm auf hohem Niveau.


Im ersten Teil lag der Schwerpunkt bei den Gitarren. Den Reigen eröffneten Elena Rieser und ihre Gitarrenschülerinnen Romy Gradl und Marlene Maier, die zwei flämische Tänze aus dem 16. Jahrhundert präsentierten. Aus dem 17. Jahrhundert folgten eine »Spagnoletta« und zwei »Contredances en Rondeau« für Hackbrett, gespielt von Lehrerin Irmgard Schützinger-Röll und ihrer Schülerin Julia Untermaier. Sehr bildhaft interpretierte Lisa Selbertinger am Klavier (eine Schülerin von Tanja Thaler) die beiden Charakterstücke »Mignon« und »Reiterstück« von Robert Schumann. In die romantische Atmosphäre der »Love Story« entführte Selina Thaler auf ihrer Gitarre mit dieser bekannten Filmmusik. Eine Achterbahn-Polka und »Der Gewinner« wurden gezupft und gestrichen von Antonia Weßels, die erst ein Jahr Unterricht hat, und ihrem Lehrer Simon Nagl auf dem Violoncello. Dehong Ben Yin, der bei Madlen Seger Klavierunterricht hat, ließ wunderbare Läufe und Triller perlen und bewies bei Frédéric Chopins Nocturne f-Moll äußerst hohes technisches und künstlerisches Niveau.

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Mit drei »Children Songs« von Chick Corea konnte Zina Rafalsky, die von Sven-Jörge Schnoor unterrichtet wird, am Klavier ihre sehr hohe rhythmische und metrische Sicherheit ausspielen und brachte eine sehr hohe dynamische Abstufung der einzelnen Stimmen zustande.

Nach der Pause präsentierte Aida Pieper als Solistin mit dem Streicherensemble Crescendo, verstärkt durch einige Holzbläser, unter Leitung von Bertram Weihs den 2. Satz aus Mozarts Klavierkonzert KV 467. Mit einer Sarabande und einem Vivace von Arcangelo Corelli führten Irene und Johanna Mayer mit ihrer Lehrerin Gabriele Bauer-Will durch den süßen Klang dreier Altblockflöten in den Hochbarock. Von Antonio Vivaldi interpretierte Corinna Dürschmidt an der Querflöte (im Unterricht bei Jutta Gerl) mit dem kleinen Streicherensemble unter Leitung von Bertram Weihs sehr schön einen Satz aus seinem Concerto op. 47/2. Voller Gefühl und mit zartem Timbre wagte sich Anna Reischel, die bei Christine Graus-Mallach Gesangsunterricht nimmt, an das bekannte »Ave Maria« von Charles Gounod, begleitet von Sven Schnoor am Klavier; dafür erhielt sie viel Applaus.

Weiter im Zeitstrahl ging es mit Choros Nr. 1 von Hector Villa-Lobos, dynamisch variantenreich gestaltet von Johannes Kuglstatter, einem Schüler von Heinz Lichtmannegger. Minimalistisch und hochkomplex im Wechsel von vollem Klang und Flageolett-Tönen schuf Tina Haas, ebenfalls eine Schülerin von Lichtmannegger, mit Jürg Kindles Pluto aus »Die Planeten« eine außerirdische Atmosphäre. Ein weiteres »Ave Maria«, diesmal vom Klarinettenensemble mit Gerhard Füchsl, Michael Appel und den Lehrkräften Tamás Puskás (Leitung) und Jutta Gerl, zauberte warme Verdi-Klänge. Die Violin-Solistin Maya Mallach, die von Margarethe Hlawa-Grundner unterrichtet wird, ließ unter Begleitung von Sven Schnoor die mit ihren vielen Lagenwechseln und virtuosen Läufen technisch höchst anspruchsvolle Romanze in F-Dur von Ludwig van Beethoven wunderschön erstrahlen.

Einen überaus beschwingten Schlusspunkt setzte zum Vergnügen des Publikums das Klarinetten-Ensemble mit Claude Débussys »Golliwogg’s Cakewalk«. Heinz Lichtmannegger, der Vorsitzende der Musiklehrervereinigung, machte den Interpreten des Abends ein Kompliment für die von ihnen dargebotene musikalische Vielfalt. Hans Eder