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Streit um East Side Gallery verschärft sich

Polizeikette
Vor der Linie der ehemaligen Mauer schützen Polizeibeamte die Baustellenzufahrt. Foto: Rainer Jensen Foto: dpa
Polizisten
Wie früher - nur aus anderen Gründen: Polizisten vor der Berliner Mauer. Foto: Britta Pedersen Foto: dpa
East Side Gallery
Ein Bauinvestor will auf dem Grundstück an der Spree ein Wohnhochhaus errichten lassen. Foto: Rainer Jensen Foto: dpa
Lücke in der Mauer
Lücke in der Mauer: Im Hintergrund vier Mauerelemente, die bereits aus der East Side Gallery herausgenommen worden waren. Foto: Rainer Jensen Foto: dpa
Baustelle
Die Baumaschinen warten schon hinter der East Side Gallery. Foto: Soeren Stache Foto: dpa
East Side Gallery
Die East Side Gallery ist einer der wenigen verbliebenen Mauerabschnitte in Berlin und eine zentrale Touristenattraktion. Foto: Soeren Stache Foto: dpa
Medienaktion
Extra-3-Moderator Tobias Schlegel (r.) fordert in satirischer Absicht "Die Mauer muss weg!". Foto: Soeren Stache Foto: dpa
East Side Gallery
Polizisten vor der East Side Gallery: Dort wurden vier Mauerstücke der Berliner Mauer entfernt. Foto: Britta Pedersen Foto: dpa
Mahnwache an der East Side Gallery
Teilnehmer einer Mahnwache fordern "Spreeufer für alle". Foto: Soeren Stache Foto: dpa

Berlin (dpa) - Der Streit um einen Teilabriss der weltbekannten East Side Gallery in Berlin verschärft sich. Am Mittwochmorgen ließ ein Bauinvestor überraschend vier weitere Betonteile aus dem längsten noch erhaltenen Stück Berliner Mauer heraustrennen.


Kurz nach 5.00 Uhr rollten Bagger an, um eine Baustellenzufahrt zu schaffen. Der Investor, der zwischen Mauer und Spree ein Wohnhochhaus bauen will, vergrößerte damit eine bereits seit Anfang März gerissene Lücke auf etwa sechs Metern Länge, kündigte aber an, herausgetrennte Mauerteile später wieder einzusetzen.

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250 Polizisten waren im Einsatz und sicherten auch tagsüber das Areal am Spree-Ufer weiträumig ab. Während des Durchbruches waren nur wenige Demonstranten vor Ort. Der Senat reagierte brüskiert, da die Verhandlungen um eine Lösung in dem Konflikt andauerten. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte sich mit einem Kompromissvorschlag eingeschaltet.

Der Streit um das Mauerstück im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg tobt seit vier Wochen. Künstler aus aller Welt hatten den 1,3 Kilometer langen Wall nach dem Mauerfall bemalt. Die Mauer-Galerie, Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt, wurde bereits in früheren Jahren an einigen Stellen durchbrochen.

Der Investor Living Bauhus, der hinter der East Side Gallery ein Hochhaus mit 36 Luxuswohnungen bauen will, teilte mit, die «temporäre Mauerversetzung» sei notwendig geworden, weil in Gesprächen mit Senat, Bezirk und den Investoren des Nachbargrundstücks auch nach vier Wochen keine Alternative gefunden worden sei. «Wir bedauern, dass es aktuell keinen anderen Weg gibt», sagte ein Sprecher.

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