Streiten gehört dazu

Geschwister
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Sich zu streiten und wieder zu vertragen ist bei Geschwistern ganz normal. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Foto: dpa

Kaum einen kennt man so gut wie die eigenen Geschwister. Die meisten Kinder in Deutschland haben mindestens einen Bruder oder eine Schwester. Dass es da auch mal Streit gibt, ist gar nicht so schlimm.


Wer Geschwister hat, weiß: Die können ziemlich nerven! Schließlich kann man sie sich nicht aussuchen, anders als Freunde. Aber vielleicht versteht einen der Bruder oder die Schwester manchmal auch besonders gut - vielleicht sogar besser als die Eltern. Die Expertin Inés Brock hat sich in ihrer Forschung viel mit Geschwistern beschäftigt und erklärt, was dahinter stecken könnte.

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DER BESONDERE DRAHT: Während die Schwester noch nach Worten sucht, weiß der Bruder schon genau, was sie sagen möchte. Solche Situationen kennen viele Geschwister. Das könnte daran liegen, dass Geschwister oft ähnlich alt sind und viel Zeit miteinander verbringen. »Dadurch entsteht oft ein ganz tiefes Verständnis füreinander«, sagt Inés Brock. Vor allem, wenn man etwas älter wird, würden Geschwister öfter Dinge besprechen, die man den Eltern vielleicht nicht erzählt.

EINE ROLLE FÜR JEDEN: Kennst du Geschwister, die ganz unterschiedlich sind? Einer ist vielleicht ein totaler Draufgänger, der andere sehr zurückhaltend. Inés Brock erklärt: Dass Geschwister in der Familie unterschiedliche Rollen einnehmen, ist gar nicht so ungewöhnlich. Obwohl sich Geschwister oft ähnlich seien, wolle man sich auch voneinander unterscheiden. Vor allem in Familien mit mehreren Kindern würde sich oft jedes Kind eine Rolle suchen, die von den anderen noch nicht besetzt ist, erklärt die Expertin. So können Geschwister manchmal ganz unterschiedliche Persönlichkeiten haben.

STREITEN UND VERTRAGEN: »Das gehört einfach zum Geschwistersein dazu«, sagt Inés Brock. Und auch, wenn man es vielleicht nicht denkt: Streit unter Geschwistern kann auch etwas Gutes haben. Man merke so, dass man Konflikte auch mal ohne die Eltern regeln kann, erklärt die Expertin. »Dass jemand ein anderes Bedürfnis hat und ich auch mal Rücksicht nehmen muss oder wie man miteinander teilt, lernt man so alles nebenbei im Alltag.« Wichtig sei beim Streiten, dass keine Grenzen überschritten werden. Also dass sich etwa nicht immer die gleichen Geschwister gegen ein Kind verbünden.

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