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Sturm-Ära endet mit Pleite - Reform-Forderung zum Abschied

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Deutschland - Slowakei
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Deutschlands Marcus Kink (l) im Duell mit dem Slowaken Peter Ceresnak (r). Foto: Marcel Kusch Foto: dpa
Marco Sturm
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Marco Sturm steht gegen die Slowakei zum vorerst letzten Mal als Bundestrainer an der deutschen Bande. Foto: Arne Bänsch Foto: dpa

Zum Abschluss wurde es noch einmal emotional. Die Nationalspieler verabschiedeten sich von Olympia-Silberschmied Marco Sturm. Der bisherige Eishockey-Bundestrainer geht nach dem Deutschland Cup zurück in die NHL. Ein Abschied für immer muss es nicht werden.


Krefeld (dpa) - Nach der Niederlage zum Abschluss seiner Amtszeit hielt sich der erfolgreichste Bundestrainer der Geschichte des Deutschen Eishockey-Bundes bei seiner Abschiedsrede ganz kurz.

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»Ich kann mich eigentlich nur bedanken. Es tut auch weh, Tschüs zu sagen«, bekannte Marco Sturm, der sein letztes Spiel als Coach der DEB-Auswahl beim Deutschland Cup in Krefeld mit 0:2 (0:0, 0:0, 0:2) gegen die Slowakei verlor. Vor 4295 Zuschauern schaffte es das deutsche Team nicht, in 60 Minuten ein Tor zu erzielen. In dem zähen Match schossen die Slowaken dagegen kurz vor Ende durch Marcel Hascak (55. Minute) und Radovan Pulis (56.) zwei binnen 24 Sekunden.

Dadurch beendet Deutschland das Vier-Nationen-Turnier erstmals seit 2005 wieder als Letzter. Wie im Vorjahr gewann Olympiasieger Russland durch ein 4:2 im entscheidenden Spiel gegen den Zweiten aus der Schweiz. Der erneut große Kampf des ersatzgeschwächten deutschen Teams, das Sturm gern ein kleines Abschiedsgeschenk gemacht hätte, wurde nicht belohnt. Schon gegen Russland und die Schweiz hatte es knappe Niederlagen nach Verlängerung und Penaltyschießen gegeben.

Sturm fliegt bereits am Montag nach Los Angeles, wo er beim NHL-Team der LA Kings Assistenzcoach wird und sich für einen Cheftrainerposten in der weltbesten Liga empfehlen will. Schon vor dem Spiel gegen die Slowakei hatten sich die Spieler öffentlich mit emotionalen Worten vom sichtlich gerührten Coach verabschiedet. »Das war hart«, verriet Sturm später bei Telekom Sport.

Kapitän Moritz Müller kämpfte auf dem Eis mit den Tränen, als die Botschaften und Bilder von den Olympischen Spielen im Februar eingeblendet wurden. In Pyeongchang hatte Sturm Außenseiter Deutschland sensationell zur Silbermedaille geführt - dem größten Erfolg im deutschen Eishockey überhaupt. »Für mich persönlich waren die vergangenen Jahre mit dir die schönsten überhaupt in der Nationalmannschaft«, sagte Müller.

Vize-Kapitän Marcus Kink meinte: »Du warst schon als kleiner Junge mein Idol. Bleib so, wie du bist - ein überragender Typ.« Und Verteidiger Sinan Akdag sagte: »Wenn du irgendwann mal zurück kommen willst - wir werden dich mit offenen Armen empfangen.«

Ein Abschied für immer von Sturm muss es auch nicht werden. »Ich habe angeboten, dass ich immer zur Stelle bin. Ich bin ja nicht weg vom Fenster«, sagte Sturm und betonte: »Es kann alles passieren. Ich schließe nichts mehr aus in meinem Leben.«

Der deutsche NHL-Rekordspieler war ohne Trainer-Erfahrung 2015 überraschend Bundestrainer geworden und etablierte das DEB-Team fortan in der erweiterten Weltspitze. Höhepunkt seiner Amtszeit war das mit 3:4 nach Verlängerung dramatisch verlorene Olympia-Finale gegen Russland, als nur 55,5 Sekunden zu Gold gefehlt hatten.

Seit 2015 hatte Sturm auch immer wieder versucht, vermeintliche Missstände vor allem bei der Nachwuchsarbeit zu verbessern. Zu seinem Abschied ermahnte der 1006-malige NHL-Spieler noch einmal die Deutsche Eishockey-Liga (DEL), mehr für die Jugendarbeit zu tun: »Momentan reicht es einfach nicht. Es ist ein Muss, etwas zu ändern.«

Wer Nachfolger als Bundestrainer wird, ist noch unklar. Die Suche wird auch noch einige Zeit dauern. Der DEB muss zunächst überlegen, ob er das bisherige Modell fortführen und einen Bundestrainer verpflichten will, der auch als Generalmanager auftritt. Kandidaten wären der frühere NHL-Coach Ralph Krueger (59) - derzeit Fußball-Geschäftsführer beim FC Southampton - oder Ex-Bundestrainer Uwe Krupp (53) vom tschechischen Tabellenführer Sparta Prag.

DEB-Chef Franz Reindl (63) deutete an, die Ämter künftig wieder trennen zu können. Bei diesem Modell könnte Olympia-Silbergewinner Christian Ehrhoff (36) als Generalmanager fungieren und ein DEL-Coach wie Düsseldorfs Harold Kreis (59) oder Mannheims Pavel Gross (50) zumindest übergangsweise als Bundestrainer arbeiten.

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