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»Südsaitn« – der Weltenbummler und die Heimatliebende

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»Weltenbummler« Joachim Miska und »Heimatliebende« Eva Fenninger schlugen eine harmonische Brücke zwischen zwei Welten: Instrumentenmix mit moderner und traditioneller Musik aus verschiedenen Genres.

Ein außergewöhnliches Konzert gab es in der Evangelischen Simeonkirche mit dem Duo »Südsaitn« zu hören. Der Abend stand ganz im Zeichen der »Sommerpause« und für die Besucher hieß es »Abschalten und Auszeit für Seele und Geist«.


Sie nennen sich »Südsaitn« und kommen aus zwei grundverschiedenen Richtungen: Eva Fenninger und Joachim Miska. Während Weltenbummler Miska, ständig von Fernweh geplagt, unterwegs mit Gitarre und Handpan ist, bleibt Eva Fenninger mit Harfe, Hackbrett und bairischer Lyrik in der Heimat fest verwurzelt. Mit diesem Instrumentenmix schafft es das Akustik-Duo eine harmonische Brücke zwischen zwei Welten zu schlagen. Mit ungewöhnlichen Klängen schicken sie die Besucher auf eine Reise in die Fremde, wobei der Weg immer zurück in die bayerische Heimat führt.

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Zwei Stunden lang durften die Zuhörer in eine vielschichtige Klangwelt abtauchen. Von beruhigenden, gedankenverlorenen Stücken bis hin zu fließenden, emotionalen Kompositionen gestalteten »Südsaitn« einen gehaltvollen Abend und eröffneten den Gästen ein breites Klangspektrum.

Begrüßt wurden die Gäste mit dem Kernstück »Summer break« und »The birds and the bees« von Attila Zoller. Flugs machte das Duo dann einen großen Sprung über den Teich nach Brasilien. Mit »Sao Jorge« (Heiliger Josef), geschrieben von Hermeto Pascoal, gefolgt von den »Glockenspielklängen«, ging es weiter nach Argentinien mit dem Tango »El Choclo« von Antonio Villoldo. Gerade eben noch träumte Miska von der großen »Red Rocks Bühne« in Colorado (Nordamerika), da nahm Eva Fenninger ihn schon wieder mit in die bayerische Heimat mit »Dahoam«. Dabei wagte sie sich gesanglich mit bairischen Texten ans Mikrofon. Mit dem Solostück »Sommer am See«, beschrieb Eva Fenninger den idyllischen Waginger See, mit schon fast himmlischen Klängen der Harfe.

Recht spannend war der »Feierabend Dreiviertler«. Da enthüllte Joachim Miska seine kostbare Handpan, aus der er geheimnisvolle und magische Klänge »herauszauberte«. Die Handpan, die viele Zuhörer bis dahin noch nicht kannten, ist ein rundes Instrument aus Metall mit zwei aufeinander geklebten Metallkuppeln. In die obere Hälfte sind Tonfelder gehämmert, die mit Händen und Fingern gespielt werden. Ursprünglich stammt das Instrument aus der Schweiz. Aufgrund der unzählbaren, musikalischen Möglichkeiten und des einzigartigen Schalles ist es für viele begeisterte Musiker das Instrument des 21. Jahrhunderts.

Beim Stück »Waiting« rief Miska dem Publikum ins Bewusstsein, dass man Zeit, die durch Warten entsteht, sinnvoll nutzen sollte, anstelle ungeduldig das Warten abzuwarten. Mit dem »Föhnsturm« und »Glas of beer« schickte das Musikerpaar die Gäste dann in eine kurze Pause.

Weiter ging es mit dem Abenteuer »Bayerisch Mantra«. Hier erlebten die Gäste ein »Ganserlhaut-Stück«, mit sehr gefühlvollen, alpenländischen Jodelklängen, begleitet mit sanfter, spiritueller Kraft der Handpan. Mit dem Stück »Mountain Song« beschrieb Miska eine Bergtour mit mystischen Klängen, von der Dämmerung bis zu einem sonnigen Tag. »Alles gut«, das man täglich hört, aber selten meint, interpretierte das Paar mit erfrischenden Klängen auf der Gitarre und am Hackbrett, dass wirklich alles gut ist. Dann ging es wieder kurz nach Brasilien an den Sandstrand mit »Céu azul« (blauer Himmel) und dem bekannten Lied »Tico, Tico«, das in dieser speziellen Interpretation noch keiner kannte.

Wieder näher an der Heimat gab es Stücke »Long way back« und »Bei uns an der Donau« aus Oberösterreich zu hören. Dass man dem Hackbrett durchaus flotte und coole Töne entlocken kann, zeigte Eva Fenninger mit »In town« von James Brown. Im letzten Stück »Sonntag« verabschiedete sich das Duo vom Publikum und mit der Zugabe »Night flight« wünschten Eva Fenninger und Joachim Miska endgültig einen guten Nachhauseweg. fb

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