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Packender Übungstag in Törring – Brände, Gefahrguteinsätze und Menschenrettung am laufenden Band. Den Planern ist es gelungen, Übungen auf die Beine zu stellen, die von echten Einsätzen nicht zu unterscheiden waren und bei den Beteiligten immer wieder für „Adrenalinschübe“ sorgten. Foto: Kreisfeuerwehrverband Traunstein

Täuschend echte Übungen begeistern die Retter

Tittmoning, Törring - Mehr als zwei Jahre hatten die heimischen Hilfs- und Rettungsorganisationen in Sachen Ausbildung mit »angezogener Handbremse« unterwegs sein müssen. Nun nutzten Feuerwehr- und Rettungskräfte die Chance, mit einem großangelegten Übungstag die Abläufe zu trainieren. Die Gastgeber des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein und der Feuerwehr Törring setzten dabei auf das bewährte Konzept, mit mehreren kleineren Übungsszenarien unterschiedliche Herausforderungen zu üben, und trafen voll den Geschmack aller Beteiligten. Die beiden Hauptverantwortlichen Wolfgang Eder und Hans Heinrich zogen am Ende ein positives Fazit.


Insgesamt waren acht Stationen für die etwa 150 Ehrenamtlichen vorbereitet, rund 30 Helfer waren mit der Organisation und den Vorbereitungsarbeiten beschäftigt. Im Rahmen des Übungstages galt es Brände zu löschen, Verletzte zu versorgen und Menschenrettungen durchzuführen.

Erstmals dabei war ein Einsatz in Zusammenhang mit einem Elektrofahrzeug. Die Annahme: Bei Reparaturarbeiten hatte ein Mechaniker einen Stromschlag erlitten und musste gerettet werden. »Ich bin froh darüber, dass wir ein Fahrzeug mit elektrischem Antrieb vor Ort hatten, um auch diese Antriebstechnik kennenzulernen«, so Kreisbrandmeister Hans Heinrich.

Das Szenario, ausgegeben zum Trainieren, lautete so: Eine Geburtstagsparty in einer Gartenhütte mitten im Dorf war vollständig aus dem Ruder gelaufen. Zahlreiche junge Menschen waren nicht nur betrunken, vielmehr waren sie teilweise bewusstlos, weil es in der Hütte zu einer erhöhten Kohlenmonoxid-Konzentration gekommen war. Spätestens zu dem Zeitpunkt, ab dem sich die »Schauspiel-Eltern« einschalteten, panisch umherliefen sowie aus Angst um die Kinder laut umherschrien, war die Übung nicht mehr von einem Ernstfall zu unterscheiden. »Da ist es einem eiskalt über den Buckel runter gelaufen«, resümiert Kreisbrandinspektor Günter Wambach und sprach im selben Atemzug allen Übungsdarstellern und den Planern ein dickes Lob für die authentischen Übungen aus.

An den anderen Stationen trafen die Einsatzkräfte auf ein von einer Hebebühne gestürztes Fahrzeug, das eine Person unter sich eingeklemmt hatte, einen Traktorfahrer, der beim Rangieren einen Radfahrer übersehen hatte, ein schwimmendes Benzinfass im Weiher, eine knifflige Rettungsaktion nach einem Wespenstich mit einer allergischen Reaktion in einer Garage, einen Brandalarm mit mehreren verletzten Personen sowie einen kleinen Gefahrgutunfall am Bahnhof in Wiesmühl. Luis Pleyer vom Technischem Hilfswerk sagte voller Begeisterung, »es ist richtig geil, hier mit dabei sein zu dürfen, unsere Mitglieder sind von der Vielzahl der Herausforderungen richtig begeistert«.

Den gesamten Nachmittag lang wurden die unterschiedlichen Einheiten aus Feuerwehr, Rotem Kreuz, Malteser, Wasserwacht und Technischem Hilfswerk etwa im Halbstundentakt zu den Einsätzen gerufen. Am Feuerwehrhaus Törring wurde ein Bereitstellungsplatz eingerichtet, an dem die Teilnehmer ihre Einsatzaufträge erhielten und zu den Übungseinsätzen ausrückten. Die Mitglieder der Feuerwehr-Führungsstelle Salzach, bestehend aus Aktiven der Feuerwehr Pietling und Fridolfing begleiteten den Nachmittag und koordinierten die Aufträge.

Hob