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»Tag des Notrufs 112«: Im Ernstfall zählt jede Minute

Traunstein. Der heutige 11. Februar ist zum fünften Mal in Folge »Tag des Notrufs 112« – und das europaweit. In allen 27 Mitgliedsstaaten der EU hilft diese einheitliche Rufnummer, Leben zu retten. Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung als Betreiber der Integrierten Leitstelle (ILS) Traunstein erinnert an diesem Tag an die Vorteile der vorwahl- und gebührenfreien Notrufnummer.

Der stellvertretende Leiter Gerhard Jäkel (von links), Disponent Bernhard Heimendahl und Geschäftsführer Josef Gschwendner erinnern am »Tag des Notrufs« an die Vorteile der vorwahl- und gebührenfreien Notrufnummer 112.

Vergangenes Jahr gingen über 200 000 Notrufe ein

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Die Integrierte Leitstelle Traunstein ist seit 2010 zuständig für alle Bereiche der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr in den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Traunstein. Das neue System hat sich mittlerweile sehr gut etabliert. Vergangenes Jahr gingen über 200 000 Notrufe ein.

Gemessen an den Gesamteinsatzzahlen liegt die ILS Traunstein neben den städtischen Leitstellen Nürnberg, München, Augsburg und Würzburg an der bayernweiten Spitze. Zudem werden in Traunstein jährlich bayernweit die meisten Berg- und Wasserrettungseinsätze bearbeitet. Eine fundierte Ortskenntnis von den Berchtesgadener Alpen bis nach Egglkofen an der Grenze zum Landkreis Landshut – das sind in der Nord-Süd-Ausdehnung über 100 Kilometer – ist daher für jeden Mitarbeiter in der Traunsteiner Rettungsleitstelle erforderlich.

Anlässlich des »Tag des Notrufs« möchten die ILS-Verantwortlichen die Gelegenheit nutzen, die Bevölkerung nochmals auf die hohe Bedeutung der richtigen Notrufnummer hinzuweisen. »Der Polizei-Notruf 110 ist den Bürgern seit Jahrzehnten bekannt und fest im Gedächtnis der Bevölkerung verankert. Das wollen wir auch für den europaweit gültigen Notruf für Feuerwehr und Rettungsdienst 112 erreichen«, sagt Geschäftsführer Josef Gschwendner. Durch die Wahl des richtigen Notrufs wird ein Zeitverlust ausgeschlossen, was sowohl bei medizinischen als auch bei feuerwehrspezifischen Notlagen Leben retten kann. »Als Betrieb mit einem zertifizierten ISO-Qualitätsmanagement ist es uns wichtig, die Qualität fortlaufend zu erhöhen«, stellt Gerhard Jäkel, stellvertretender Leiter der ILS und Qualitätsmanagementbeauftragter, fest.

So wurde beispielsweise im vergangenen Jahr ein System zur »Telefonreanimation« eingeführt. Hierbei geben die Mitarbeiter der Leitstelle dem Anrufer Handlungsanweisungen zur Durchführung der Herz-Druck-Massage bei reanimationspflichtigen Patienten. Das sogenannte »therapiefreie Intervall« bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes kann somit überbrückt werden. Laut Gerhard Jäkel wurde dieses System bereits bei mehreren Patienten erfolgreich angewandt. Diese konnten die Klinik ohne bleibende Schäden wieder verlassen.

Ersthelferkenntnisse regelmäßig auffrischen

Dennoch appelliert Josef Gschwendner an die Bevölkerung, die Ersthelferkenntnisse regelmäßig aufzufrischen, »denn viele Menschen trauen sich Maßnahmen wie die stabile Seitenlage oder die Herzdruckmassage nicht mehr zu – diese Erfahrung machen wir tagtäglich bei der Bearbeitung der eingehenden Notrufe«, stellt Gschwendner fest. »Bei einem reanimationspflichtigen Patienten verringert sich pro Minute, die bis zum Beginn der Herzdruckmassage verstreicht, die Überlebenswahrscheinlichkeit um etwa zehn Prozent. Bereits nach fünf Minuten sind in der Regel schwerste Gehirnschäden die Folge«, ergänzt er. »Da die Frist bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes meist bei über fünf Minuten liegt, sind die Maßnahmen von anwesenden Laien entscheidend.«