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Über 15 000 Tonnen giftigen Materials auf den Kehlsteinwegen bereits entsorgt

Teerausbau geht gut voran

Berchtesgaden – Der Ausbau der Teerdecke bei der Altlastensanierung auf den Kehlsteinwegen ist weitestgehend abgeschlossen.

Der Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden bei den Bayerischen Staatsforsten, Dr. Daniel Müller, hofft, dass die Millionen-Maßnahme noch dieses Jahr abgeschlossen werden kann. (Fotos: Pfeiffer)

Das mit giftigen Stoffen versehene Schwarzmaterial ist mittlerweile entfernt, wie Dr. Daniel Müller, Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden bei den Bayerischen Staatsforsten, mitteilt. Lediglich im Wasserschutzgebiet Scharitzkehl liegt noch der belastete Teer. Und Probleme bereiten die ebenfalls giftigen Bankettbereiche. Das Material muss nun aufwendig nach Chemnitz transportiert werden.

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Seit Monaten transportieren zahlreiche Lkws tonnenschwere Fuhren ausgebauten Teers vom Kehlstein ins Tal hinab. Auf eigens eingerichteten Umschlagplätzen wird das giftige Material, das den rund 80 Jahre alten Kehlsteinwegen entnommen wurde, zwischengelagert. Dazu hat man große Areale betoniert und wasserundurchlässige Bereiche geschaffen, auf denen der Teer abgelegt werden kann.

Riesige Zeltkonstruktionen sollen den Straßenausbau vor Regenwasser schützen. Denn das Kehlsteinwege-Material gilt als schwer belastet: sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe schlummern darin. Die Grenzwerte werden oftmals überschritten. Teils um das Zehnfache. Rund 15 000 Tonnen Material haben Facharbeiter bislang den Straßen entnommen und zu Deponien transportieren lassen, auf denen Giftmüll gelagert werden darf.

Dass der Aufwand noch größer als zunächst angenommen ist, ist den Straßenbanketten geschuldet, also jenen Bereichen links und rechts der Straße, auf denen Humus, Wurzelwerk und Pflanzen zu finden sind. »Wir hatten damit gerechnet, insgesamt etwa 3 000 Tonnen Bankettmaterial entnehmen zu müssen«, sagt Dr. Daniel Müller. Dabei bleibt es nicht. »Es fällt mindestens fünfmal so viel Material an«, so Müller. In Summe bedeutet das, dass bis zu 15 000 Tonnen davon entsorgt werden müssen. Das ist ein Problem, da das Material anders recycelt werden muss als der Teer. Erst kürzlich waren mehrere Lkw-Fuhren mit Bankettmaterial aus der Deponie in Österreich zurückgekommen, da dieses dort nicht verwertet und gelagert werden darf.

An vielen Stellen finden sich nach dem Ausbau des Teers kleine Brocken, die aber ebenfalls entsorgt werden müssen.

In einer weiteren Ausschreibung erhielt den Zuschlag nun eine Deponie in Chemnitz. Hunderte Fuhren Bankett müssen nun vom Kehlstein über mehrere Hundert Kilometer bis nach Chemnitz transportiert werden – bis zu 20 Lkw fahren jeden Tag. »Für jeden Fahrer ist das eine Tagestour«, sagt einer der Bauleiter. Dass die Kosten für die spezielle Entsorgung damit in die Höhe schnellen, kann man sich vorstellen.

»In anderen Bereichen kommen wir aber günstiger weg als gedacht«, sagt Daniel Müller, der hofft, dass die Kosten die geplanten 5 Millionen Euro nicht überschreiten werden. Zumal nun viele Kilometer Straßen abermals überprüft werden müssen, um ausschließen zu können, dass sich nach dem Straßenausbau nicht noch weitere Teerreste im Untergrund verbergen.

Insgesamt sind wohl mehrere Tausend Lkw-Fuhren notwendig, um das verseuchte Straßenmaterial zu entsorgen. Ob die Maßnahme noch in diesem Jahr beendet werden kann, steht in den Sternen. Denn ein wichtiger Teil im Wasserschutzgebiet Scharitzkehl konnte bislang aus organisatorischen Gründen noch nicht angerührt werden. »Wir hoffen, dass wir es heuer noch schaffen«, sagt Daniel Müller. Denn jede Verzögerung kostet die Bayerischen Staatsforsten bares Geld. Kilian Pfeiffer