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Teer-Fiasko wird wieder Thema

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Problemfeld Straßenrand: In einem Gutachten, das sich mit der Kehlsteinstraße beschäftigt hat, wurde den Straßenrändern Aufmerksamkeit geschenkt. (Foto: Archiv/Pfeiffer)

Berchtesgaden – 5 Millionen Euro zur Entfernung der Teer-Altlasten am Kehlstein nehmen derzeit die Bayerischen Staatsforste in die Hand – auch die Tourismusregion ist auf das Schlimmste gefasst...


Und auch die Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK) stellt sich auf das Schlimmste ein. Vorsitzender Franz Rasp sagt: »Sollten die Kehlsteinstraße und die Dalsenwinklstraße saniert werden müssen, kommen auf den Verband Kosten in Millionenhöhe zu.« Giftiger, jahrzehntealter Teer liegt dort.

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Bislang war der Teer, der sich in der Kehlsteinstraße befindet, kein Thema. Offizielle Anfragen an das Landratsamt Berchtesgadener Land wurden umgehend beantwortet: »Die Kehlsteinstraße ist versiegelt.« Probleme gebe es keine, eine Sanierung sei nicht notwendig. Mit Franz Rasps öffentlich getätigter Aussage, die eine Sanierung in den Bereich des Möglichen rückt, gewinnt das Thema wieder an Brisanz.

Die TRBK ist sowohl bei der Kehlsteinstraße, über die jedes Jahr Hunderttausende Besucher mit dem Bus auf den Kehlstein fahren, als auch bei der Dalsenwinklstraße in der Verantwortung. Beide Straßen sind teerbelastet, die Dalsenwinklstraße ist in keinem guten Zustand, die Kehlsteinstraße wurde bereits abgefräst und der giftige Teer versiegelt, sodass Wasser keine Gifte ausschwemmen kann. Bislang ging man davon aus, dass das ausreicht. Allerdings hatte ein Gutachten die Straßenränder der Kehlsteinstraße als Problemfeld ins Visier genommen. Offiziell äußert sich Zweckverbandsvorsitzender und Bürgermeister Franz Rasp zwar noch nicht im Detail, er sagt aber so viel: »Wir werden uns zeitnah informieren müssen, wie wir weiter vorgehen.«

Anders als die Bayerischen Staatsforsten, die in den nächsten Monaten mehrere Kilometer der aus Teer gefertigten Kehlsteinnebenwege entfernen werden, würde Franz Rasp die Dalsenwinklstraße allerdings nicht mit Sand verfüllen wollen, sondern die historische Straße erhalten und überasphaltieren lassen. Gefahr wegen möglicher Trinkwasser-Quellen besteht in diesem Bereich nicht.

Eine Sanierung würde hohe Kosten verursachen. Ein Zweckverbandsmitglied sagte gegenüber dieser Zeitung, dass eine Sanierung der Kehlsteinstraße das »Horrorszenario« wäre. Denn dann müsste der Zweckverband nicht nur viel investieren, sondern die Kehlsteinlinie würde zunächst vermutlich eingestellt werden müssen. Als eine der meistfrequentierten Attraktionen entgingen dem Verband jährliche Einnahmen in Millionenhöhe. Dazu äußern möchte sich bislang niemand. Dass mittelfristig die Kehlsteinstraße zumindest in Teilbereichen saniert werden müsse, davon dürfe man aber ausgehen. Kilian Pfeiffer