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Teisendorf verlässt die Ökomodellregion

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Foto: Armin Weigel/dpa

Teisendorf – Nicht leicht gemacht haben es sich die Gemeinderäte mit ihrem Entschluss, Ende 2021 die Ökomodellregion zu verlassen. Projekte sollen dann verstärkt in Zusammenarbeit mit der Biosphärenregion Berchtesgadener Land durchgeführt werden. Eine rege Debatte war der knappen Entscheidung vorausgegangen.


Der Kernauftrag der vom Landwirtschaftsministerium geförderten zwölf Ökomodellregionen ist es, den Anteil der Bio-Betriebe deutlich zu erhöhen, informierte Bürgermeister Thomas Gasser. Es bestehe kein Zweifel, dass die Ökomodellregion erfolgreich sei. Seit Projektbeginn 2013 sei die Zahl der Ökobetriebe in der Region von rund sieben auf etwa zwölf Prozent der Betriebe und knapp zwölf Prozent der landwirtschaftlichen Fläche gestiegen. 2019 würde aber die Förderung des Projektmanagements auslaufen. Eine letztmalige Verlängerung der Förderung um drei Jahre soll den Übergang in die Eigenfinanzierung durch den Gemeindeverbund erleichtern. Dabei werde der Fördersatz jährlich degressiv abgesenkt von 60 Prozent im ersten auf 20 Prozent im dritten Jahr. Natürlich müsse das bisher Erreichte kontinuierlich ausgebaut werden.

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Das Berchtesgadener Land habe aber mit der »Biosphärenregion«, kurz »Biosphäre«, eine einmalige Einrichtung, mit der dies möglich sei. Die Bürgermeister der drei Gemeinden aus dem Landkreis Berchtesgadener Land, die der ÖMR angehören, nämlich Laufen, Saaldorf-Surheim und Teisendorf, hätten daher in ihrer Oktobersitzung beschlossen, den Gemeinde- bzw. Stadträten einen geordneten Austritt vorzuschlagen.

Georg Wetzelsperger (CSU) befürwortete den Vorschlag des Bürgermeisters. »Wir haben mit der Biosphäre eine Prädikatseinrichtung im Landkreis, die wir besser nutzen müssen.«

»Ich finde es schade, dass wir aus der Ökomodellregion ausscheiden wollen«, entgegnete Elisabeth Aschauer (Grüne). Im Gegensatz zur ÖMR habe die Biosphäre bislang nicht viel gemacht. Jetzt den Beschluss zu fassen, in drei Jahren auszusteigen, sei verfrüht, meinte auch Matthias Spiegelsberger (Grüne). Man solle sich die Situation in drei Jahren noch einmal ansehen und dann erst entscheiden.

Dies befürwortete auch Georg Baumgartner (CSU). Gleichzeitig warb er aber dafür, der Biosphäre eine Chance zu geben, sich zu beweisen, denn »wir müssen von dort auch konkrete Projekte anfordern, bevor wir sagen, dass die das nicht können«. Edwin Hertlein (Grüne) bezweifelte dies allerdings. »Die Biosphärenregion gibt es seit 28 Jahren, die Erfolge sind gering.« Laut ihm könnte es auch an der unterschiedlichen Förderkulisse liegen. Bei der ÖMR sei Privatinitiative gefragt, im Gegensatz zur Biosphäre, die vom Staat getragen werde. Auch er war gegen eine Austrittsentscheidung zum jetzigen Zeitpunkt. »Bei der Biosphärenregion passiert nicht viel, daher entbehrt es mir jeglicher Logik, aus einem erfolgreichen Modell, das bei den Bürgern ankommt, auszusteigen«, meinte Andreas Neumeier (CSU). Er ist nach anfänglicher Skepsis inzwischen von der ÖMR überzeugt..

Es gab aber auch Mitglieder, die sich für einen Ausstieg aussprachen. Anita Niederstrasser (FWG) plädierte für einen sofortigen Ausstieg. Warum wolle man in den nächsten drei Jahren noch rund 47 000 Euro ausgeben für eine Sache, die man dann sowieso nicht weiter verfolge, fragte sie. »Wir brauchen einen geordneten Ausstieg«, meinte hingegen Gernot Daxer (CSU) und schlug vor, zwei Beschlüsse zu fassen, um keine Unklarheiten aufkommen zu lassen.

Diesem Vorschlag folgte der Gemeinderat, indem er über zwei Beschlüsse getrennt abstimmte. Mit fünf Gegenstimmen wurde beschlossen, dass der Markt Teisendorf die Mitgliedschaft in der ÖMR bis Ende 2021 verlängert. Somit wurde ein sofortiger Austritt abgelehnt. Anschließend sprachen sich elf Gemeinderäte dafür aus, dass die Marktgemeinde Ende 2021 aus der Ökomodellregion ausscheidet. Sieben Gemeinderäte waren dagegen. kon