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Temperamentvolle Tanzstücke und lyrische Weisen

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Mit einer musikalischen Reise durch ganz Europa begeisterte die Fraunhofer Saitenmusik das Publikum in der Traunreuter Theaterfabrik. (Foto: Rasch)

Das »Fraunhofer« – eines der ältesten und schönsten Wirtshäuser Münchens – hat bei der Namensgebung der »Fraunhofer Saitenmusik« im Jahr 1978 Pate gestanden.


Mittlerweile sind vier Jahrzehnte ins Land gezogen und am kommenden Sonntag feiert das weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannte Quartett mit einem Konzert im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg in München sein 40-jähriges Bühnenjubiläum. Den Auftritt in der Traunreuter Theaterfabrik nutzte die Fraunhofer Saitenmusik gewissermaßen als Generalprobe, wie Richard Kurländer augenzwinkernd bemerkte.

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Die letzte Probe vor dem Konzert ist ihnen geglückt. Die Zuhörer verhielten sich mucksmäuschenstill und waren begeistert von der zwar alpenländisch klingenden, aber nicht rein stubenmusikalischen Volksmusik, wie sie vor allem jetzt zur Weihnachtszeit in unseren Breitengraden zu hören ist. Die »Fraunhofer« blicken in der Volksmusik über den Tellerrand beziehungsweise über die Landesgrenzen hinaus. Sie nahmen das Publikum in der Theaterfabrik auf eine Reise durch die vielen Facetten der Volksmusik in ganz Europa mit. Die musikalische Reise führte von der Schweiz über Schweden, Dänemark, Irland bis ins Tirolerische. Überlieferte und über Jahrhunderte entstandene Musik wie Märsche, Ländler, Polkas oder temperamentvolle Tanzstücke brachten einen lebhaften Kontrast zu den lyrischen und leidenschaftlichen Weisen. Der Schwenk von der Mazurka zum »Tiroler Hopsa«, der Wechsel vom »Astrid Walzer« zum französischen Bourreé bis hin zum unbekannten Anonymus und dem bekannten Weihnachtslied »Maria durch ein Dornwald ging« boten ein kurzweiliges, harmonisches Programm mit viel Abwechslung.

In der Frauenhofer Saitenmusik haben sich vier Musiker zusammengefunden, von denen jeder ein Meister seines Fachs ist. Richard Kurländer (Hackbrett und Harfe), Gerhard Zink (Kontrabass), Michael Klein (Gitarre) und Michaela Schmid (Cello und Blockflöte) harmonieren untereinander perfekt. Die Leidenschaft des gemeinsamen Musizierens und dabei Altes oder Fremdes neu zu entdecken und neu zu arrangieren, bringen sie wirkungsvoll zum Ausdruck. Die individuellen Klangeigenschaften rundet Kurländer mit mittelalterlichen Instrumenten wie einer Hirtenharfe und einer Streichpsalter ab. Dem Zuhörer wird es dabei nie langweilig. Im Gegenteil: Bei dieser Musik wartet man darauf, was als nächstes kommt und stellt dabei fest, dass die Grenzen der Volksmusik anders verlaufen. Gabi Rasch