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Tennis-Damen wollen bei Gerlach-Heimdebüt ins Finale

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Tennis Federation Cup
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Anna-Lena Grönefeld (l-r), Tatjania Maria, Angelique Kerber, Julia Görges und Teamchef Jens Gerlach wollen ins Finale des Fed Cups. Foto: Frank Molter Foto: dpa

In Topbesetzung wollen die deutschen Tennis-Damen erstmals seit 2014 das Finale im Fed Cup erreichen. Ein Favorit für das Halbfinale von Stuttgart gegen Tschechien ist nicht auszumachen.


Stuttgart (dpa) - Für Fed-Cup-Teamchef Jens Gerlach ist die Anspannung vor dem Halbfinale gegen Tschechien größer als bei seinem Debüt.

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Erstmals trägt der Nachfolger von Barbara Rittner bei einem Heimspiel die Verantwortung - und dann geht es in seiner Heimat Stuttgart gleich um den ersten Finaleinzug seit vier Jahren. Gegen Tschechien stehen die deutschen Tennis-Damen um Angelique Kerber und Julia Görges vor einer riesigen Herausforderung. Denn auch die Gäste treten in Bestbesetzung an und haben den Nationen-Wettbewerb in den vergangenen vier Jahren dreimal gewonnen.

Anders als beim Erstrunden-Coup beim Vorjahresfinalisten Weißrussland kann Gerlach für den Sandplatz in der Stuttgarter Arena auf sein Topduo Görges und Kerber setzen. Am Samstag (12.00 Uhr) trifft die deutsche Nummer eins Görges zunächst auf die zweimalige Wimbledonsiegerin Petra Kvitova. Dann spielt Kerber gegen die Weltranglisten-Sechste Karolina Pliskova. Neben zwei weiteren Einzeln steht am Sonntag das Doppel an, für das auf deutscher Seite zunächst Tatjana Maria und Anna-Lena Grönefeld vorgesehen sind.

Die deutschen Protagonisten in Stuttgart im Überblick: 

JENS GERLACH (44): Nach einer 13 Jahre langen Ära löste Gerlach im vergangenen Spätsommer Barbara Rittner als Teamchefin ab. Nur Insidern war er zu dem Zeitpunkt bekannt. Auf der WTA-Tour war der Familienvater Trainer (und kurzzeitig auch Lebenspartner) der Russin Anastassija Myskina, die er 2004 zum French-Open-Titel führte. Die deutschen Damen sprechen ausschließlich positiv von ihm. Verheiratet ist Gerlach mit einer Tschechin.

JULIA GÖRGES (29): Anfang Februar stieß die Stuttgart-Siegerin von 2011 als Zehnte erstmals in die Top Ten vor. Der Wechsel Ende 2015 nach Regensburg zu einem neuen Team hat ihrem Spiel gut getan. In Charleston stand Görges auf Sand zuletzt im Finale. Vor einem Jahr war die Bad Oldesloerin in der Fed-Cup-Abstiegsrelegation gegen die Ukraine Matchwinnerin.

ANGELIQUE KERBER (30): Das schwache Jahr 2017 hat die zweimalige Grand-Slam-Siegerin hinter sich gelassen. Mit ihrem neuen Trainer Wim Fissette geht es für die Kielerin wieder aufwärts. Der Belgier sagt, die beste Kerber habe man noch nicht gesehen. Sand ist jedoch der schwächste Belag der ehemaligen Weltranglisten-Ersten. In Stuttgart hat sie allerdings 2015 und 2016 das WTA-Turnier gewonnen.

TATJANA MARIA (30): Gemeinsam mit Anna-Lena Grönefeld sicherte sie in Minsk im Februar im Doppel den entscheidenden Punkt. Die Schwäbin ist Mutter einer Tochter und in Stuttgart nur für das Doppel eine Kandidatin. Durch starke Leistungen spielte sich Maria, früher als Tatjana Malek auf der Tour unterwegs, 2017 erstmals unter die Top 50.

ANNA-LENA GRÖNEFELD (32): Die Erfahrenste. Schon 2004 gab die Nordhornerin ihr Debüt im deutschen Team. In Minsk im Februar war die Doppelspezialistin zum 20. Mal für den Fed Cup nominiert, vom Weltverband wurde sie dafür in Stuttgart ausgezeichnet. 2006 stand sie auf Platz 14 der Welt und galt als große Hoffnung. Inzwischen spielt Grönefeld nur noch Doppel und Mixed, das aber mit Erfolg.