Thomas Weinzierl ist neuer Pfarrer in Inzell

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Dekan Georg Lindl (rechts) überreichte dem neuen Pfarrer der Pfarrgemeinde Inzell/Weißbach symbolisch einen Schlüssel für seine neue Wirkungsstätte. (Foto: Wegscheider)

Inzell – Nun hat die Pfarrgemeinde Inzell/Weißbach wieder einen eigenen Pfarrer. Thomas Weinzierl wurde in der Pfarrkirche St. Michael von Dekan Georg Lindl in einem feierlichen Festgottesdienst offiziell bestätigt. Mit der Überreichung der Ernennungsurkunde kann der neue Geistliche nun sein Wirken beginnen. Der Gottesdienst wurde auf Grund der eingeschränkten Plätze in der Kirche auch ins Freie übertragen.


»Es ist ein festlicher Tag für Inzell/Weißbach und ein Tag der inneren Zufriedenheit, die hier in der Region verwurzelt ist. Gott gibt uns etwas im Auftrag des Bischofs und auch wir sollen etwas geben«, so Dekan Georg Lindl.

Kirchenpfleger Franz Kamml verlas die Ernennungsurkunde zum neuen Pfarradministrator für Inzell und Weißbach und Dekan Lindl übergab, nachdem Thomas Weinzierl sein Treuebekenntnis gegenüber der Kirche neu geleistet hatte, symbolisch den Schlüssel für seine neue Wirkungsstätte. Die Freude darüber war groß und das merkte man dem neuen Pfarrer auch an.

Das Vertrauen in Gott brachte Weinzierl, der bisher in Velden als Pfarrer tätig war, im Evangelium zum Ausdruck, bei dem Jesus mit den Jüngern auf dem See war und ein Sturmwind aufkam. Die Angst war groß, aber Jesus befahl dem Wind, still zu sein. »Warum habt ihr solche Angst, habt ihr noch keinen Glauben«, war die zentrale Frage und die Jünger wunderten sich: Wer ist dieser Mensch, dem sogar der Wind gehorcht? In seiner Predigt ging Thomas Weinzierl auf die Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus ein, die Menschen nach menschlichen Maßstäben einzuschätzen und nicht mit zweierlei Maß zu messen. »Wir beurteilen Menschen unterschiedlich und schätzen sie vielleicht auch nicht richtig ein. In dem einen sehen wir den Zwerg und machen ihn nieder und bei anderen messen wir mit dem Riesen – oft auch bei uns selbst, sind großzügig und geduldig und drücken beide Augen zu«, verdeutlichte der neue Pfarrer.

Es sollte aber keinen Maßstab geben, der von Sympathie und Antipathie abhängt. Paulus ist unverhofft mit Jesus in Berührung gekommen und hat dabei erfahren, dass dieser hinter dem Zwerg den Riesen sieht. Jeder Mensch hat besondere Fähigkeiten und Anlagen. Paulus sagt: Die Liebe Christi drängt uns. Lassen wir uns mit dem Vertrauen auf Gott nicht aus der Bahn werfen. Der Anspruch sollte sein, auf andere zuzugehen und sie mit neuen Augen zu betrachten. Jesus hat es uns gezeigt. Die Maßeinheiten auch in unserem Leben zu finden und Riesen und Zwerge hinter uns zu lassen. »Machen wir uns auf die Suche nach dem Glauben. Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden«, schloss Weinzierl in seiner Predigt. Er bedankte sich für die freundliche Aufnahme und die bereits erhaltene, große Unterstützung. »Ein Hirte kann ohne Herde nicht funktionieren«, so seine klare Aussage. Er dankte seinem ehemaligen 'Chef' Pfarrer Tobias Rother aus Velden, Dekan Georg Lindl, Pfarrer Otto Stangl aus Ruhpolding für die geleistete Arbeit in den vergangenen Jahren, dem Chor für den festlichen Gottesdienst und seinen ehemaligen Ministranten aus Velden und Bad Aibling, die eigens zum Ernennungsgottesdienst erschienen sind.

Im Namen seines Kollegen Hubert Zach aus Weißbach begrüßte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Albert Hütter den neuen Pfarrer ganz herzlich in Inzell. »Jetzt haben wir wider einen eigenen Pfarrer. Des grenzt schon fast an ein Wunder bei dem heutigen Priestermangel«. Sicher wird es Veränderungen geben in der Pfarrgemeinde mit neuen Abläufen, Gepflogenheiten und unter Umständen anderen Gottesdienstzeiten, doch ist hier die Pfarrgemeinde aufgerufen, an einem Strang zu ziehen und gemeinsam die Dinge anzugehen. »Auf jeden Einzelnen kommt es an, denn es geht nur mitei-nander«, schloss Hütter.

Im Anschluss des Gottesdienstes gab es noch einen kleinen Stehempfang im Garten des Pfarrheims, wobei die Musikkapelle Inzell zur Begrüßung endlich wieder spielen durfte. hw