weather-image
14°

Thriller mit Happy End

5.0
5.0

Berchtesgaden – Nach drei Siegen in Serie konnte auch der erklärte Aufstiegsaspirant ASV Au/Hallertau die Siegesserie der Berchtesgadener Ringerstaffel nicht stoppen. Nachdem der höchst interessante Ringsportabend erst mit dem letzten Kampf entschieden worden ist, tobte die Halle wie zuletzt zu Zeiten in der zweiten Bundesliga. Die Berchtesgadener Ringerstaffel wuchs förmlich über sich hinaus, die unterlegenen Favoriten konnten ihr Schicksal nicht fassen. 15 Sekunden vor dem Ende des letzten Kampfes lagen die Gäste noch voran. Abteilungsleiter Hans Labacher sowie die Trainer Mike Günter und Uwe Petersen verteilten an ihre Männer Bestnoten und schwärmten wie schon lange nicht mehr.


Dabei begann der spannende Abend mit gut 200 Zuschauern alles andere als vielversprechend für den TSV Berchtesgaden. Denn erstmals in dieser Saison bekam Seriensieger Lukas Laue (F 55) mit Askar Dostie einen richtig starken Gegner serviert. Laue führte jedoch schon mit 7:5 Punkten, als eine Unachtsamkeit zum Schultersieg des Gästeringers führte. Laue konnte einen Beinangriff des älteren Mattenfuchses nicht kontern und verlor so nach 4:17 Minuten entscheidend.

Anzeige

Weil der TSV Berchtesgaden das Schwergewicht (G 120) nicht besetzt hatte, zog der Gast auf 8:0 davon.

Wolfgang Heil (G 60) gewann mit einer souveränen Technischen Überlegenheit gegen Gerhard Linseneisen, die Heil bereits nach knapp zwei Minuten errungen hat.

Hans Preinfalk (F 96) hatte die erste Runde verschlafen, lag 0:2 zurück und lief erst nach belehrenden Trainerworten im zweiten Abschnitt zur Normalform auf. Dies reichte gegen Eugen Dirbach für 3:2 Punkte.

Christoph Graßl (F 66 A) rang mit Thomas Sedlmeier, einem ehemaligen deutschen Meister, der ein Stakkato an Griffvariationen abzog und nach knapp drei Minuten als überlegener Punktsieger feststand. Somit lag der TSV Berchtesgaden zur Pause mit 6:13 zurück.

Florian Rehlegger (G 84 B) wehrte sich tapfer gegen Serdar Biyikoglu und ließ nur einen Punktsieg seines Gegners zu. Somit rettete Rehlegger seinem Team wichtige Punkte für den Mannschaftssieg. »Eine unglaublich gute Mannschaftsleistung ließ nicht erreichte, aber eingeplante Punkte kompensieren«, befand Abteilungsleiter Hans Labacher nach dem noch dramatischen Ringsportabend.

Weil der Gast die Klasse G 66 B nicht besetzt hatte, kam Korbinian Hillebrand kampflos zu vier Punkten, die Berchtesgaden auf 11:15 Punkte heranrücken ließen.

Andreas Pfnür (F 84 A) ging grippegeschwächt in den Kampf. Dennoch hielt sich der Ramsauer tapfer und ließ gegen den starken Hasen Soykan nur einen Punktsieg zu. So stand es vor den letzten beiden Kämpfen 18:12 für die Gäste, die noch zwei heiße Eisen auf die Matte brachten.

Zunächst jedoch zog Andreas Hillebrand (F 74 A) alle Register seines Könnens. Christopher Mayer geriet gleich einmal in einen Achselwurf, der den Hallertauer sichtlich verwirrte. Daraufhin zog Hillebrand alle Register, schließlich musste er vier Punkte holen, um noch die theoretische Chance auf den Mannschaftssieg zu gewährleisten. Und so führte der ASV Au/Hallertau vor dem letzten Kampf mit 18:16.

Alexander Petersen (G 74 B) benötigte im letzten Kampf des Abends einen entscheidenden Sieg, um noch den Mannschaftssieg zu holen. Doch zunächst geriet Petersen erst einmal in Rückstand. Auch in Runde zwei sah es zunächst nicht nach einem Erfolg des Berchtesgadeners aus. 15 Sekunden vor Schluss führte Vladislav Jakubovics noch scheinbar sicher mit 4:2. Doch Petersen richtete sich seinen Gegner förmlich her und überraschte diesen mit einer perfekt gezogenen Schleuder, die den Kampf zugunsten des TSV-Ringers beendete. Die gegnerische Staffel hatte den Sieg förmlich vor Augen und stand nun mit leeren Händen da. Auf Berchtesgadener Seite war der Jubel riesengroß.

»Ich dachte, die beiden letzten Kämpfe seien schon etwas Besonderes gewesen, aber jetzt hat unsere Staffel noch einen draufgesetzt. Diese Stimmung unter den Zuschauern war unbeschreiblich«, freute sich ein sichtlich zufriedener Abteilungsleiter Hans Labacher. Christian Wechslinger