Decision Game
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Vera Schröder (Eva Meckbach) in einer Szene aus «Decision Game»: Foto: dpa

Thriller-Serie »Decision Game« bei ZDFneo

Berlin (dpa) - Ein Kind wird entführt, und die Mutter beginnt ein Spiel auf Leben und Tod. Eine intelligente, höllisch spannende deutsche Thriller-Serie mit hochkarätiger Besetzung.


Sie hat den Schaden schon ausgerechnet, bevor er eingetreten ist: Die smarte Risikoanalystin Vera (Eva Meckbach) überlässt nichts dem Zufall, und bringt mit ihrem Perfektionismus ihre männlichen Kollegen bei einem großen Versicherungskonzern immer mal wieder zur Weißglut.

Maximale Kontrolle ist alles für diese Frau, und dies gilt auch in Bezug auf ihre Teenager-Tochter Elsa (Paula Hartmann), deren Handy von Mutti gerne via GPS getrackt wird. Als Elsa trotzdem bei einem Einkaufsbummel verschwindet, melden sich kurz darauf Entführer mit einer ominösen Forderung. Ein Alptraum beginnt. Die ersten drei Folgen der sehenswerten deutschen Thriller-Serie »Decision Game« laufen am Dienstag (06.09.) ab 20.15 Uhr bei ZDFneo, die Episoden vier bis sechs am Mittwoch (07.09.) ab 20.15 Uhr.

Das ist schon ungewöhnlich: Die Entführer fordern kein Geld von Eva und ihrem Mann Alex (Shenja Lacher). Stattdessen soll Eva in ihrem Job das Risikolevel des afrikanischen Staates Burundi hochstufen. Wer könnte hinter dieser Forderung stecken, die unabsehbare Folgen hätte für unzählige Menschen und die Wirtschaft des Landes?

Veras Mann Alex ist Polizist und versucht mit Hilfe einer Abhörexpertin die Entführer aufzuspüren. Aber die lassen sich nicht so einfach hinters Licht führen und drohen stattdessen damit, Elsa Gewalt anzutun. Für die stets rational agierende Vera tut sich ein schier unlösbares Dilemma auf. Mit ihrem ehemaligen Professor und Mentor Thalmann (Robert Hunger-Bühler) spielt sie alle Handlungsoptionen durch. Statt nachzugeben entschließt sich Vera, den Forderungen der Entführer etwas entgegenzusetzen. Dabei geht sie volles Risiko.

Regisseur Benjamin Pfohl hat mit »Decision Game« ein Psychoduell inszeniert, das weit über gängige TV-Krimistandards hinausgeht. Mit glaubhaften Figuren aus der Feder des Drehbuchautors Johannes Lackner entwickeln die sechs jeweils 45-minütigen Folgen einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann, auch wenn einige Handlungswendungen bisweilen konstruiert wirken.

Dabei kann sich diese Thriller-Serie ganz auf die überragende Präsenz von Hauptdarstellerin Eva Meckbach (»Criminal«; »Der König von Köln«) verlassen. Die vor allem vom Theater bekannte Schauspielerin, die über viele Jahre im Ensemble der Berliner Schaubühne geglänzt hat, verleiht ihrer Figur eine enorme Bandbreite: Von der kühl kalkulierenden über die besorgte bis zur fast hysterischen Mutter, die unbeschreibliche Angst um ihre Tochter hat: »Ich kann nicht noch ein Kind verlieren«, sagt sie gleich zu Beginn der Serie und beschreibt die verborgenen Traumata hinter der perfekten Oberfläche.

Auch Shenja Lacher als hilfloser, wütender Vater und Polizist und Robert Hunger-Bühler in der Rolle des väterlichen, leicht dämonischen Professors überzeugen. Selbst die Entführer, stark gespielt von Roeland Wiesnekker und Jakob Diehl, werden keineswegs eindimensional als simple Kriminelle gezeichnet. So entfaltet sich ein intelligenter Thriller, der gekonnt mit Annahmen der Spieltheorie jongliert und zugleich als spannender Krimi funktioniert. Für die Zuschauer ganz klar eine Win-Win-Situation.

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