weather-image
22°
Die vielfältigen Pfade der Obermooser Musik: Herzerwärmende Alte und neue Musik im NUTS

»Tief verwurzelt und weit verzweigt«

Die Obermooser Musi besteht aus (von links) Resi Baumgartner, Klara Stief, Severin, Elias und Andreas Schillinger sowie Christian von LeSuire. (Foto: Ortner)

»Tief verwurzelt und weit verzweigt«, so lautet der Titel des aktuellen Live-Programmes der Obermooser Musi. Das trifft es wieder einmal ziemlich auf den Punkt, wie der unterhaltsame Konzertabend in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS dem begeisterten Publikum zeigte. Denn es verbindet die Wurzeln der traditionellen Volksmusik mit dem bewährten weitwinkligen Blick über den stilistischen Tellerrand, hinaus in die ganze Welt, und bekommt mit einigen Überraschungsgästen auch nochmal eine besonders exklusive Note.


Die musikalische Reise führt über den französischen Tango und die dramatischen Themen alter, berühmter Italo-Western ins Reich der jiddischen Musik, aus deren Sprachschatz ja auch einiges im bayerischen wieder zu finden ist. Amerikanische Jazz-Standards und der Blues haben ihren Platz ganz selbstverständlich neben einem »Steirischen Bascher«, Bossa Nova oder Landler und Polka. Auch heuer haben sie wieder ihre langjährige Freundin Resi Mühlbacher vom Duo »Folk & More« für einige gemeinsame Lieder eingeladen. Mit ihrer wunderbar samtenen Altstimme nimmt sie das Publikum mit auf einen Flug zum Mond und verspricht nach der Landung wie einst die Andrew-Sisters »Bei Mir Bistu Shein«.

Anzeige

Die musikalische Vielfalt des Quartetts resultiert auch aus dem reichhaltigen Instrumentenpool, aus dem sich das Quartett bedienen kann. Resi Baumgartner spielt Gitarre und singt hin und wieder, Klara Stief bedient vorzüglich Hackbrett und Percussion und singt ebenfalls gelegentlich. Christian von LeSuire glänzt mit Kontrabass und Baß-Klarinette und Andreas Schillinger beeindruckt neben dem gekonnten Spiel auf der Diskant-Zither auch an der diatonischen Harmonika.

Auch eigene Kompositionen haben die »Obermooser« regelmäßig im Gepäck, vorwiegend aus der Feder von Andreas Schillinger, aber auch von Horst Brunner, einem ehemaligen Ensemblemitglied. Schillingers Stücke sind bemerkenswert. Tief emotional und geschickt angelegt gelingt ihm die nahtlose Verbindung »alter und neuer Musik«. Von Balladen über meditatives wie sein Mini-Epos »Klangfarben« bis hin zum Jazz und klassischer Volksmusik reicht die Palette. Für sein neuestes Werk »Polk-Al(b)panisch« holt sich Anderl Schillinger seine Buben Elias (Posaune) und Severin (Flügelhorn) auf die Bühne. Zu siebt erzählen sie in bunten, lebhaften Tönen die spannende Geschichte eines Urlaubs in Albanien. Temperamentvolle Weltmusik mit einer kleinen Note in der Form von Herbert Pixners moderner Volksmusik und durch die Gäste ein Hauch vom Balkanbeat a la LaBrassBanda.

Als Dankeschön für zehn Jahre erfolgreiche und immer gern gesehene Auftritte im NUTS brachte die Obermooser Musi ein kleines Standerl für Team und Publikum dar. Und nach dem »Feierabend Blues« gab es zur Freude der Gäste noch einmal »Die Isarwinklerin« von der legendären Mühlberger Tanzlmusi, weil die im ersten Konzertteil mit den jungen Blechbläsern gleich gar so gut angekommen war. Maria Ortner