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Tiere, Oldtimer und ein Kasperltheater

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Marktschellenberg Oldtimer
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Eine viel beachtete Oldtimer-Ausstellung gehörte wieder zum Programm.
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»O'zapft is'«, hieß es bei (v.l.) Bürgermeister Franz Halmich, 2. Bürgermeister Volkhard Geiger und Kirtag-Organisator Klaus Walter.
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Ponyreiten war der Hit.
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Großer Andrang herrschte am Sonntag beim »Historischen Kirtag« in Marktschellenberg. (Fotos: Heger)
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Fasslschießen mit einem Eisstock gab's bei der SG Scheffau-Schellenberg.
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Josef Angerer und sein Sohn Sepperl gaben einige Gstanzl zum Besten.

Marktschellenberg – Unter einem guten Stern stand am Sonntag der zweite »Historische Kirtag« in Marktschellenberg. Bei herrlichem Wetter fanden Hunderte den Weg in die Gemeinde, um dieses Spektakel zu erleben. Die Parkplätze waren rasch belegt und es blieb dann nur noch die Parkmöglichkeit am Rande der Bundesstraße, so wie beim traditionellen Kirtag im Juli.


Der 1. Vorstand des GTEV D’Schellenberger, Klaus Walter, hatte es wieder mal geschafft, den Großteil der örtlichen Vereine für die Veranstaltung zu begeistern, nachdem der erste Versuch 2015 schon ein großer Erfolg gewesen war. Auf dieser Grundlage baute man den zweiten »Historischen Kirtag« auf und konnte nach einigen Verbesserungen optisch und organisatorisch voll punkten. Jedenfalls zeugte die große Besucherzahl und das von allen Seiten kommende positive Echo von großer Zustimmung, wozu wohl auch das »Kaiserwetter« an diesem Tag beitrug.

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Klaus Walter begrüßte um 9.40 Uhr die schon ansehnliche Anzahl an Zuschauern und danach erfolgte der Bieranstich durch 2. Bürgermeister Volkhard Geiger. Da hieß es: »O'zapft is!«

Das Angebot an den Verkaufsständen reichte von der Handwerkskunst über landwirtschaftliche Produkte bis hin zu einer Tombola der Jugendgruppe des Trachtenvereins mit Losverkauf. Daneben bot die SG Scheffau-Schellenberg ein Fasslschießen mit einem Eisstock, Kegeln sowie die Möglichkeit zur Belustigung am »Hau den Lukas«-Stand von der Schlosserei Korbinian Hasenknopf, die ihr Handwerk auch an einer Feldschmiede präsentierte. Daneben bot Jakob Renoth aus Bischofswiesen seine Eisenwaren an. Auch konnte an einer Siedepfanne von der Berchtesgadener Handwerkskunst die Salzgewinnung bestaunt werden, die von den Bergknappen des Salzbergwerks präsentiert wurde. Die Knappen gingen auch mit großem Fachwissen auf die Fragen der Zuschauer ein.

Der Fronleichnamsschützenverein Schellenberg war mit dem beliebten »Saustechen« vertreten, das neben einer lustigen Bereicherung des Angebots auch eine kleine Einnahmequelle für den Verein zum Kauf der teuren Munition darstellte. Der erste Preis (eine lebende Sau) ging in die Oberau.

Der Tourismusverein hatte zwei Standln besetzt, an denen Getränke und Suppe angeboten wurden, und die Bäuerinnen präsentierten neben Kuchen und Kaffee die äußerst beliebten »Zwetschgen-Pofesen« an, die reißenden Absatz fanden. Der Trachtenverein hatte auch für den Verkauf von Brotzeiten gesorgt und das Hofbrauhaus Berchtesgaden lieferte die Getränke.

Viel Beachtung fand auch der Stand des Obst- und Gartenbauvereins, der Säfte anbot und an einer Obstpresse deren Entstehung zeigte. Gartenbaufachberater Markus Putzhammer vom Landratsamt informierte an seinem Stand über die verschiedenen Apfelsorten, die in der Umgebung gedeihen.

Am Schulsportplatz unterhalb hatten verschiedene Tierarten ihren Platz. Hier sah man Pinzgauer Kühe vom Kinderheim Bichlhof, Schafe vom Walserlehen, Buren-Ziegen von Klaus Walter, Hühner, Kaninchen und Tauben. Die Familie Stanggaßinger vom Pfeffererlehen bot für die Kinder ein Ponyreiten an.

Eine gute Lösung für Eltern und Kinder stellte das auf der Tartanbahn eingerichtete Spielfeld dar, in dem die Kinder ihre Kreativität beim Basteln, Zusammenbauen und Zusammenschrauben zeigen durften. So konnte mancher Elternteil in Ruhe die Angebote des Kirtags genießen.

Der Musikkapelle Marktschellenberg unter der Stabführung von Florian Kranawetvogl oblag die musikalische Gestaltung, unter anderem während der Plattlereinlagen des Trachtenvereins. Eine Abwechslung, die mit viel Applaus belohnt wurde, boten Josef Angerer und sein Sohn Sepperl von Ettenberg mit ihren lustigen Gstanzln. Viel Beachtung fand auch die Ausstellung der Oldtimerfahrzeuge (Autos, Motorräder und Fahrräder) aus dem privaten Bereich und der Landwirtschaft sowie dem Gewerbe.

Den absoluten Höhepunkt für Groß und Klein bot das bereits beim ersten »Historischen Kirtag« erfolgreich angebotene Kasperltheater. Unter der Führung des Weihnachtsschützenvereins Götschen-Schellenberg hatte die Familie Kranawetvogl vom »Ertlerlehen« (Erschtein) verschiedene Stücke einstudiert, die eine große Menge an Zuschauern in ihren Bann zogen. Das letzte Stück bezog sich auf aktuelle politische Probleme in der Gemeinde mit viel Hintersinn. Daher war auch der Beifall riesig, das Gelächter groß und gerne gaben die Zuschauer einen finanziellen Beitrag in den Hut des Sammlers Klaus Walter. Franz Heger